Prognosesenkung

Jürgen Köhler tritt zurück – seine Zeit bei SGL Carbon im Rückblick

Erst kürzlich blickte Jürgen Köhler noch optimistisch in die Zukunft. Der Vorstandsvorsitzende der SGL Carbon bestätigte die Prognose von SGL – doch er irrte sich und ist nun seinen Job los. Ein Rückblick.

Dr. Jürgen Köhler gehört seit dem 1. Juni 2013 dem Vorstand der SGL Carbon SE an und ist seit dem 1. Januar 2014 Vorstandsvorsitzender der SGL Carbon SE. Er folgte auf Robert Köhler. Dieser hat noch das Kosteneinsparungsprogramm SGL2015 initiiert. Mit dem Wechsel gingen weitere Veränderungen einher.

Auch in den Führungspositionen hat die SGL Group Einsparungen vorgenommen. Im Rahmen von SGL 2015 wurden auch die Organisations-Strukturen des Konzerns verschlankt. Seit 1. Januar 2014 waren nur mehr drei Mitglieder anstelle von fünf im Vorstand der SGL Group.

2013 war insgesamt für die SGL Group kein gutes Geschäftsjahr. Das Kostensenkungsprogramm SGL2015 war hingegen erfolgreich: Einsparungen beliefen sich konzernweit auf rund 69 Millionen Euro und lagen damit deutlich über dem erstrebten Ergebnis von 50 Millionen Euro. Bis Ende 2015 wollte SGL rund 150 Millionen Euro einsparen.

Ende 2014 gab Köhler bekannt, dass das Unternehmen das Einsparziel auf mehr als 200 Millionen vergrößert. Im Zuge dessen hat der Vorstand und der Aufsichtsrat die Bilanzstruktur mithilfe einer Kapitalerhöhung optimiert. Ziel sei ein nachhaltiger, profitabler Wachstumskurs.

Im Juli 2015 hatte die SGL weitere strategische Meilensteine definiert. Im Klartext bedeutete dies: Der Geschäftsbereich Performance Products  innerhalb der SGL Group soll rechtlich verselbstständigt werden. 

Der SGL Standort in Meitingen. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Zum Halbjahr 2015 meldete die SGL Group positive Entwicklungen bei der strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Insgesamt konnten sich durch SGL2015 nach sechs Monaten rund 25,9 Millionen Euro einsparen lassen.

Anfang 2016 gab Köhler bekannt, dass die strategische Neuausrichtung „die richtige Entscheidung ist und war“. Die SGL war weitestgehend zufrieden mit dem Verlauf von 2015.

Im Geschäftsjahr 2016 hat SGL die Voraussetzungen für den Neubeginn und für die Rückkehr zu profitablem und nachhaltigem Wachstum geschaffen. Das Unternehmen blickte weiterhin optimistisch in die Zukunft. Ende 2016 hat der Konzern das Graphitelektrodengeschäft verkauft.

Die SGL Group hat im Berichtsjahr 2017 ein Umsatzplus von rund zwölf Prozent erzielt und ihr Ergebnis signifikant verbessert. Seit Anfang 2018 ist die strategische Neuausrichtung so gut wie abgeschlossen. SGL wollte sich nun mit voller Kraft auf das Wachstum in unseren Marktsegmenten rund um die großen Trends Mobilität, Energieversorgung und Digitalisierung konzentrieren.

Im Juni 2018 hat die SGL ihr neues Markenkonzept vorgestellt und damit die Neuausrichtung abgeschlossen. Der Konzern besinnte sich zurück auf „SGL Carbon“ als Markennamen.

Im Herbst 2018 startete die SGL Carbon an ihrem weltweit größten Standort in Meitingen nahe Augsburg mit dem Bau eines zentralen und hochmodernen Logistikzentrums. Der Vorstandsvorsitzende von SGL Carbon hat gleichzeitig erklärt, dass sich der Konzern neu aufstellen wolle. Dabei gehe es um die Megatrends Elektromobilität, Energieversorgung und Digitalisierung. Im Juli 2019 folgte dann die Einweihung.

