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Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die regionale Wirtschaft aus?
Außenhandel

Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die regionale Wirtschaft aus?

Symbolbild. Foto: stock.adobe.com / AlfaSmart
Symbolbild. Foto: stock.adobe.com / AlfaSmart

Die Lage im Nahen Osten sorgt auch bei Unternehmen in Bayerisch-Schwaben für neue Unsicherheiten. Die steigenden Energiepreise und mögliche Störungen in den Lieferketten könnten gefährlich werden für die Wirtschaft.

Der Konflikt zwischen Iran und westlichen Staaten sorgt für wachsende Unsicherheit in der internationalen Wirtschaft – auch für Unternehmen in Bayerisch-Schwaben. Die IHK Schwaben warnt vor möglichen Folgen für Energiepreise, Lieferketten und den Außenhandel. „Die wirtschaftlichen Folgen dieser Eskalation im Nahen Osten sind für die bayerisch-schwäbischen Unternehmen nur schwer abzusehen“, sagt Jana Lovell, Leiterin der Abteilung International der IHK Schwaben. „Die Risiken nehmen auf jeden Fall weiter zu.“ Der Ölpreis sei bereits gestiegen. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass Handelsrouten in der Region gestört werden könnten.

Golfregion wichtiger Markt für regionale Firmen

Rund 230 Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben sind in den Staaten des Golfkooperationsrates (GCC) aktiv. Dazu zählen die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Oman, Kuwait, Bahrain und Katar. Für viele Betriebe – insbesondere aus dem Mittelstand – ist die Region ein wichtiger Absatz- und Investitionsmarkt. Entsprechend eng sind die wirtschaftlichen Verflechtungen. Die Auswirkungen eines Konflikts reichen jedoch über die unmittelbar betroffenen Unternehmen hinaus. Eine zentrale Rolle spielt die Energieversorgung: Rund ein Fünftel der weltweiten Energieimporte wird täglich über die Straße von Hormus transportiert.

„Die Energiemärkte reagieren bereits jetzt empfindlich auf die Störungen und die damit drohende Verknappung“, sagt Lovell. Steigende Preise für Öl und Gas könnten erneut zum Inflationstreiber werden.

Störungen in Lieferketten möglich

Die Golfregion ist zudem ein zentraler Knotenpunkt für den globalen Handel. Viele internationale Container- und Luftfrachtverbindungen laufen über die Region. Sollten Handelsrouten dauerhaft gestört sein, könnte das auch die stark exportorientierte Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben treffen. Erste Unternehmen berichten laut IHK bereits von blockierten Frachtwegen in den Nahen Osten. Die möglichen Folgen: steigende Logistikkosten, längere Lieferzeiten und Auswirkungen auf Produktionsketten.

Außenhandel zuletzt wieder leicht im Aufwind

Für die Wirtschaft kommt die geopolitische Krise zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach mehreren schwierigen Jahren hatte sich der Außenhandel zuletzt wieder leicht erholt. 2025 erreichten die bayerischen Exporte einen Wert von 227 Milliarden Euro, während die Importe um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro stiegen. Auch viele Unternehmen in Bayerisch-Schwaben blickten zum Jahresbeginn vorsichtig optimistisch nach vorne: Laut IHK-Konjunkturumfrage rechneten 31 Prozent der Industrieunternehmen mit steigenden Auslandsaufträgen.

Europa gewinnt im Außenhandel an Bedeutung

Insgesamt sind rund 2.400 Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben auf internationalen Märkten aktiv. Mit einer Exportquote von knapp 45 Prozent spielt der Außenhandel eine zentrale Rolle für die regionale Wirtschaft. Dabei verschiebt sich der Fokus zunehmend innerhalb Europas. Mehr als die Hälfte der bayerischen Aus- und Einfuhren erfolgt inzwischen mit Partnern in der EU. Andere Märkte verlieren dagegen an Dynamik: Die Exporte in die USA gingen 2025 um 9,8 Prozent zurück, die Ausfuhren nach China um 10,8 Prozent. Auch bei Auslandsinvestitionen setzen viele Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben inzwischen verstärkt auf Standorte innerhalb der Eurozone.

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