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Ein Unternehmen gilt laut WirtschaftsWoche als Weltmarktführer, wenn es in mindestens einem Geschäftsbereich weltweit nach Umsatz auf Platz 1 oder 2 steht. Wenn es zu einem Segment keine belastbaren Marktdaten gibt, holt Professor Christoph Müller, Wissenschaftler und Autor hinter dem Ranking, Einschätzungen der Unternehmen zu den Marktanteilen ihrer Wettbewerber ein und gleicht diese Angaben ab. Zusätzlich muss der Jahresumsatz mindestens 50 Millionen Euro betragen, mindestens die Hälfte davon im Ausland erzielt werden, und das auf mindestens drei Kontinenten. Außerdem soll ein Teil der Eigentümer in Deutschland ansässig sein.
Für das Ranking werden ausschließlich offizielle Zahlen verwendet.
Bauer AG
Hauptsitz: Schrobenhausen
11.966 Mitarbeiter
1538 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Spezialtiefbaugeräte
Exportanteil: 69,9 Prozent
Die Bauer AG ist ein international tätiges Unternehmen im Spezialtiefbau. Von Schrobenhausen aus entwickelt und realisiert es Lösungen rund um Baugrund, Gründungen, Bohrtechnik sowie Umwelt- und Ressourcenprojekte.
Berger Holding GmbH & Co. KG
Hauptsitz: Memmingen
1811 Mitarbeiter
272 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Metallbearbeitung, konkret Präzisions-, Dreh-, Fräs- und Schleifteile
Exportanteil: 56,6 Prozent
Berger Holding ist ein familiengeführtes Industrieunternehmen mit Sitz in Memmingen. Die Unternehmensgruppe fertigt international hochpräzise, einbaufertige Bauteile und Baugruppen für Kunden aus Maschinenbau und Industrie.
BWF Offermann, Waldenfels & Co. KG
Hauptsitz: Offingen
377 Mitarbeiter
113 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich textiler Filtermedien für industrielle Entstaubung
Exportanteil: mehr als 50 Prozent
Die BWF Group ist ein Hersteller technischer Textilien und Werkstoffe. Das Unternehmen produziert unter anderem textile Filtermedien und Filze sowie Kunststoffprofile für Industrieanwendungen.
Erhardt+Leimer GmbH
Hauptsitz: Stadtbergen
676 Mitarbeiter
117 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Automatisierungstechnik an laufenden Produktionsbahnen
Exportanteil: 82,6 Prozent
Erhardt+Leimer entwickelt und produziert Systeme für Bahnführung, Bahnkantensteuerung und Inspektion in der industriellen Fertigung. Am Standort Augsburg stärkte die Unternehmensgruppe jüngst ihre Präsenz mit einem rund 18 Millionen Euro teuren Neubau im Sheridan Park.
Grenzebach Maschinenbau GmbH
Hauptsitz: Asbach-Bäumenheim
1604 Mitarbeiter
458 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich automatisierter Produktionsanlagen für die Flachglasindustrie
Exportanteil: 84,1 Prozent
Die Grenzebach Maschinenbau GmbH mit Hauptsitz in Hamlar entwickelt weltweit Automatisierungs- und Anlagenbaulösungen, unter anderem für die Glasindustrie. Nach Hochwasserfolgen im Jahr 2024 und schwacher Glas-Marktlage richtet das Unternehmen Standort und Abläufe aktuell neu aus.
Hauptsitz: Hawangen
509 Mitarbeiter
163 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich CNC-gesteuerte Abbundmaschinen für die Massivholzbearbeitung
Exportanteil: 68,1 Prozent
Die Hans Hundegger AG aus Hawangen ist ein Maschinenbauunternehmen für automatisierte Abbund- und Fertigungslösungen im Holzbau. Vergangenes Jahr vollzog das Unternehmen einen Generationenwechsel: Gründer Hans Hundegger übergab den Vorstandsvorsitz an seinen Neffen Josef Hundegger.
Hosokawa Alpine AG
Hauptsitz: Augsburg
840 Mitarbeiter
255 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich individueller verfahrenstechnischer und mechanischer Lösungen u.a. für Folienblasanlagen und Folienveredelung
Exportanteil: 80 Prozent
Hosokawa Alpine ist ein Maschinen- und Anlagenbauer für mechanische Verfahrenstechnik sowie Folienextrusion. Seit dem 1. Januar 2026 führen Michael Kuhnen als CEO und Kathrin Dörle als CFO das Unternehmen.
Keimfarben GmbHHauptsitz: Diedorf
1598 Mitarbeiter
366 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich mineralischer Farbsysteme
Exportanteil: 58 Prozent
Keimfarben, Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2026, ist ein Hersteller mineralischer Farben und Systeme für Fassaden- und Innenanwendungen. Das Unternehmen steht für mineralischen Bautenschutz und nachhaltigkeitsorientierte Produktlösungen.
KUKA SE & Co. KGaA
Hauptsitz: Augsburg
14.783 Mitarbeiter
3732 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Industrieroboter und automatisierte Produktionsanlage
Exportanteil: mehr als 58 Prozent
Der Robotik- und Automatisierungskonzern Kuka zählt zu den bekanntesten Anbietern von Industrierobotern und Automatisierungslösungen. In jüngster Geschichte machte das Unternehmen häufig aufgrund von Stellenabbau Schlagzeilen. Investitionen in hoher zweistelliger Millionenhöhe sowie ein Zukunftspakt mit IG Metall und dem Betriebsrat sollen Produktion und Entwicklung am Standort zukünftig langfristig stärken.