Im April 2019 hat die SGL den Vertrag von Köhler verlängert. Der Aufsichtsrat hat den Vertrag um weitere drei Jahre verlängert. Im Mai 2019 hat die SGL seine Erwartungen für 2019 bestätigt. Koehler zeigte sich zufrieden mit dem Start in das neue Jahr.

Anfang August 2019 zeigte sich Koehler weiterhin optimistisch. Eine Woche später ist er nun völlig unerwartet zurückgetreten. Hintergrund ist die enttäuschende Geschäftsentwicklung, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilt. Gleichzeitig senkt der Konzern seine Jahresprognosen.

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Auch in den Führungspositionen hat die SGL Group Einsparungen vorgenommen. Im Rahmen von SGL 2015 wurden auch die Organisations-Strukturen des Konzerns verschlankt. Seit 1. Januar 2014 waren nur mehr drei Mitglieder anstelle von fünf im Vorstand der SGL Group.

2013 war insgesamt für die SGL Group kein gutes Geschäftsjahr. Das Kostensenkungsprogramm SGL2015 war hingegen erfolgreich: Einsparungen beliefen sich konzernweit auf rund 69 Millionen Euro und lagen damit deutlich über dem erstrebten Ergebnis von 50 Millionen Euro. Bis Ende 2015 wollte SGL rund 150 Millionen Euro einsparen.

Ende 2014 gab Köhler bekannt, dass das Unternehmen das Einsparziel auf mehr als 200 Millionen vergrößert. Im Zuge dessen hat der Vorstand und der Aufsichtsrat die Bilanzstruktur mithilfe einer Kapitalerhöhung optimiert. Ziel sei ein nachhaltiger, profitabler Wachstumskurs.

Im Juli 2015 hatte die SGL weitere strategische Meilensteine definiert. Im Klartext bedeutete dies: Der Geschäftsbereich Performance Products  innerhalb der SGL Group soll rechtlich verselbstständigt werden. 

Der SGL Standort in Meitingen. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

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Anfang 2016 gab Köhler bekannt, dass die strategische Neuausrichtung „die richtige Entscheidung ist und war“. Die SGL war weitestgehend zufrieden mit dem Verlauf von 2015.

Im Geschäftsjahr 2016 hat SGL die Voraussetzungen für den Neubeginn und für die Rückkehr zu profitablem und nachhaltigem Wachstum geschaffen. Das Unternehmen blickte weiterhin optimistisch in die Zukunft. Ende 2016 hat der Konzern das Graphitelektrodengeschäft verkauft.

Die SGL Group hat im Berichtsjahr 2017 ein Umsatzplus von rund zwölf Prozent erzielt und ihr Ergebnis signifikant verbessert. Seit Anfang 2018 ist die strategische Neuausrichtung so gut wie abgeschlossen. SGL wollte sich nun mit voller Kraft auf das Wachstum in unseren Marktsegmenten rund um die großen Trends Mobilität, Energieversorgung und Digitalisierung konzentrieren.

Im Juni 2018 hat die SGL ihr neues Markenkonzept vorgestellt und damit die Neuausrichtung abgeschlossen. Der Konzern besinnte sich zurück auf „SGL Carbon“ als Markennamen.

Im Herbst 2018 startete die SGL Carbon an ihrem weltweit größten Standort in Meitingen nahe Augsburg mit dem Bau eines zentralen und hochmodernen Logistikzentrums. Der Vorstandsvorsitzende von SGL Carbon hat gleichzeitig erklärt, dass sich der Konzern neu aufstellen wolle. Dabei gehe es um die Megatrends Elektromobilität, Energieversorgung und Digitalisierung. Im Juli 2019 folgte dann die Einweihung.

Im April 2019 hat die SGL den Vertrag von Köhler verlängert. Der Aufsichtsrat hat den Vertrag um weitere drei Jahre verlängert. Im Mai 2019 hat die SGL seine Erwartungen für 2019 bestätigt. Koehler zeigte sich zufrieden mit dem Start in das neue Jahr.

Anfang August 2019 zeigte sich Koehler weiterhin optimistisch. Eine Woche später ist er nun völlig unerwartet zurückgetreten. Hintergrund ist die enttäuschende Geschäftsentwicklung, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilt. Gleichzeitig senkt der Konzern seine Jahresprognosen.

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