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Wie kann der Freistaat seine Rolle als zentraler Standort für die Luft- und Raumfahrt langfristig sichern? Mit dieser Frage beschäftigte sich Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) jüngst bei einem Betriebsbesuch bei der Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH. Neben zivilen Innovationen spiele auch der Verteidigungssektor eine immer wichtigere Rolle.
Im Zentrum der Werksführung standen technologische Fortschritte, die seit Aiwangers letztem Besuch vor vier Jahren die Marktreife erreicht haben. So stehe etwa ein gemeinsam mit der Liebherr-Electronics and Drives GmbH in Lindau entwickelter Flugsteuerungscomputer für Airbus A320-Maschinen kurz vor der Serienfertigung. Zudem schreite auch der Einsatz additiver Herstellungsverfahren bei Liebherr-Aerospace voran. Komplexe Bauteile aus dem 3D-Drucker würden mittlerweile das Gesamtgewicht der Flugzeuge spürbar reduzieren, was sich im regulären Betrieb positiv auf den Schadstoffausstoß auswirke.
Dass die Luftfahrtbranche eine immer zentralere Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit der Region einnehme, ist für die beiden Geschäftsführer Gerd Heinzelmann und Philipp Walter sehr erfreulich. Um angesichts immenser Entwicklungskosten jedoch international konkurrenzfähig zu bleiben, sei Unterstützung seitens des Staates notwendig. Es brauche „unter anderem wirtschaftliche Förderung und Regulatorik mit Augenmaß“ erklärten Heinzelmann und Walter im Gespräch mit dem Wirtschaftsminister. Aiwanger griff diesen Impuls auf und machte deutlich, worauf es bei der Begleitung der Industrie ankomme: „Wir müssen diese Branche mit gezielten Förderinstrumenten und verlässlicher Politik unterstützen, um Bayern als führenden Luftfahrt-Standort weiter zu verankern.“
Als Beispiele für eine solche Unterstützung gelten etwa das Cluster Aerospace sowie der Bauhaus Luftfahrt Thinktank, welcher 2005 von Liebherr-Aerospace, dem bayerischen Wirtschaftsministerium sowie Airbus ins Leben gerufen wurde.
Der Rüstungsboom, der bereits jetzt die bayerisch-schwäbische Wirtschaft verändert, wirkt sich auch bei Liebherr positiv auf die Unternehmensentwicklung – sichtbar etwa in den Geschäftszahlen – aus. Über die zivile Luftfahrt hinaus entwickelt das Unternehmen Technologien für die Verteidigungsindustrie und übernimmt darüber hinaus auch Instandsetzungsarbeiten für die Bundeswehr. So besichtigte der Wirtschaftsminister spezielle Werkstätten, die ausschließlich für die Reparatur militärischer Fluggerätekomponenten eingerichtet worden seien. Diese Infrastruktur, so hieß es beim Rundgang, solle eine verlässliche Einsatzbereitschaft der Waffensysteme garantieren und damit einen wesentlichen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit leisten.