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30.000 Arbeitsplätze weg: Wohin geht es mit Bayerns Metall- und Elektroindustrie?
Konjunktur

30.000 Arbeitsplätze weg: Wohin geht es mit Bayerns Metall- und Elektroindustrie?

Industriesterben in Bayern? Die Metall- und Elektroindustrie kämpft weiter. Foto: Adobe Stock/ kerkezz
Industriesterben in Bayern? Die Metall- und Elektroindustrie kämpft weiter. Foto: Adobe Stock/ kerkezz

Innerhalb von zwei Jahren sind in Bayerns Metall- und Elektroindustrie fast 30.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Zwar profitieren Betriebe in einzelnen Sektoren, die Ursachen für die Probleme sind jedoch vielfältig.

Rund 845.000 Menschen arbeiten derzeit in Bayern in der Metall- und Elektroindustrie. Anfang 2024 waren es noch fast 30.000 mehr. Allein 2025 wurden 17.000 Stellen abgebaut.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm, erwartet, dass sich der Trend fortsetzt und die Betriebe noch mehr Menschen entlassen. Denn parallel sinkt die Kurzarbeit. „Da die Krise so lange anhält, bleibt vielen Betrieben nur noch die Möglichkeit, Beschäftigung abzubauen, statt sie mithilfe des Kurzarbeitergelds zu halten“, erklärt er. 

Der Ausbruch des Iran-Kriegs hat die Lage der Metall- und Elektroindustrie erneut verschärft. 2025 noch konnte sich die Produktion stabilisieren. 

Stellenabbau branchenabhängig

Doch zwischen den Branchen der Metall- und Elektroindustrie zeigen sich Unterschiede: Relativ gesehen waren vor allem Hersteller elektrischer Ausrüstungen und Hersteller von Metallerzeugnissen betroffen. Hier sind 3,8 Prozent der Stellen verloren gegangen.

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Unternehmen im Sonstigen Fahrzeugbau haben dagegen 7,7 Prozent mehr Menschen eingestellt. Zudem fehlen 15,5 Prozent der Betriebe Arbeits- und Fachkräfte. Das beeinträchtige die Produktion.

Lichtblick: Luftfahrt- und Rüstungsindustrie

Die Auslastung der Produktion in der Metall- und Elektroindustrie ist weiter gesunken. Zwischen den Branchen gibt es jedoch Unterschiede: Die Produktion ist vor allem im Maschinenbau (minus 8,1 Prozent) und in der Autoindustrie (minus 7,4 Prozent) zurückgegangen. In der Elektronikindustrie ist sie um 6,2 Prozent gesunken, bei Herstellern von Metallerzeugnissen um 2,1 Prozent.

Lichtblicke im ersten Quartal 2026 sind Hersteller elektrischer Ausrüstungen und der Sonstige Fahrzeugbau. Bei letzterem ist die Produktion um 10,3 Prozent gestiegen. Das liegt laut der bayme vbm an der konstant hohen Nachfrage aus der zivilen Luftfahrt und der steigenden Nachfrage in der Rüstungsindustrie. Bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen ist die Produktion um 7,5 Prozent gewachsen.

Neuaufträge steigen leicht

Insgesamt zeigt der Pfeil jedoch nach unten: Im Vergleich zum ersten Vorjahresquartal ist die Produktion der Metall- und Elektroindustrie nun im ersten Quartal 2026 um vier Prozent gesunken. „Die Lage ist dramatisch“, sagt Brossardt.

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Hoffnung macht dem Hauptgeschäftsführer der bayme vbm, dass die Unternehmen leicht mehr Neuaufträge bekommen. Im Vergleich zu Ende 2025 sind sie im ersten Quartal 2026 um zwei Prozent gestiegen. Das liegt vor allem an mehr Aufträgen aus dem Inland (plus 3,7 Prozent). „Das Auftragsvolumen verharrt zugleich auf niedrigem Niveau, die Betriebe kämpfen weiter mit Überkapazitäten“, ordnet Brossardt die Zahlen insgesamt ein.

Iran-Krieg bremst Metall- und Elektroindustrie

Vor allem der Ausbruch des Iran-Kriegs hat der Metall- und Elektroindustrie einen weiteren Dämpfer verpasst. Denn zwei Drittel ihrer Erlöse machen die Unternehmen im Ausland. „Fakt ist: Geopolitische Krisen haben die bayerische M+E Industrie weiter fest im Griff“, sagt Brossardt. Hinzu kämen die Standortbedingungen in Deutschland, die laut Brossardt nicht mehr wettbewerbsfähig sind. „Bis zum Sommer muss die Bundesregierung den Reform-Turbo zünden, um den Dauerstillstand der vergangenen Jahre zu beenden. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren“, sagt er.

Bayme vbm fordert Reformen

Konkret fordert Brossardt geringere Arbeitskosten, Entlastung bei Energiepreisen und Steuern, eine Reform des Arbeitszeitrechts und einen Bürokratieabbau. „Zusätzlich erwarten wir von unserem Sozialpartner, der IG Metall, in der kommenden Tarifrunde Maß zu halten, um die Unternehmen in dieser schwierigen Lage nicht zu überfordern und somit Beschäftigung am heimischen Standort zu sichern.“ Es brauche eine gemeinsame Kraftanstrengung, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.

Hinweis: Bereits im Herbst 2025 hatte die bayme vbm gemeldet, dass seit Anfang 2024 30.000 Stellen abgebaut wurden. Diese Zahl hatte das Landesamt für Statistik Ende 2025 jedoch noch einmal nach unten korrigiert. 

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