Interview

Harder Logistics Neu-Ulm: Gewinn trotz Krise dank Impfstoff-Logistik

Das Ulmer Unternehmen Harder Logistics bezeichnet sich selbst als Krisengewinner. Im Interview erklärt Marcello Danieli, Geschäftsführer von Harder Logistics, wie sein Unternehmen ein Jahr voller Extremen gemeistert hat und wie ein Logistikunternehmen klimapositiv wird.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Das Jahr 2020 war das beste Betriebsjahr in der Firmengeschichte. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Marcello Danieli: Das hervorragende Geschäftsergebnis war auch für mich – angesichts der Corona-Pandemie – alles andere als selbstverständlich. Den Erfolg verdanken wir unseren Mitarbeitern. Während der ersten Welle war unser Team uneingeschränkt bereit, fünfzehn Tage bezahlten Urlaub abzubauen, so dass wir keine Bugwelle an freien Tagen vor uns hergeschoben haben, als das Geschäft wieder anzog. Auch wir hatten in den ersten Monaten kaum Arbeit, da die Wirtschaft praktisch lahm lag. Aber gemeinsam ist es uns gelungen, die aufgestauten Aufträge effizient abzuarbeiten.

Das Geschäft schwankte jedoch laut Ihrer Aussage „zwischen zwei Extremen”. Welche zwei Extreme waren das?

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Die innerdeutschen Aufträge sind deutlich eingebrochen. Von dieser Situation hat sich die heimische Wirtschaft in unserem Segment bis jetzt nicht erholt. Im Gegensatz dazu entwickelt sich das weltweite Projektvolumen überdurchschnittlich. Dieser Trend hält auch aktuell an. Insbesondere aus der Pharmaindustrie erhalten wir internationale Aufträge. Beispiele dafür sind von uns aufgebaute Impfstofflinien und pharmazeutische Anlagen in den USA und Europa. Hier hilft unser Unterenehmen bei dem Umzug der Produktionsbetriebe. Mit speziellen Genehmigungen konnten wir diese systemrelevanten Projekte auch trotz zahlreicher Transporteinschränkungen realisieren.

Ihr Zugpferd ist demnach die Pharmazie. Darf man Sie also als Krisengewinner bezeichnen?

Ja, so fühlen wir uns. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation sind wir sehr dankbar dafür. Unser Ansatz einer möglichst breiten Diversifizierung sichert uns in der Zeit volatiler Rahmenbedingungen eine gute Auslastung. Damit versuchen wir konsequent, Branchen- und Kundenabhängigkeiten entgegenzuwirken. Dies ist unsere Philosophie, um nachhaltig zu expandieren.

Sie haben im Jahr 2020 die Klimaneutralität erreicht. Können Sie da 2021 noch einen draufsetzen? Was ist in Sachen Nachhaltigkeitsmanagement geplant?

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Unser Ziel war es, schon in diesem Jahr klimapositiv zu werden. Wir bedauern es, dieses Bestreben angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie verschieben zu müssen – aber die Sicherung von Arbeitsplätzen ging für uns vor. Wir haben unser Neubauprojekt, übrigens die größte Investition in unserer Unternehmensgeschichte, jetzt in drei Abschnitte aufgeteilt: Der erste ist der Bau einer vollautomatisierten Containerlagerhalle, die allerdings nicht zu dem Klimaziel beiträgt. Erst der zweite Bauabschnitt mit dem Aufbau von Photovoltaik und Erdwärme, dessen Planungen im Jahr 2022 beginnen, führt dann zur Klimapositivität.

Welche Rolle spielt Elektromobilität in Ihrem Unternehmen? Hat diese in der Logistik überhaupt eine Zukunft oder gibt es andere, umweltschonende Antriebstechnologien, die Sie hier sehen?

Wir treiben konsequent die Umstellung unserer PKW- und Flurförderfahrzeug-Flotte auf E-Mobilität voran. Viele unserer Fahrzeuge und Stapler werden schon elektrisch betrieben. Ebenso setzen wir diese Technik für Industriekräne ein. Unsere geräuscharmen Elektro-Außenaufzüge nutzen wir schon seit Jahren.

Für den LKW-Fernverkehr und Schwerlasttransporte sehe ich aktuell noch keinen Einsatz, weil die Batteriekapazitäten nicht die erforderlichen Leistungen für eine wirtschaftliche Nutzung erreichen. Die Forschungen im Bereich Wasserstoff und Brennstoffzellen sind vielversprechend. Wir beobachten diese intensiv. Doch ich erwarte, dass bis zur Marktreife solcher Alternativen noch etwa zehn Jahre vergehen werden.

Wo steht Ihr Unternehmen im Jahr 2025?

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2025 stehe ich nach heutiger Planung kurz vor der Übergabe meines Geschäftes an die nächste Generation. Schon heute stelle ich gemeinsam mit meinem Sohn Johannes Danieli die Weichen für die Zukunft des Unternehmens. Ein Interview im Jahr 2025 würden wir auch nicht mehr an unserem heutigen Firmensitz in der Max-Eyth-Straße in Neu-Ulm führen, sondern an unserem neuen Standort Gewerbegebiet Riffelbank in Neu-Ulm. Außerdem wünsche ich mir nichts mehr, als dass die Pandemie 2025 endgültig erledigt ist.

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Ihr Zugpferd ist demnach die Pharmazie. Darf man Sie also als Krisengewinner bezeichnen?

Ja, so fühlen wir uns. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation sind wir sehr dankbar dafür. Unser Ansatz einer möglichst breiten Diversifizierung sichert uns in der Zeit volatiler Rahmenbedingungen eine gute Auslastung. Damit versuchen wir konsequent, Branchen- und Kundenabhängigkeiten entgegenzuwirken. Dies ist unsere Philosophie, um nachhaltig zu expandieren.

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Für den LKW-Fernverkehr und Schwerlasttransporte sehe ich aktuell noch keinen Einsatz, weil die Batteriekapazitäten nicht die erforderlichen Leistungen für eine wirtschaftliche Nutzung erreichen. Die Forschungen im Bereich Wasserstoff und Brennstoffzellen sind vielversprechend. Wir beobachten diese intensiv. Doch ich erwarte, dass bis zur Marktreife solcher Alternativen noch etwa zehn Jahre vergehen werden.

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