Ostallgäuer Unternehmen

Interview: Deshalb setzt AGCO/Fendt auf den Dieselmotor

Es bräuchte „Batterien so groß wie ein Güterwagon“. Christoph Gröblinghoff, Vorsitzender der Geschäftsführung, über Elektromobilität bei Landmaschinen, das Coronajahr 2020 und seinen Wünsche an die großen Nahrungsmittelerzeuger.

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie hat sich Ihr Unternehmen bisher in der Krise geschlagen?

Christoph Gröblinghoff: Bisher hat die Krise unsere Branche kaum getroffen. Die in der Landwirtschaft erzeugten Nahrungsmittel sind für die Bevölkerung systemrelevant. Wir haben 2020 ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen und auch in diesem Jahr läuft unser Geschäft bisher sehr ordentlich.

Sie sind nun seit mehr als einem Jahr an der Spitze des Unternehmens. Wie sehr hat Corona Ihre ursprünglichen Pläne für das Unternehmen durchkreuzt?

Die Pandemie hat dazu geführt, dass ich gleich zum Antritt meiner neuen Position mehr Zeit und Aufmerksamkeit nach innen gerichtet habe. Normalerweise würde man sich zu Beginn sehr intensiv mit dem Unternehmen im Allgemeinen und seinem Management auseinandersetzen. Die Pandemie mit allen Auswirkungen hat dazu geführt, dass ich heute alle Prozesse kenne. Mein Vorteil ist, dass ich die Agrarbranche sehr gut kenne, einen starken Marketing- und Vertriebshintergrund habe und mich hier nicht erst einarbeiten musste.

Sie hatten aufgrund des Virus sogar für einen Monat die Montage aussetzen müssen. War das im Nachhinein die richtige Entscheidung?

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Das war die richtige Entscheidung. Wir mussten aufgrund fehlender Lieferteile aus Italien und Frankreich im April 2020 unsere Produktion aussetzen. In diesen Wochen konnten wir die Lieferketten wieder aufbauen und die Zeit nutzen, Hygienekonzepte zu erarbeiten. Neben Verhaltensregeln, Schutzmasken oder neuen Verpflegungskonzepten, haben wir das zwei-Schicht-System eingeführt. Nur so konnten wir den Produktionsmitarbeitern mehr Platz zum Abstand halten geben. Andere Mitarbeitende arbeiten bis zu 100 Prozent mobil.

E-Mobilität wird immer wichtiger. Ist das auch für den Traktorenmarkt ein interessantes Thema?

Ja und Nein. Wir selbst haben schon frühzeitig begonnen einen batterieelektrischen Traktor zu entwickeln, den Fendt e100 Vario. Dieser Traktor in der 100-PS-Klasse eignet sich für Arbeiten in Kommunen, im Weinberg, im Obstbau oder auf dem Hof. Elektrifizierung ist jedoch für größere Traktoren noch keine Option. Um Arbeitsgeräte wie Sämaschinen, Grubber oder Pflüge zu ziehen, braucht man höhere Leistungen – auch für den Dauereinsatz. Die Batterie dafür wäre so groß wie ein Güterwagon und die Ladezeit würde Tage dauern. Deshalb wird der Dieselmotor in der Landwirtschaft noch längere Zeit eingesetzt werden.

Wie sieht die Agrarbranche in zehn Jahren aus?

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Auf jeden Fall anders. Der Strukturwandel in Deutschland schreitet weiter fort. Damit verschwindet auch die Vielfältigkeit der Betriebe. Von den größeren Betrieben und auch vom Handel wünsche ich mir mehr Transparenz: wo wurde wann, wie und von wem mein gekauftes Lebensmittel produziert. Viele Verbraucher und auch ich möchten nachverfolgen und nachvollziehen können, was sie essen und trinken. Dafür braucht es die regionale, deutsche Landwirtschaft. Nur durch Transparenz in der Nahrungsmittelerzeugung kann Wertschätzung für ökologisch und konventionell erzeugte Lebensmittel entstehen.