MAHA SE & Co. KG
Hauptsitz: Haldenwang
862 Mitarbeiter
151 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Werkstatt- und Kraftfahrzeugprüfausrüstung
Exportanteil: mehr als 50 Prozent
Das Unternehmen aus dem Oberallgäu, das seit Kurzem als Maha SE & Co. KG firmiert, entwickelt und produziert Prüf- und Hebetechnik. Maha liefert dafür international unter anderem Systeme für die Fahrzeugprüfung wie Bremsen- und Leistungsprüfstände, Scheinwerfereinstelltechnik sowie Hebebühnen und Werkstattausrüstung.
Hauptsitz: Wolfertschwenden
7400 Mitarbeiter
1500 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Tiefziehverpackungsmaschinen
Exportanteil: mehr als 80 Prozent
Multivac mit Sitz in Wolfertschwenden ist ein international tätiger Anbieter von Verpackungs- und Verarbeitungslösungen. Das Unternehmen entwickelt Verpackungsmaschinen sowie Automatisierungs-, Kennzeichnungs- und Inspektionslösungen, unter anderem für Lebensmittel.
PERI Vertrieb Deutschland GmbH & Co. KG
Hauptsitz: Weißenhorn
10.000 Mitarbeiter
1812 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Schalungen und Gerüste
Exportanteil: mehr als 65 Prozent
Die Peri Gruppe ist ein international tätiger Hersteller und Anbieter von Schalungs- und Gerüstsystemen für Bauprojekte. Ergänzend bietet das Unternehmen Engineering, Logistik, Vermietung sowie baubegleitende Services und digitale Lösungen an.
RENK Group AG
Hauptsitz: Augsburg
3545 Mitarbeiter
1141 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Antriebs- und Steuerungstechnik u.a. Fahrzeuggetriebe für Rad- und Kettenfahrzeuge
Exportanteil: 72,6 Prozent
Renk ist ein international tätiger Anbieter von Antriebstechnik. Das Unternehmen entwickelt und produziert unter anderem Getriebe, Antriebssysteme und Gleitlager für Anwendungen in Militärfahrzeugen, bei der Marine und in der Industrie.
Surteco Group SE
Hauptsitz: Buttenwiesen
3732 Mitarbeiter
857 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Kantenbänder und dekorative Oberflächenbeschichtungen
Exportanteil: 81 Prozent
Die Surteco Group mit Sitz in Buttenwiesen ist ein international tätiger Anbieter dekorativer Oberflächenmaterialien für die Möbel- und Holzwerkstoffindustrie. Zum Portfolio zählen unter anderem Dekorpapiere, Folien und Kantenbänder auf Papier- und Kunststoffbasis.
Hauptsitz: Augsburg
1715 Mitarbeiter
477 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Fahrzeugwaschanlagen und -produkte
Exportanteil: 69,8 Prozent
WashTec ist ein international tätiger Hersteller von Fahrzeugwaschanlagen und Lösungen für die Fahrzeugwaschtechnik. 2025 kündigte das Unternehmen an, die Produktion nach Tschechien zu verlagern und in Augsburg über drei Jahre 85 Stellen sozialverträglich abzubauen. Die Einsparungen sollen letztendlich jedoch in den Ausbau des Standorts fließen.
Wanzl GmbH & Co. KGaA
Hauptsitz: Leipheim
4435 Mitarbeiter
839 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Einkaufs- und Gepäcktransportwagen
Exportanteil: 81,5 Prozent
Die Wanzl Gruppe mit Sitz in Leipheim ist ein international tätiger Anbieter von Lösungen für Handel, Logistik und Flughäfen, darunter Einkaufs- und Gepäcktransportwagen sowie Zugangskontrollsysteme. Angesichts hoher Standortkosten und anhaltender Verluste in Deutschland kündigte das Unternehmen Ende 2025 an, zwei Werke in Leipheim bis 2030 zu schließen und dabei bis zu 900 Stellen abzubauen.
ZF Friedrichshafen AGHauptsitz: Friedrichshafen
16.631 Mitarbeiter
41.377 Millionen Euro Umsatz pro Jahr
Führend im Bereich Getriebe- und Fahrwerktechnik
Exportanteil: mehr als 53 Prozent
ZF Friedrichshafen ist ein international tätiger Automobilzulieferer. Seit Mitte 2024 steckt das Unternehmen in der größten Krise der Firmengeschichte, im Laufe von 2025 wurden verschiedene Zukunftsszenarien für die E-Division bis hin zum Ausstieg geprüft. Im Zuge eines strengen Sparkurses soll die Antriebssparte nun aus eigener Kraft neu ausgerichtet werden.
Die Liste zeigt vor allem eines: Die Stärke der Weltmarktführer aus Bayerisch-Schwaben liegt in ihrer Vielfalt und Spezialisierung – von Industrie und Maschinenbau über Zulieferer, Spezialchemie und Medizintechnik bis hin zu Logistik und ausgewählten Konsumgütersegmenten. Viele der Unternehmen sind keine Konzernriesen, sondern mittelständische, oft familiengeführte Betriebe, die sich mit Know-how, Qualität und Innovationskraft in klar definierten Nischen an die Weltspitze gearbeitet haben. Zusammen ergibt der Mix ein umfassendes Gesamtpaket aus Technologie, Exportstärke und unternehmerischer Substanz, und damit einen überzeugenden Beleg für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Zukunftskraft der Region.