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„Vielfach bestimmen klassische Geschlechterklischees die Berufswahl“, erklärt Dr. Christian Fischer, stellvertretender Leiter berufliche Bildung bei der IHK Schwaben. In gewerblich-technischen Berufen sei in Bayerisch-Schwaben aktuell nur jede siebte Stelle mit einer Frau besetzt.
Der Girls‘ und Boys’ Day 2026 findet am 23. April statt.
In Bayerisch-Schwaben absolvieren aktuell rund 20.350 Menschen ihre duale Ausbildung, davon mehr als 9.000 in gewerblich-technischen Berufen wie der Elektro- und Metalltechnik oder der Physik. Von diesen 9.000 jungen Menschen sind laut Angaben der IHK Schwaben nur 14 Prozent weiblich. Grund hierfür ist nicht mangelndes Talent; Mädchen und Frauen bewerben sich laut Fischer schlicht nicht auf diese Positionen.
Unter den zehn häufigsten gewählten IHK-Berufen weiblicher Auszubildender sei kein einziger Teil der genannten Branche. Stattdessen würden sich die jungen Frauen für Berufsbilder wie Industriekauffrau und Verkäuferin entscheiden. Bei jungen Männern sei die Verteilung nach wie vor umgekehrt; sie tendieren zu Berufen wie Industriemechaniker und Fachinformatiker.
Wichtig zu erwähnen ist auch, dass es aktuell fast doppelt so viele männliche (13.350) wie weibliche Azubis (7.000) gibt.
„Es fehlt bei den jungen Leuten leider oft an dem Wissen, welche Möglichkeiten ihnen beim Berufseinstieg offenstehen“, so Fischer. Die Folge sei, dass sich junge Menschen bei der Bewerbung auf Berufe konzentrieren, die stereotypisch zu ihrem Geschlecht passen. Dort ist die Konkurrenz dadurch jedoch oft besonders hoch. Bekommen sie die Ausbildungsstelle nicht, entscheiden sich viele Mädchen und Jungs für andere Bildungswege oder betreten den Arbeitsmarkt gar nicht.
Der Girls‘ und Boys’ Day soll hier Abhilfe schaffen und Berufsorientierung jenseits von Klischees ermöglichen.
Bereits jetzt herrscht in Bayerisch-Schwaben und darüber hinaus ein akuter Fachkräftemangel, der sich in den nächsten Jahren voraussichtlich noch verschlimmern wird. Für Unternehmen sei es deshalb entscheidend, dass sie ihre Stellen mit den passenden Personen besetzen können – unabhängig vom Geschlecht der Bewerber. „Wir müssen uns daher dafür stark machen, dass junge Menschen den Weg in den Arbeitsmarkt finden, der optimal zu ihnen passt. Da stehen uns klassische Rollenvorstellungen oft noch im Weg“, schließt Fischer ab.