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30-Millionen-Euro-Heizkraftwerk von e-con bringt regenerative Wärme ins Unterallgäu
Energiewende

30-Millionen-Euro-Heizkraftwerk von e-con bringt regenerative Wärme ins Unterallgäu

<p>Startschuss für das neue Heizwerk Memmingen-Benningen, von links: Markus Schmidt (Beirat GT Hub), Andreas Müller (Geschäftsführer Alois Müller Gruppe), Projektleiter Enrico Lagoda und Vorstand Peter Waizenegger (beide e-con AG), Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche, Benningens Bürgermeister Martin Osterrieder, die Abgeordneten Klaus Holetschek (Landtag) und Forian Dorn (Bundestag) sowie Memmingens Oberbürgermeister Jan Rothenbacher Foto: Ingo Jensen / e-con<br></p>

Startschuss für das neue Heizwerk Memmingen-Benningen, von links: Markus Schmidt (Beirat GT Hub), Andreas Müller (Geschäftsführer Alois Müller Gruppe), Projektleiter Enrico Lagoda und Vorstand Peter Waizenegger (beide e-con AG), Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche, Benningens Bürgermeister Martin Osterrieder, die Abgeordneten Klaus Holetschek (Landtag) und Forian Dorn (Bundestag) sowie Memmingens Oberbürgermeister Jan Rothenbacher Foto: Ingo Jensen / e-con

Die e-con AG hat in Benningen ein neues Heizkraftwerk für Fernwärme in Betrieb genommen. Das 30-Millionen-Euro-Projekt soll künftig Haushalte und Unternehmen der Region versorgen.

Bereits im August 2022 nahm das Projekt mit dem Namen „Regenerative Wärmeversorgung Memmingen Süd und Benningen“ erste Züge an, nun ist es startklar: Nach etwa zweijähriger Bauzeit sind das neue Heizkraftwerk sowie die angeschlossenen Verteilnetze in Betrieb. Die Anlage werde künftig Privathaushalte, kommunale Einrichtungen sowie Industrieunternehmen mit aus erneuerbaren Quellen gewonnener Energie versorgen.

Die e-con AG habe für das Projekt über 30 Millionen Euro investiert.

Wärmeversorgung für bis zu 3.700 Haushalte

In der jetzt abgeschlossenen ersten Ausbaustufe liefere die Anlage in Benningen jährlich bis zu 30.000 Megawattstunden Wärme, was rechnerisch den Bedarf von etwa 3.700 Haushalten decke. Den Kern der Anlage bildet dabei ein 13 Meter hoher Hackschnitzelkessel mit einer Leistung von 5.000 Kilowatt. In Zukunft soll das System aber auch noch um eine Großwärmepumpe mit 1.500 Kilowatt sowie eine Power-to-Heat-Anlage mit 1.000 Kilowatt ergänzt werden, deren Strombedarf ein 25-Megawatt-Solarpark am Memminger Flughafen abdeckt. Erreicht das Kraftwerk im Endausbau die geplante Gesamtkapazität von 50 Megawatt, ließen sich laut Berechnungen jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Erdgas sowie 6.000 Tonnen CO₂ einsparen.

Parallel zum Kraftwerksbetrieb soll das Leitungsnetz kontinuierlich wachsen: Zu den bisher verlegten vier Trassenkilometern kommen zwischen März und Oktober 2026 weitere 1,8 Kilometer im Bereich der Memminger Alpen- und Oberbrühlstraße hinzu, um sukzessive zusätzliche Privathaushalte, Gewerbebetriebe und kommunale Gebäude anzuschließen.

Ein Prototyp, „wie in Deutschland die Wärmewende gelingen kann“

Für die Gemeinde Benningen, deren Verteilnetz vollständig in kommunaler Trägerschaft bleibt, markiere der Bau eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre. Gleichzeitig weist das Vorhaben eine weitreichende überregionale Relevanz auf: Als eines der bundesweit ersten Projekte wird es mit 11,2 Millionen Euro aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze bezuschusst. Diese Vorbildfunktion unterstrich Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche anlässlich der Inbetriebnahme: „Das Fernwärmenetz und das Heizwerk Memmingen-Benningen stehen prototypisch dafür, wie in Deutschland die Wärmewende gelingen kann. Sie sind ein Musterbeispiel dafür, wie technologieoffene Fernwärmenetze mit durchdachten Konzepten regional wirtschaftlich umgesetzt werden können. Dazu möchte ich allen Beteiligten sehr herzlich gratulieren.“

Hohe Beteiligung regionaler Unternehmen

Realisiert wurde das Projekt durch ein Netzwerk regionaler Unternehmen unter Federführung von e-con und deren Mutterkonzern, der Alois Müller Gruppe. Die Mokrani Systembau GmbH und die Unglehrt GmbH & Co. KG waren für die Planung und Errichtung des Kraftwerksgebäudes verantwortlich. Sie stellten den Beton-Rohbau trotz hoher Grundwasserstände pünktlich zum Richtfest im Dezember 2024 fertig. Die Max Wild GmbH, die Josef Hebel GmbH & Co. KG sowie die Kutter GmbH & Co. KG übernahmen hingegen die Tiefbauarbeiten des Trassennetzes.

Auch auf Abnehmerseite bindet das Heizkraftwerk lokale Industriebetriebe als Partner ein. Sowohl die Rohde & Schwarz Messgerätebau GmbH als auch die Magnet-Schultz GmbH & Co. KG haben an ihren Memminger Standorten die Energieversorgung auf die neue Anlage umgestellt.

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