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Weniger Zivilgeschäft, mehr Rüstung: Renk verkauft Gleitlagersparte
Rüstungsboom

Weniger Zivilgeschäft, mehr Rüstung: Renk verkauft Gleitlagersparte

Renk-CEO Alexander Sagel. Foto: Renk
Renk-CEO Alexander Sagel. Foto: Renk

Der Antriebsspezialist verkauft sein Werk in Hannover an den österreichischen Technologiekonzern Miba. Was das für den Rest des Zivilgeschäfts bedeutet.

Die Renk Group AG veräußert ihre Gleitlagersparte an die österreichische Miba AG. Durch die Abspaltung zieht sich das Augsburger Unternehmen weiter aus dem zivilen Markt zurück, um sich künftig noch konsequenter auf das profitable Rüstungsgeschäft zu konzentrieren. Erst kürzlich hatte der Konzern zur Stärkung des eigenen Marinesegments den britischen U-Boot-Spezialisten David Brown Defence übernommen.

Käufer übernimmt ziviles Industriegeschäft

Die veräußerte Sparte in Hannover fertigt standardisierte Gleitlager für industrielle Anwendungen wie Elektromotoren, Pumpen oder Generatoren. Der Bereich firmiert bereits seit Herbst 2025 als eigenständige Gesellschaft. Das übernehmende Technologieunternehmen aus Österreich ist als Zulieferer ebenfalls auf derartige Komponenten spezialisiert. Miba-Vorstandsvorsitzender F. Peter Mitterbauer betonte, dass man durch den Zukauf das Fachwissen beider Firmen bündeln wolle. Ziel sei es, verstärkt Produkte für die Elektrifizierung sowie die Einspeisung erneuerbarer Energien in Stromnetze anzubieten. Über den Kaufpreis sei zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart worden. Der Abschluss stehe zudem noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Freigaben.

Umsatzanteil der Rüstungssparte soll massiv steigen

Renk sieht in dem Verkauf einen wichtigen Baustein zur Umsetzung der Ende 2025 kommunizierten Unternehmensstrategie. Nach einem Rekord-Jahresauftakt will der Konzern bis 2030 den Umsatzanteil der militärischen Sparte auf rund 90 Prozent des Gesamterlöses ausbauen. Durch die Transaktion würden nun Kapazitäten und Kapital frei, um diese gezielter in militärische Märkte zu lenken. CEO Alexander Sagel, der im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung erst ein höheres Tempo innerhalb der europäischen Rüstungsindustrie gefordert hatte, ordnet den Schritt wie folgt ein: „Mit dem Verkauf des Gleitlagergeschäfts setzen wir unsere Sektorenstrategie wie angekündigt um, indem wir unseren strategischen Fokus noch konsequenter auf das Defense-Geschäft ausrichten.“

Keine Auswirkungen auf restliches Zivilgeschäft

Das verbleibende zivile Geschäft innerhalb der Division für Marine sowie Industrie bleibe von dem Schritt unberührt. Dieser Bereich sei produktionstechnisch eng mit der Rüstungssparte verzahnt und biete weiterhin attraktive Wachstumsperspektiven, etwa in der Energieinfrastruktur. Aufgrund der Abspaltung der Hannoveraner Gesellschaft passt die Renk Group jedoch die eigene Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 an, da die Gleitlagersparte fortan bilanziell als nicht fortgeführter Bereich ausgewiesen werde. Für die verbleibenden Kernsparten erwarte das Management jetzt einen Jahresumsatz von rund 1,4 Milliarden Euro bei einem bereinigten operativen Gewinn zwischen 240 und 255 Millionen Euro.

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