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Elektrifizierung und Akku-Züge: Aus für die Dieselzüge in Schwaben
Bahnverkehr

Elektrifizierung und Akku-Züge: Aus für die Dieselzüge in Schwaben

In rund 15 Jahren fährt der letzte Dieselzug in Bayerisch-Schwaben. Dafür haben Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und DB-Konzernbevollmächtigten Heiko Büttner (sitzend vorne) den Planungsauftrag unterzeichnet. Foto: Bayerisches Verkehrsministerium
In rund 15 Jahren fährt der letzte Dieselzug in Bayerisch-Schwaben. Dafür haben Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und DB-Konzernbevollmächtigten Heiko Büttner (sitzend vorne) den Planungsauftrag unterzeichnet. Foto: Bayerisches Verkehrsministerium

Bis 2040 werden keine Dieselzüge mehr in Bayerisch-Schwaben unterwegs sein. Bayern hat die DB Infrago mit der Planung für die Elektrifizierung der Strecken beauftragt.

Nun ist es amtlich: Das Aus für die Dieselzüge in Schwaben und dem westlichen Oberbayern ist besiegelt. Am Donnerstag hat der Freistaat die DB Infrago AG beauftragt, den Ausbau der Infrastruktur zu planen. Insgesamt werden 103 Kilometer Bahnstrecken elektrifiziert. Bis 2040 sollen dann alle Züge elektrisch fahren. Doch nicht jede Strecke in Bayerisch-Schwaben wird eine Oberleitung bekommen. Auf den meisten Strecken werden Akku-Züge eingesetzt. Das ist günstiger und geht schneller.

Die Landrätin des Oberallgäus, Indra Baier-Müller ist erfreut, dass das Diesel-Ende naht und der Zugverkehr im Allgäu verbessert wird.

Elektrifizierung der Illertalbahn Neu-Ulm bis Oberstdorf

Ursprünglich sollte nur die Strecke zwischen Neu-Ulm und Kempten elektrifiziert werden. Inzwischen ist klar, dass die gesamte Illertalbahn von Neu-Ulm bis Oberstdorf eine Oberleitung bekommt. Davon profitiert laut Bayerns Verkehrsministerium auch der Fernverkehr.

Lesen Sie hier: Wie steht es um den Bahnverkehr im Allgäu?

Außerdem sollen Züge auf der Strecke Kempten-Oberstdorf schneller unterwegs sein. Sonthofen-Rieden bekommt einen neuen Haltepunkt und die Strecke zwischen Sonthofen und Sonthofen-Rieden wird zweigleisig ausgebaut. In Immenstadt wird etwa der Hochwasserschutz verbessert.

Ebenfalls eine Oberleitung bekommen sollen die Strecken
  • Augsburg-Hochzoll – Obergriesbach
  • Augsburg Hbf – Bobingen
  • Buchloe – Biessenhofen
  • Weilheim – Peißenberg

Im Rahmen ihrer Reaktivierung wird auch für die Staudenbahn von Gessertshausen nach Langenneufnach eine Oberleitung gebaut. Dafür läuft bereits das Planfeststellungsverfahren. Die Brenzbahn zwischen Ulm und Aalen wird ebenfalls elektrifiziert.

Akku-Züge: Günstiger und schneller umgesetzt

Doch nicht jede Strecke in Bayerisch-Schwaben wird eine Oberleitung bekommen. Auf den restlichen Strecken sollen Züge mit Akkus fahren. Dafür werden in Füssen und Krumbach Ladestationen gebaut. In Immenstadt entsteht ein Umrichtwerk zur Bahnstromversorgung.

Die Züge können streckenweise im Akkubetrieb und ohne Oberleitung fahren. Aufgeladen werden die Akkus während der Fahrt, wenn die Züge in anderen Abschnitten wieder mit einer Oberleitung verbunden werden, oder durch die Ladestationen. Dadurch muss nicht die gesamte Strecke mit Oberleitungen versehen werden – Bahn und Freistaat sparen sich Geld und Zeit.

Bayern geht nach Angaben des Verkehrsministeriums in Vorleistung und investiert 60 Millionen Euro in die Planungen. Insgesamt kosten die Pläne laut einem Gutachten des Freistaats rund 200 Millionen Euro. Bei einer Elektrifizierung kosten laut Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse ein Kilometer zwischen ein und zwei Millionen Euro.

Übersicht: Diese Strecken in Bayerisch-Schwaben bekommen Oberleitungen und Ladestationen für Akku-Züge. Foto: Bayerisches Verkehrsministerium
Übersicht: Diese Strecken in Bayerisch-Schwaben bekommen Oberleitungen und Ladestationen für Akku-Züge. Foto: Bayerisches Verkehrsministerium

Hier fahren Akku-Züge in Bayerisch-Schwaben

Innerhalb der nächsten zehn Jahre sollen dann auf folgenden Strecken Akku-Züge unterwegs sein, die barrierefrei und mit Neigetechnik ausgestattet sind:

  • RE 7 Augsburg – Lindau
  • RE 17 Augsburg – Oberstdorf
  • RE 70 München – Lindau
  • RE 76 München – Oberstdorf
  • RE 79 Augsburg – Kempten

Ebenfalls bis Mitte der 2030er fahren hier Akku-Züge, aber ohne Neigetechnik:

  • RB 14 Ingolstadt – Eichstätt Stadt
  • RB 67 Augsburg – Weilheim
  • RE 71 Augsburg – Memmingen
  • RE 73 Augsburg – Bad Wörishofen
  • RB 78 Günzburg – Mindelheim

Dieselzüge auf den folgenden Strecken werden voraussichtlich im Dezember 2040 durch Akku-Züge (ohne Neigetechnik) ersetzt:

  • RB 13 Augsburg – Ingolstadt
  • RB 67 Weilheim – Schongau
  • RB 68 München – Füssen
  • RB 69 Augsburg – Landsberg
  • RB 73 Kempten – Pfronten-Steinach
  • RB 77 Augsburg – Füssen
  • RB 94 Kempten – Hergatz (– Lindau)

Klimaziele 

„Wir erreichen nur dann unsere Klimaziele, wenn wir Güter und Menschen umweltfreundlich ans Ziel bringen“, bewertet Bayerns DB-Konzernbevollmächtigter Heiko Büttner die Planungen. Genau das verspreche die Umstellung auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge.

Die Landrätin des Oberallgäus, Indra Baier-Müller ist erfreut, dass das Diesel-Ende naht. „Die jetzt vereinbarten Maßnahmen sind für das Oberallgäu von großer Bedeutung und rücken nach Jahren intensiver Konzeptarbeit endlich in greifbare Nähe. Wir stehen kurz vor der Umsetzung wichtiger Verbesserungen im Schienenverkehr“, sagt Baier-Müller. Parallel entwickle der Landkreis Oberallgäu den Busverkehr weiter und stimme ihn auf die Bahn ab.

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