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Die Renk Group AG zeigt auf der Marinemesse Euronaval 2026 in Paris zum ersten Mal maritime Produkte aus seiner Innovationsagenda „NextGen Mobility“. Das Rüstungsunternehmen konzentriert sich dabei auf zwei Bereiche: Antriebe für mittelgroße unbemannte Überwasserfahrzeuge und Technik für den Einsatz unter Wasser. In letzteren Bereich fällt auch ein neuer Auftrag der Tochterfirma Renk Magnet-Motor GmbH: Sie wurde von dem Technologiekonzern Saab mit dem U-Boot-Programm eines Nato-Staates beauftragt.
Erst kürzlich hat Renk das Marinesegment durch die Übernahme des britischen U-Boot-Getriebespezialisten David Brown Defence erweitert. Der Kauf soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Mittelgroße unbemannte Überwasserfahrzeuge werden in der Fachsprache Medium-Sized Unmanned Surface Vessels, kurz MUSV genannt. Sie können wochenlang auf See bleiben und Aufgaben übernehmen, ohne dass Soldatinnen und Soldaten an Bord sind. Renk will sich seit diesem Jahr als Zulieferer für solche Plattformen etablieren: Seit April 2026 liefert das Unternehmen elektrische Maschinen, Kupplungen und Getriebe für das unbemannte Schiffsprogramm eines Nato-Landes. Eine zentrale Rolle spielt das Schiffsgetriebe Renk T2RECS. Es sei für Leistungen zwischen 500 und 5.000 kW ausgelegt und ermögliche aufgrund weniger Bauteile bis zu 90 Tage ohne Wartung oder menschliches Eingreifen.
Nach Angaben des Unternehmens nutzen mehr als 40 Marinen weltweit Antriebe von Renk. Das Geschäft unter Wasser wächst: Renk Magnet-Motor soll für Saab drei Stirling-Systeme zur Stromerzeugung bauen. Der schwedische Konzern hat damit schon zum dritten Mal einen größeren Auftrag an die Renk-Tochter vergeben. Die bestellte Technik sei bereits jetzt in einer U-Boot-Klasse eines NATO-Staates verbaut, später soll sie auch in weiteren Klassen eingesetzt werden.
Laut Dr. Georg von Witzleben, CEO des Segments Marine & Industry der Renk Group, sind sichere Schifffahrtsrouten sowohl für die Verteidigung als auch für den Welthandel entscheidend. „Sie zu schützen, erfordert leistungsfähige und jederzeit einsatzbereite Seestreitkräfte“, erklärt er. Gleichzeitig gewinnen unbemannte Systeme und neue Fähigkeiten unter Wasser in modernen Flotten immer mehr an Bedeutung. Dies gilt auch zu Land, wie die Panzer-Kooperation zwischen Renk und Patria erahnen lässt.