Der Klimawandel wird uns dazu zwingen, grundsätzlich unser Verhalten zu ändern. Es ist ein gesellschaftlicher Auftrag, dem Klimawandel zu begegnen und Maßnahmen zu ergreifen, den CO2-Fußabdruck zu verringern. Da die Landwirtschaft ein Teil unserer Gesellschaft ist, muss sie genauso ihren Anteil übernehmen wie wir als Hersteller von landtechnischen Maschinen. Aus diesem Grund produzieren wir am Standort Marktoberdorf unsere Traktoren schon seit vielen Jahren mit 100 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie.

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Christoph Gröblinghoff: Bisher hat die Krise unsere Branche kaum getroffen. Die in der Landwirtschaft erzeugten Nahrungsmittel sind für die Bevölkerung systemrelevant. Wir haben 2020 ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen und auch in diesem Jahr läuft unser Geschäft bisher sehr ordentlich.

Sie sind nun seit mehr als einem Jahr an der Spitze des Unternehmens. Wie sehr hat Corona Ihre ursprünglichen Pläne für das Unternehmen durchkreuzt?

Die Pandemie hat dazu geführt, dass ich gleich zum Antritt meiner neuen Position mehr Zeit und Aufmerksamkeit nach innen gerichtet habe. Normalerweise würde man sich zu Beginn sehr intensiv mit dem Unternehmen im Allgemeinen und seinem Management auseinandersetzen. Die Pandemie mit allen Auswirkungen hat dazu geführt, dass ich heute alle Prozesse kenne. Mein Vorteil ist, dass ich die Agrarbranche sehr gut kenne, einen starken Marketing- und Vertriebshintergrund habe und mich hier nicht erst einarbeiten musste.

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E-Mobilität wird immer wichtiger. Ist das auch für den Traktorenmarkt ein interessantes Thema?

Ja und Nein. Wir selbst haben schon frühzeitig begonnen einen batterieelektrischen Traktor zu entwickeln, den Fendt e100 Vario. Dieser Traktor in der 100-PS-Klasse eignet sich für Arbeiten in Kommunen, im Weinberg, im Obstbau oder auf dem Hof. Elektrifizierung ist jedoch für größere Traktoren noch keine Option. Um Arbeitsgeräte wie Sämaschinen, Grubber oder Pflüge zu ziehen, braucht man höhere Leistungen – auch für den Dauereinsatz. Die Batterie dafür wäre so groß wie ein Güterwagon und die Ladezeit würde Tage dauern. Deshalb wird der Dieselmotor in der Landwirtschaft noch längere Zeit eingesetzt werden.

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Auf jeden Fall anders. Der Strukturwandel in Deutschland schreitet weiter fort. Damit verschwindet auch die Vielfältigkeit der Betriebe. Von den größeren Betrieben und auch vom Handel wünsche ich mir mehr Transparenz: wo wurde wann, wie und von wem mein gekauftes Lebensmittel produziert. Viele Verbraucher und auch ich möchten nachverfolgen und nachvollziehen können, was sie essen und trinken. Dafür braucht es die regionale, deutsche Landwirtschaft. Nur durch Transparenz in der Nahrungsmittelerzeugung kann Wertschätzung für ökologisch und konventionell erzeugte Lebensmittel entstehen.

Der Klimawandel wird uns dazu zwingen, grundsätzlich unser Verhalten zu ändern. Es ist ein gesellschaftlicher Auftrag, dem Klimawandel zu begegnen und Maßnahmen zu ergreifen, den CO2-Fußabdruck zu verringern. Da die Landwirtschaft ein Teil unserer Gesellschaft ist, muss sie genauso ihren Anteil übernehmen wie wir als Hersteller von landtechnischen Maschinen. Aus diesem Grund produzieren wir am Standort Marktoberdorf unsere Traktoren schon seit vielen Jahren mit 100 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie.

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