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Die anhaltend angespannte Wirtschaftslage hat den Allgäuer Arbeitsmarkt 2025 spürbar belastet und zu steigender Arbeitslosigkeit geführt. Gleichzeitig zeigt sich die Region innerhalb Bayerns und Deutschlands weiterhin vergleichsweise robust.
Die Agenturleiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, Maria Amtmann, bilanziert: „2025 setzte sich die wirtschaftliche Schwächephase fort und beeinträchtigte zunehmend den Allgäuer Arbeitsmarkt.“ Neben geopolitischen Krisen, die sich besonders auf den Export negativ ausgewirkt hätten, würden auch Strukturwandel und Konkurrenz ausländischer Industrien die heimischen Unternehmen belasten. Hinzugekommen sei eine gedämpfte Konsumlaune, die insbesondere den Handel getroffen habe. Unternehmen hätten mit zurückhaltenden Einstellungen, Personalabbau und verstärkter Nutzung von Kurzarbeit reagiert, um Entlassungen zu vermeiden. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg im Jahresdurchschnitt auf 3,1 Prozent, 0,2 Prozentpunkte mehr als 2024, liege aber weiterhin in einem Bereich, der nahe an einer Vollbeschäftigung interpretiert werde.
Im Jahresdurchschnitt waren 2025 im Agenturbezirk Kempten-Memmingen 12.411 Menschen arbeitslos gemeldet – rund 800 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit war dabei bis zum Sommer deutlich höher als in der zweiten Jahreshälfte. Dieser Anstieg hat sich ausschließlich im Bereich der Agentur für Arbeit (SGB III) vollzogen, wo durchschnittlich 7.700 Menschen arbeitslos registriert waren, etwa 1.000 mehr als 2024. Im Bereich der Jobcenter (SGB II) sank die Zahl der Arbeitslosen leicht, auf etwa 4.700 Personen. Hintergrund sei insbesondere die zunehmende Erwerbstätigkeit Geflüchteter, vor allem aus der Ukraine und weiteren Asylherkunftsländern, wodurch auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften auf rund 8.600 zurückging. Alle Personengruppen waren vom Anstieg betroffen, am stärksten junge Menschen unter 25 Jahren mit einem Plus von 16 Prozent zum Vorjahr. Amtmann stellt fest: „Für junge Menschen ist es aktuell schwerer geworden, nach Ausbildung oder Studium direkt in eine Arbeit einzumünden“, betont aber zugleich: „Nichtsdestotrotz sind bei ausreichender Flexibilität und Mobilität die Chancen auf einen Arbeitsplatz für qualifizierte junge Menschen weiterhin gut.“
Zum 30. Juni 2025 betrug die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk 293.383 Personen, ein leichtes Plus von 848 Beschäftigten oder 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Zuwachs beruhte vollständig auf Teilzeitbeschäftigung, während Vollzeitstellen zurückgingen. Den Anstieg trugen ausschließlich Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit, deren Zahl um 1.838 zunahm; bei deutschen Beschäftigten war ein Rückgang um 990 Personen zu verzeichnen. Nach Branchen verzeichneten sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen sowie Heime und Sozialwesen die größten Zuwächse, während das Verarbeitende Gewerbe und die Arbeitnehmerüberlassung deutliche Rückgänge meldeten, unter anderem bedingt durch die Krise der Automobilindustrie. Der durchschnittliche Bestand gemeldeter offener Stellen lag 2025 bei 6.405, rund 500 weniger als im Vorjahr, während der Stellenzugang mit 14.364 Meldungen um fast 2.400 über dem Vorjahreswert lag.
Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit habe 2025 deutlich zugenommen. Im Juni 2025 nutzten 95 Unternehmen mit fast 2.750 Mitarbeitenden Kurzarbeit, 2024 waren es noch 70 Betriebe mit rund 2.300 Beschäftigten. Betroffen waren überwiegend Verarbeitendes Gewerbe, Maschinenbau und die Metallverarbeitung. Die Ausgaben für konjunkturelles Kurzarbeitergeld stiegen somit auf fast 12,6 Millionen Euro (Vorjahr: knapp 8 Millionen Euro). Das Insolvenzgeld summierte sich auf knapp 8,8 Millionen Euro und lag damit etwas über 2 Millionen Euro höher als im Vorjahr. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert für 2026 ein leichtes Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von 0,3 Prozent und einen möglichen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 3,0 Prozent. Amtmann betont: „Gefragt sind jetzt Innovation, Transformation und Flexibilität – auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite.“