Kommentar

Versandkostenfrei: Ein Paket darf nichts kosten

Symbolbild: Versandkostenfreie Pakete. Foto: iStock/comzeal & Aquia
Online bestellen ist heute so einfach wie noch nie. Klick und da. Nur kosten darf es nichts.

Wer in Online-Shops surft, kennt das beliebte Wort: Versandkostenfrei. Nur die Ware, nicht die Lieferung bezahlen. Egal ob vom Laden um die Ecke, oder aus dem letzten Winkel der Welt, der Versand muss in Augen Vieler umsonst sein. Sollte er aber nicht.

Diese „Gratis-Versand-Mentalität“ ist vielen Logistikern ein Dorn im Auge – zu Recht. Dirk Rahn, Geschäftsführer Operations von Hermes Germany, machte das bei der Eröffnung des Hermes Logistik-Centers in Graben deutlich. Die Gesellschaft müsse für den Wert der Logistik sensibilisiert werden. „Logistik ist eine Dienstleistung von Menschen für Menschen“, betonte er. Jedes georderte Paket, wird zur Haustür geliefert. Für den Versand sind Logistiker zuständig, die bezahlt werden müssen.

Auf der anderen Seite fordert der Kunde von der Logistik immer mehr: schneller liefern, flexibler zustellen, alles digital überwachen können. Ohne (Mehr-)Kosten versteht sich. Ein Paket quer durch Deutschland für 3,90 Euro inklusive Steuern ist schließlich zu teuer. Fast Wucher. Wie viel im Hintergrund organisiert, investiert und getan werden muss, wird oft vergessen. Ein LKW verbraucht Sprit, ein Fahrer bekommt Gehalt, ein Logistik-Centrum muss unterhalten werden.

Versandkosten lassen sich also auch mit den Beschaffungskosten vor Ort vergleichen. Wer nicht online bestellt, nutzt den stationären Handel. Benzin-Verbrauch, Parkgebühren und die benötigte Zeit werden dafür in Kauf genommen. Einem Dienstleister möchten die Menschen diesen Aufwand jedoch nicht bezahlen.

Dabei stellt die Branche in der Region tausende Arbeitsplätze. Zwischen Ulm und Augsburg sind 85.000 Menschen im Logistik-Bereich tätig, wie Dr. Peter Lintner, stellvertretenden Geschäftsführer der IHK Schwaben bestätigt. 70 Prozent aller Arbeitsplätze in Bayerisch-Schwaben sind an den Erfolg der Branche geknüpft. „Der Wirtschaftsstandort Schwaben ist von einer reibungslosen Logistik abhängig“, erklärt Ingrid Eibner, Geschäftsführerin des Logistik-Cluster Schwaben, schon vergangenes Jahres bei einer Fachveranstaltung des Logistik-Clusters Schwaben.

Online bestellen ist nicht umsonst. Auch wenn das Netz anonymer ist als der stationäre Handel, stecken dennoch Menschen und Arbeitskraft dahinter. Einen Handwerker bezahlen wir auch, wenn er etwas richtet. Dem Kellner geben wir Trinkgeld, wenn er seine Sache gut macht. Dem Logistiker seine Arbeit zu bezahlen, muss genauso selbstverständlich werden.

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Symbolbild: Versandkostenfreie Pakete. Foto: iStock/comzeal & Aquia
Online bestellen ist heute so einfach wie noch nie. Klick und da. Nur kosten darf es nichts.

Wer in Online-Shops surft, kennt das beliebte Wort: Versandkostenfrei. Nur die Ware, nicht die Lieferung bezahlen. Egal ob vom Laden um die Ecke, oder aus dem letzten Winkel der Welt, der Versand muss in Augen Vieler umsonst sein. Sollte er aber nicht.

Diese „Gratis-Versand-Mentalität“ ist vielen Logistikern ein Dorn im Auge – zu Recht. Dirk Rahn, Geschäftsführer Operations von Hermes Germany, machte das bei der Eröffnung des Hermes Logistik-Centers in Graben deutlich. Die Gesellschaft müsse für den Wert der Logistik sensibilisiert werden. „Logistik ist eine Dienstleistung von Menschen für Menschen“, betonte er. Jedes georderte Paket, wird zur Haustür geliefert. Für den Versand sind Logistiker zuständig, die bezahlt werden müssen.

Auf der anderen Seite fordert der Kunde von der Logistik immer mehr: schneller liefern, flexibler zustellen, alles digital überwachen können. Ohne (Mehr-)Kosten versteht sich. Ein Paket quer durch Deutschland für 3,90 Euro inklusive Steuern ist schließlich zu teuer. Fast Wucher. Wie viel im Hintergrund organisiert, investiert und getan werden muss, wird oft vergessen. Ein LKW verbraucht Sprit, ein Fahrer bekommt Gehalt, ein Logistik-Centrum muss unterhalten werden.

Versandkosten lassen sich also auch mit den Beschaffungskosten vor Ort vergleichen. Wer nicht online bestellt, nutzt den stationären Handel. Benzin-Verbrauch, Parkgebühren und die benötigte Zeit werden dafür in Kauf genommen. Einem Dienstleister möchten die Menschen diesen Aufwand jedoch nicht bezahlen.

Dabei stellt die Branche in der Region tausende Arbeitsplätze. Zwischen Ulm und Augsburg sind 85.000 Menschen im Logistik-Bereich tätig, wie Dr. Peter Lintner, stellvertretenden Geschäftsführer der IHK Schwaben bestätigt. 70 Prozent aller Arbeitsplätze in Bayerisch-Schwaben sind an den Erfolg der Branche geknüpft. „Der Wirtschaftsstandort Schwaben ist von einer reibungslosen Logistik abhängig“, erklärt Ingrid Eibner, Geschäftsführerin des Logistik-Cluster Schwaben, schon vergangenes Jahres bei einer Fachveranstaltung des Logistik-Clusters Schwaben.

Online bestellen ist nicht umsonst. Auch wenn das Netz anonymer ist als der stationäre Handel, stecken dennoch Menschen und Arbeitskraft dahinter. Einen Handwerker bezahlen wir auch, wenn er etwas richtet. Dem Kellner geben wir Trinkgeld, wenn er seine Sache gut macht. Dem Logistiker seine Arbeit zu bezahlen, muss genauso selbstverständlich werden.

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