44 Handwerks-Praktika in 150 Tagen

Rekordpraktikanten machen Station bei bendl in Günzburg

Stefan Wiedemann mit den beiden Rekordpraktikanten auf der Baustelle am Guntia-Park. Foto: HWK Schwaben
Dem Fachkräftemangel entgegenwirken und so viele Berufe wie möglich vorstellen: Beim Roadtrip quer durch Deutschland lernen Charlotte und Marvin zahlreiche Handwerksberufe kennen. In Schwaben sahen sich die Rekordpraktikanten an, was Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer sowie Baugeräteführer können müssen.

Nach 39 Stationen kamen die beiden Jugendlichen im schwäbischen Günzburg bei bendl an. Seit dem Start der Aktion am 1. August  2017 haben sie bereits 41 der insgesamt 134 Handwerksberufe kennengelernt. 44 Praktika in 150 Tagen absolvieren Charlotte und Marvin insgesamt. Dafür legen sie rund 5.800 Kilometer zurück und teilen ihre Erfahrungen und Eindrücke auf sozialen Plattformen.

„Eine solide Facharbeiterbasis ist unverzichtbar für das Handwerk“

Beim Bauunternehmen bendl konnten die Rekordpraktikanten einer Kanalsanierungs-Einheit, Maurern, Beton- und Stahlbetonbauern sowie einem Baugeräteführer über die Schulter schauen. Stefan Wiedemann, geschäftsführender Geschäftsführer der Bendl GmbH & Co. KG ,freut sich über das Interesse an diesen Handwerksberufen: „Wir haben sofort Ja gesagt, als die Anfrage für die Aktion ‚Rekordpraktikanten‘ kam. Wenn es um Nachwuchswerbung geht, dann sind wir immer dabei. Eine solide Facharbeiterbasis ist unverzichtbar für das Handwerk und wir müssen sehr aktiv sein, damit uns diese nicht wegbricht.“

„In unserer Branche hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten“

In den ersten eineinhalb Tagen ging es unter anderem auf eine Baustelle bei der Universität in Ulm. Charlotte und Marvin  sahen zudem alte Handwerkstechniken bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes und legten bei der Baustelle am Guntia-Park mitten in Günzburg mit Hand an. Begeistert waren die Jugendlichen auch von der Arbeitsatmosphäre auf den jeweiligen Baustellen und wie viel Technik zum Einsatz kam. „In unserer Branche hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Digital gesteuerte Bagger, Kameras mit GPS-Technik, Erdscanner und Tablets gehören inzwischen zum Standard“, so Stefan Wiedemann.

„Im Handwerk gibt es viel zu entdecken“

Dass die beiden Rekordpraktikanten ihre Erfahrungen auf Facebook und Instagram posten, begrüßt Wiedemann: „So erfahren auch andere Jugendliche, was im Handwerk geboten ist.“ Diese Ansicht teilt auch Susanne Sylvester, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit bei der Handwerkskammer für Schwaben (HWK): „Im Handwerk gibt es viel zu entdecken und zu erleben. Praktika sind dafür ideal.“ Etwa alle drei Tage ist das Team an einem anderen Ort in einem neuen Betrieb und lernen das Handwerk in seinen unterschiedlichen Facetten kennen. Ein ähnliches Projekt findet mit der sogenannten Jobchallenge derzeit auch im Allgäu statt.

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