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Hensoldt erhält Großaufträge in dreistelliger Millionenhöhe
Rüstungsindustrie

Hensoldt erhält Großaufträge in dreistelliger Millionenhöhe

Teil des Auftrags ist unter anderem die Ausstattung des abgebildeten Panzertyps Boxer RCT 303, auch „Schakal“ genannt. Foto: KNDS
Teil des Auftrags ist unter anderem die Ausstattung des abgebildeten Panzertyps Boxer RCT 303, auch „Schakal“ genannt. Foto: KNDS

Das Rüstungsunternehmen hat von KNDS Aufträge in Gesamthöhe von mehr als 400 Millionen Euro erhalten. Kernbestand der Bestellung sind digitale Sichtsysteme für die Panzertypen Boxer RCT 30 und Leopard 2 A8.

Die Hensoldt AG aus Taufkirchen mit Standort in Ulm hat von der KNDS Deutschland GmbH & Co. KG mehrere Großaufträge mit einem Gesamtvolumen von 400 Millionen Euro erhalten. KNDS ist Hersteller von Radpanzern und Kettenfahrzeugen. Zwei KNDS-Modelle, den Boxer RCT 30 und den Leopard 2 A8, soll Hensoldt mit digitaler Optronik ausrüsten. Im Zuge der durch globale Krisenherde ausgelösten Aufrüstung hat die Bundeswehr im Herbst 2025 150 beziehungsweise 200 dieser Panzer nachbestellt.

Die Auslieferung durch Hensoldt an KNDS ist für 2027 geplant.

So setzen sich die Aufträge zusammen

Bereits Ende 2025 beauftragte KNDS Hensoldt mit der Ausstattung des neuen Leopard 2-Panzers. Die Bestellung setzt sich aus 178 Sets zusammen, bestehend aus dem digitalen Kommandantensichtgerät Peri RTWL HD, dem Richtschützenzusatzvisier Fero Z18, dem Sensorkopf Spectus II, dem Wärmebildgerät Attica GL sowie dem Entfernungsmess- und Einschießsystem Emes Opo. Dieser Teilauftrag habe einen Wert von mehr als 110 Millionen Euro.

Den Großteil des Auftrags macht rechnerisch jedoch die Ausstattung des sogenannten Schakals, also dem Radschützenpanzer Boxer RCT 30, aus. Für rund 290 Millionen Euro werde Hensoldt insgesamt 288 Sätze digitaler Optronik liefern. Ein jeder dieser Sätze beinhalte das Peri RTWL HD, das Richtschützensichtgerät Wao HD, das sogenannte Multifunctional Self-Protection System, kurz MUSS, sowie die notwendigen Monitore.

Diese Technologie steckt dahinter

Die bestellte Panzerausstattung von Hensoldt kombiniert verschiedene optronische und defensive Systeme. Das stabilisierte Periskop Peri RTWL dient der Umfeldbeobachtung, während Wao HD eine stabilisierte, hochauflösende Videoausgabe zur Steigerung der Sichtreichweite bietet. Ergänzt wird dieses Sichtsystem durch die Wärmebildkamera Attica und das mechanische Hilfsvisier Fero Z18. Das System Spectus kombiniert Restlicht- und Infrarotbilder zu einer Ansicht, während das Schutzsystem MUSS anfliegende Projektile erkennt und stört.

Für ein effektives Zusammenspiel sind diese Komponenten darüber hinaus digital vernetzt. Diese technische Integration ermögliche die gleichzeitige Koordination von Aufklärung, Feuerkampf und Fahrzeugführung bei unterschiedlichen Sichtbedingungen. Gleichzeitig sei so das sogenannte „Hunter-Killer“-Verfahren möglich. Hiermit ist gemeint, dass Zielerkennung und -bekämpfung auf Hard- und/oder Softwareebene autonom funktionieren.

Großaufträge stehen im Zeichen von Software-defined Defence

Die Aufträge spiegeln eine aktuelle Entwicklung der Verteidigungsindustrie wider: den sukzessiven Umstieg auf digitale Sichtsysteme, weg von strikt an Hardware gebundenen Kapazitäten. Hensoldt nennt dieses Konzept „Software-defined Defence.“ Software nimmt somit, wie der Name erahnen lässt, eine zentrale Rolle in der Verteidigungstechnik ein. Ziel des Konzepts sei es, die Kompatibilität zwischen verschiedenen Plattformen zu verbessern und Systeme durch regelmäßige Updates schneller an neue Bedrohungslagen anzupassen und somit die Reaktionszeiten des Militärs zu verkürzen.

Christina Canitz, seit knapp einem Jahr Head of Optronics Division, fasst zusammen: „Die parallelen Aufträge für Schakal und LEOPARD 2 A8 zeigen, dass digitale Optronik heute ein zentraler Enabler für Software-Defined Defence ist. Mit unseren plattformübergreifend einsetzbaren, softwarefähigen Sichtsystemen schaffen wir die Grundlage für vernetzte, zukunftsfähige Gefechtsfahrzeuge und stärken nachhaltig die Einsatzbereitschaft moderner Streitkräfte.“

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