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Rund vier Monate nach der Vertragsunterzeichnung hat Renk den Zukauf vollzogen. Beide Seiten hatten den Vertrag am 3. Juli 2026 in London unterschrieben, zuletzt fehlten nur noch die behördlichen Genehmigungen. Diese liegen nun vor. Damit beginnt für die Augsburger die Integration eines Standorts mit rund 530 Mitarbeitenden.
Mit dem Abschluss legt Renk fest, welche Rolle der neue Standort in der Gruppe spielen soll. David Brown Defence firmiert ab sofort als Renk UK Huddersfield und wird zum Kompetenzzentrum für U-Boot-Antriebssysteme. Geräusch- und vibrationsarme Antriebe für U-Boote sind laut Unternehmen erstmals Teil des Renk-Portfolios. Hinzu kommen Hauptantriebe für Marineschiffe sowie Antriebseinheiten und Getriebe für Rad- und Kettenfahrzeuge.
Renk-Chef Dr. Alexander Sagel richtet zugleich ein klares Signal an die britischen Kunden. „Als europäischer Partner bekennen wir uns zum Standort Huddersfield und zur britischen Verteidigungsindustrie“, sagt der CEO der Renk Group AG. DBD-Chef Mike Helme verweist auf die nach seinen Worten mehr als 100-jährige Engineering-Tradition des Unternehmens.
Konkreter als im Sommer nennt Renk nun auch die Programme, auf die der Konzern setzt. Im Mittelpunkt steht die Marineplattform Global Combat Ship (Type 26), an deren Umsetzung Renk künftig mitarbeitet. Der Konzern sieht darin langfristiges Potenzial im Programmgeschäft und im Aftermarket, also bei Service und Ersatzteilen. Nach eigenen Angaben erhält Renk Zugang zu langfristigen Marineprogrammen in Großbritannien, Kanada, Norwegen und Australien.
Bei den Landsystemen kommen die britischen Fahrzeugprogramme Challenger 2, Challenger 3 und Boxer hinzu. Sagel spricht von einer besonderen Verpflichtung: Man übernehme „zugleich Verantwortung für kritische Verteidigungsprogramme und die dahinterstehenden Kunden“. Diese Kunden könnten sich darauf verlassen, dass Renk zuverlässig liefere.
Für die Jahre 2026 bis 2030 beziffert Renk das Volumen von David Brown Defence auf über 700 Millionen Pfund. Laut Mitteilung umfasst diese Summe allerdings sowohl den Auftragsbestand als auch die Pipeline, also erwartete, aber noch nicht fest vergebene Geschäfte. Wie sich beides aufteilt, sagt das Unternehmen nicht. Auch der Kaufpreis bleibt weiterhin geheim.
Synergien erwartet Renk, weil beide Unternehmen künftig Fertigungskapazitäten gemeinsam nutzen und bei Einkauf, Entwicklung und Marktzugang zusammenarbeiten sollen. Beraten wurde der Augsburger Konzern von Barclays in Finanzfragen und von Linklaters in Rechtsfragen.