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Der Auftragseingang der Renk Group ist im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29,7 Prozent von 921,2 Millionen auf rund 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Allein im zweiten Quartal verbuchte das Unternehmen Aufträge über 612,8 Millionen Euro – nach Unternehmensangaben der höchste Wert, den Renk bislang in einem Einzelquartal erzielt hat.
Das Book-to-Bill-Verhältnis erhöhte sich von 1,5 auf 1,9. Der Auftragsbestand erreichte mit 7,4 Milliarden Euro ebenfalls einen neuen Höchststand. Ende 2025 hatte er noch bei 6,7 Milliarden Euro gelegen. Der Umsatz legte im ersten Halbjahr um 2,7 Prozent auf 637,2 Millionen Euro zu. Das bereinigte EBIT wuchs mit 10,1 Prozent deutlich stärker und erreichte 98,2 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich entsprechend um einen Prozentpunkt auf 15,4 Prozent.
Renk führt die Ergebnisverbesserung vor allem auf Skaleneffekte im Bereich Vehicle Mobility Solutions (VMS) sowie Effizienzgewinne aus dem im September 2025 eingeführten modularen Produktionskonzept zurück. Gleichzeitig erweitert das Unternehmen seine Kapazitäten an den Standorten Augsburg und Rheine.
Größter Wachstumstreiber bleibt die Division Vehicle Mobility Solutions. Hier erhöhte sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr um 42,6 Prozent auf 970,4 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 7,6 Prozent auf 418,6 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT verbesserte sich um 20,5 Prozent auf 80,3 Millionen Euro, die Marge von 17,1 auf 19,2 Prozent.
Zu den wichtigen Neuaufträgen zählt die Verlängerung eines Rahmenvertrags mit Rheinmetall für das Programm KF41 Lynx. Renk soll dafür Getriebe und Seitenvorgelege im Wert von rund 270 Millionen Euro liefern, darin enthalten sind Optionen über 63 Millionen Euro.
Renk America erhielt zudem einen Folgeauftrag der U.S. Army im Rahmen des fünfjährigen THOR-IV-Vertrags für das Getriebe HMPT 800. Die vierte Vergabe dieser Serie hat ein mögliches Gesamtvolumen von bis zu 691 Millionen US-Dollar. Rund 121 Millionen Euro davon wurden im zweiten Quartal entsprechend den vertraglichen Mindestabnahmemengen als Auftragseingang erfasst.
Hinzu kamen erste Serienaufträge für Antriebssysteme des gepanzerten Kettenfahrzeugs Patria TRACKX. Auch das Service- und Ersatzteilgeschäft in Deutschland, Europa und den USA blieb laut Renk auf hohem Niveau.
Die Division Marine & Industry verzeichnete im ersten Halbjahr einen Auftragseingang von 164,4 Millionen Euro und damit 9,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Im zweiten Quartal zog das Neugeschäft allerdings deutlich an. Treiber waren Aufträge aus mehreren internationalen Fregattenprogrammen.
Die schwache Industriekonjunktur belastete dagegen weiterhin das Industriegeschäft. Der Umsatz der Division sank um 6,1 Prozent auf 165,1 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT ging von 18,8 Millionen auf 16,3 Millionen Euro zurück.
Auch die Division Slide Bearings bekam das schwache industrielle Umfeld zu spüren. Der Umsatz sank um 4,4 Prozent auf 59,9 Millionen Euro, das bereinigte EBIT von 10,4 Millionen auf 7,5 Millionen Euro. Neben der Konjunktur belasteten laut Renk höhere US-Zölle das Ergebnis.
Parallel zum organischen Wachstum verfolgt Renk seine M&A-Strategie weiter. Mit der vereinbarten Übernahme von David Brown Defence will der Konzern sein Portfolio erweitern und seine Position in strategisch wichtigen Märkten stärken. Im Fokus stehen insbesondere die sogenannten Five-Eyes-Staaten USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland.
Durch die Akquisition erhält Renk nach eigenen Angaben zudem Zugang zu wichtigen Marineprogrammen. Dazu gehört das Global Combat Ship mit bis zu 34 Schiffen für Kanada, Großbritannien, Australien und Norwegen. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seinen bisherigen Zielen fest. Renk erwartet einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro.
Renk mit Hauptsitz in Augsburg entwickelt und produziert unter anderem Getriebe, Antriebsstränge, Power-Packs, Hybridantriebe, Federungssysteme und Gleitlager für militärische und zivile Anwendungen. 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Renk ist seit Februar 2024 an der Frankfurter Börse notiert und gehört seit März 2025 dem MDAX an.