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Renk kauft britische David Brown Defence
Marinegeschäft

Renk kauft britische David Brown Defence

<strong>Renk-CEO Alexander Sagel (r.) und Karthik Achar, Partner bei Stellex Capital Management, haben in London den Vertrag unterzeichnet. Renk kauft das britische Rüstungsunternehmen David Brown Defence. Foto: Anne Kaiser / Renk</strong>
Renk-CEO Alexander Sagel (r.) und Karthik Achar, Partner bei Stellex Capital Management, haben in London den Vertrag unterzeichnet. Renk kauft das britische Rüstungsunternehmen David Brown Defence. Foto: Anne Kaiser / Renk

Der Augsburger Rüstungskonzern Renk kauft den U-Boot-Spezialisten David Brown Defence aus Großbritannien. Damit erweitert Renk sein Marine-Segment und will sich weitere Märkte sichern.

Der Augsburger Rüstungskonzern Renk erweitert sein Portfolio im Marinebereich und kauft die britische David Brown Defence. David Brown Defence ist auf hochpräzise Getriebe für den Marine- und Landverteidigungssektor spezialisiert, vor allem im Bereich U-Boote.

Bisher gehörte David Brown Defence zur der Private-Equity Gesellschaft Stellex Capital Management LLC. Der Kauf erfolgt über Anteile an der DB Defence Holdco SARL. Über den Preis und die Konditionen wollen sich beide Seiten nicht äußern.

Das bedeutet David Brown Defence für Renk

David Brown Defence mit Sitz in Huddersfield (Großbritannien) hat 530 Mitarbeitende und ist für sein Know-how für geräusch- und vibrationsarme U-Boot-Getriebe bekannt. Neben dem U-Boot-Segment ist David Brown Defence auch in den Segmenten Marine Surface, also über Wasser, und im Landbereich tätig. Im Landbereich erweitert so etwa der britische Kampfpanzer Challenger 2 das Panzer-Portfolio von Renk.

Zu den bedeutendsten Kunden von David Brown Defence zählen die britische, australische und kanadische Marine. Renk erwartet demnach, dass der Kauf in den nächsten Jahren Zugang zu Marineprogrammen der sogenannten Five-Eyes-Länder USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien, einschließlich der Geschäftsmöglichkeiten im Aftermarket-Bereich, ermöglicht. David Brown Defence hat bis 2030 einen gesicherten Auftragsbestand von 700 Millionen britischen Pfund.

Zudem erweitert Renk durch den Zukauf das eigene Produktportfolio im Marinebereich. Renk liefert bereits unter anderem Schiffsgetriebe und Hybrid- oder Elektroantriebe, sowohl für die zivile Schifffahrt als auch für die Marine. So hat Renk dieses Frühjahr einen Auftrag für Getriebe für unbemannte NATO‑Schiffe bekommen. Durch David Brown Defence steigt Renk jetzt auch in U-Boot-Anwendungen ein.

Renk bezeichnet den Kauf von David Brown Defence als „strategisch wichtige Ergänzung“ des bestehenden Portfolios im Marinebereich. Auf der Renk-Hauptversammlung Anfang Juni hatte CEO Alexander Sagel bereits angekündigt, dass Renk in der Rüstungsindustrie neue Produktsegmente erschließen und Unternehmen zukaufen wolle. „Mit der Übernahme von David Brown Defence setzen wir unsere Strategie zur Festigung unserer Führungsposition im Verteidigungssektor durch gezielte M&A-Aktivitäten fort“, sagt Sagel nun. Renk hofft zudem durch den Kauf, Synergien auf operativer und technologischer Ebene zu erschließen. Der Kauf soll Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Behörden müssen noch zustimmen.

Entwicklung von Renk

2025 hatte Renk von steigender Nachfrage im Marinebereich profitiert. Im vergangenen Jahr war der Umsatz im Segment Marine & Industry um 15,3 Prozent auf 380 Millionen Euro gewachsen, das bereinigte EBIT auf 45 Millionen Euro. Zudem hatte Renk vergangenes Jahr das US-Unternehmen Cincinnati Gearing Systems Inc. gekauft, das unter Renk America Marine & Industry LLC firmiert. Damit will Renk seinen Zugang zum US-Marinegeschäft stärken.

Insgesamt befindet sich Renk auf Wachstumskurs. 2026 hatte der Augsburger Rüstungskonzern eigenen Aussagen zufolge den besten Jahresauftakt in der Unternehmensgeschichte. Bis 2030 soll der Konzernumsatz, ohne Zukäufe, auf 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro steigen. Das Rüstungsgeschäft soll daran einen Anteil von bis zu 90 Prozent haben. 

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