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Rüstungsboom beflügelt Hensoldt: Auftragsbestand erreicht neuen Höchstwert
Halbjahreszahlen

Rüstungsboom beflügelt Hensoldt: Auftragsbestand erreicht neuen Höchstwert

Oliver Dörre ist sein Anfang 2024 CEO von Hensoldt. Foto: Hensoldt
Oliver Dörre ist sein Anfang 2024 CEO von Hensoldt. Foto: Hensoldt

Der Konzern setzt sein Rekordwachstum fort: Die Auftragseingänge haben sich verdoppelt, der Auftragsbestand knackt die 10-Milliarden-Euro-Marke. Worauf es laut CEO Oliver Dörre jetzt ankommt.

Die Hensoldt AG hat auch im ersten Halbjahr 2026 erneut an das bisherige Wachstum angeknüpft und eigene Rekorde gebrochen. Das Rüstungsunternehmen verzeichnete ein massives Plus bei den Auftragseingängen, der Auftragsbestand stieg erstmals auf über 10 Milliarden Euro – und übertrifft damit den Rekord-Auftragsbestand des Vorjahreszeitraums. Um diesen hohen Bedarf auch decken zu können, rücke nun der Ausbau von Produktionskapazitäten in den Vordergrund.

Europäische Großaufträge sorgen für ein deutliches Umsatzplus

Der Umsatz von Hensoldt kletterte von Januar bis Juli 2026 auf knapp 1,17 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von mehr als 20 Prozent entspricht. Parallel dazu verdoppelte sich das Volumen der neuen Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr, von 1,4 Milliarden Euro auf über 2,8 Milliarden Euro. Ausschlaggebend hierfür seien vor allem militärische Beschaffungsprogramme aus Deutschland sowie weiteren europäischen Ländern, wie etwa die Großaufträge von KNDS in dreistelliger Millionenhöhe. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg infolgedessen um 30 Millionen Euro auf 137 Millionen Euro an. Der freie Cashflow, der die liquiden Geldmittel des Rüstungskonzerns beschreibt, verbesserte sich zwar, liegt mit minus 136 Millionen Euro aber weiterhin im negativen Bereich. Ein solcher negativer Cashflow ist laut Hensoldt in der Branche nicht unüblich, da die Unternehmen stark in Material investieren müssten, bevor die fertigen Systeme am Jahresende ausgeliefert und bezahlt werden.

Auftragseingang der Sparte Optronics vervielfacht sich

Das wirtschaftliche Wachstum zieht sich durch beide großen Geschäftsbereiche des Rüstungsunternehmens. In der Sensorik stiegen die Neuaufträge auf fast zwei Milliarden Euro. Dies führt Hensoldt insbesondere auf Vertragserweiterungen für Radaranlagen des Kampfflugzeugs Eurofighter zurück. Noch deutlicher fiel die prozentuale Steigerung jedoch in der Optronics-Sparte aus, in der optische und elektronische Technologien kombiniert werden. Hier erhöhte sich der Wert neuer Bestellungen fast um das Sechsfache (konkret das 5,92-fache), von zuvor 164 Millionen auf 971 Millionen Euro. Treiber dieser Entwicklung seien umfangreiche Ausrüstungsprojekte für militärische Landfahrzeuge wie den Schützenpanzer Puma sowie den Radschützenpanzer Schakal.

Auf Basis dieser Auftragslage geht Hensoldt davon aus, sämtliche finanziellen Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen. Der Konzern prognostizierte nach dem Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 2.750 Millionen Euro für 2026.

Gelingt der Industrie der schnelle Produktionshochlauf?

Der Rüstungsboom sorgt für mehr Investitionen und damit verbundenes Wachstum bei zahlreichen Unternehmen. Laut Hensoldt-CEO Oliver Dörre entscheidet nun die industrielle Umsetzung, wie schnell daraus reale militärische Verteidigungsfähigkeit entsteht: „Für Hensoldt bedeutet das eine klare Verantwortung – wir müssen zeigen, dass wir nicht nur Technologie liefern können, die unseren Streitkräften einen echten Vorteil verschafft, sondern auch die Kapazität haben, sie in der benötigten Stückzahl und in hoher Geschwindigkeit bereitzustellen.“ Genau darauf richte das Unternehmen aktuell seine gesamte industrielle Kraft aus, so der CEO weiter.

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