Umwelt

Landkreis Günzburg startet Kaffeebecher-Pfand-System RECUP

Seinen Kaffee im Pappbecher To-Go zu trinken verursacht viel Müll. Dem möchte der Landkreis nun entgegen wirken. Erste Betriebe machen bereits mit.

Kaffee unterwegs im Einwegbecher zu konsumieren ist für viele eine bequeme und zeitsparende Alternative. Durch eine Kunststoffschicht im Inneren können die Pappbecher jedoch nicht wiederverwertet werden sondern nur verbrannt. Auch die Produktion der Becher ist aufwendig. Dagegen möchte der Landkreis Günzburg nun etwas unternehmen.

Kostenlose Grundausstattung für die ersten zehn Betriebe

Um Interessenten aus der Gastronomie und der Lebensmittelbranche für die Idee zu gewinnen, mit Pfand-Bechern Einwegbecher zu vermeiden, macht der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Günzburg ein Angebot: „Die ersten zehn Betriebe, die beim Pfand-System dabei sind, bekommen die Becher-Grundausstattung gestellt,“ kündigte Anton Fink, der Leiter des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs an. Drei Betriebe verwenden bereits die Becher von RECUP: Café Herzdame und Bäckerei Morlock in Günzburg sowie Bäckerei Hurler in Leinheim.

Pappbecher: 15 Minuten bis zum Mülleimer

Um möglichst viele Betreiber zu erreichen, informieren und Mitmachen zu begeistern, fand vor Kurzem für alle Interessierten aus dem Landkreis ein „runder Tisch“ statt. „Bei der Plastiktüte aus dem Supermarkt, die zirka 25 Minuten nach dem einfachen Gebrauch im Müll landet, besteht bereits Verständnis, dass dies nicht im Sinne der Umwelt und des Klimas sein kann. Der Einweg-Kaffeebecher ist bereits nach etwa 15 Minuten ausgetrunken und weggeworfen“, berichtet der Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Oliver Tuschinski. Das Problem: deutschlandweit werden jährlich für die Produktion der Einwegbecher 43.000 Bäume gefällt, 1,5 Milliarden Liter Wasser verbraucht, 111.000 Tonnen CO2 ausgestoßen und 40.000 Tonnen Abfall produziert. Nicht eingerechnet Kunststoffdeckel und Rührstäbchen.

Das Konzept findet bayernweit Anklang

Die Kampagne „Dein Becher kommt mit!“ stellt Bürgern und Betreibern Praxis-Alternativen zu Einwegbechern vor. Das Becher-Pfandsystem der Partnerfirma des Landkreises, RECUP, gewinnt bayernweit immer mehr Teilnehmer. Auch in Augsburg und dem Unterallgäu kommen die Becher zum Einsatz. Grundidee ist ein Kreislauf-System. In den beteiligten Cafés, Bäckereien oder Tankstellen kann der recyclebare Becher gegen Zahlung von einem Euro Pfand mitgenommen werden. Anschließend kann der Becher auch bei einem anderen Teilnehmer mit Ausbezahlung des Pfandbetrags zurückgegeben werden.

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