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Renk wächst mit Panzergetrieben, ziviles Geschäft schwächelt
Bilanz

Renk wächst mit Panzergetrieben, ziviles Geschäft schwächelt

Symbolbild. Der Hauptsitz von Renk in Augsburg. Foto: B4B / Katharina Seeburger
Symbolbild. Der Hauptsitz von Renk in Augsburg. Foto: B4B / Katharina Seeburger

Volle Auftragsbücher: Renk meldet einen Auftragsbestand von 7,6 Milliarden Euro. Dennoch korrigiert der Panzergetriebehersteller seine Prognose für 2026 nach unten.

Die Zahlen beim Rüstungsunternehmen Renk Group AG gehen weiter nach oben. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat Renk etwa seinen Auftragseingang um 33 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro gesteigert. Doch nicht alle Sparten wachsen gleichermaßen.

Steigende Kennzahlen bei Renk

Der Gesamtauftragsbestand lag zum 30. September 2026 bei einem erneuten Höchstwert von 7,6 Milliarden Euro und ist damit im Vergleich zu Vorjahreszeitraum um 0,9 Milliarden Euro gewachsen. Der Umsatz hat um 5,8 Prozent zugelegt und lag in den ersten neun Monaten des Jahres bei 982 Millionen Euro.

Das operative Ergebnis (EBIT) ist in den ersten neun Monaten dagegen um 18,6 Prozent auf 77,74 Millionen Euro gesunken. Als Grund nennt Renk hier mehrere Sondereffekte: Zum einen hat die Bundesregierung das Fregattenprojekt F126 beendet. Zum anderen hat Renk in diesem Jahr höhere Kosten für M&A, da es den britischen U-Boot-Spezialisten David Brown Defence gekauft hat und seine Gleitlagersparte verkauft. Durch den Kauf von David Brown Defence wurden zudem die Vermögenswerte neu bewertet, wodurch der Gewinn in den kommenden Jahren belastet wird.

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Um diese Sondereffekte bereinigt, ist das EBIT um 12,7 Prozent auf 158,8 Millionen Euro gestiegen. Damit hat sich auch die bereinigte EBIT-Marge von 15,2 auf 16,2 Prozent verbessert. Renk nennt hier als Treiber zum einen das Wachstum in der Sparte Vehicle Mobility Solutions (VMS) sowie die Anpassungen seines Produktionskonzepts, wodurch das Unternehmen effizienter produziert.

Wachstum durch Panzergetriebe

Das erneute Wachstum verdankt Renk fast ausschließlich dem militärischen Teil seiner Sparte Vehicle Mobility Solutions (VMS). Darunter fallen etwa die Getriebe für den Kampfpanzer Leopard 2. Der Zuwachs im Auftragseingang entfällt mit 99,8 Prozent fast vollständig auf diese Sparte.

In der Sparte VMS hat Renk demnach seinen Umsatz um 12,3 Prozent auf 650,2 Millionen Euro gesteigert, das bereinigte EBIT um 23,4 Prozent auf 129,3 Millionen. Die EBIT-Marge wuchs demnach von 18,1 auf 19,9 Prozent. Renk selbst spricht von einem „Wachstumsmotor des Gesamtkonzerns“.

Zu diesem Wachstum hat laut Renk im dritten Quartal vor allem der erweiterte Auftrag des Rüstungsunternehmen KNDS Deutschland beigetragen. Der Auftrag hat ein Volumen von 130 Millionen Euro und umfasst unteranderem Getriebe für den Kampfpanzer Leopard 2. Auch ein Folgeauftrag des finnischen Rüstungskonzerns Patria über HSWL-076 Getriebe für Kettenfahrzeuge der Serie „Trackx“ war ein Treiber der Sparte.

Ziviles Geschäft im Rückgang

Bei den zivilen Anwendungen sind die Auftragseingänge in allen Divisionen gesunken. Das betrifft vor allem die beiden anderen Sparten, Gleitlager sowie Marine & Industrie. Bei letzterer ist der Auftragseingang um nur 0,9 Prozent gewachsen. Der Umsatz ging um 6,3 Prozent auf 250,86 Millionen Euro zurück. Den Rückgang führt Renk auf die nach wie vor schlechte zivile Nachfrage zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) ist hier um 92 Prozent gesunken – von 30,2 auf 2,4 Millionen Euro. Als Ursache nennt Renk hier den Sondereffekt für Wertberichtigungen auf Kundenprojekte. Vor allem, dass die Bundesregierung das Fregattenprojekt F126 beendet hat, schlägt hier zu Buche. Das um diesen Effekt bereinigte EBIT sank um 17,3 Prozent auf 25,76 Millionen Euro.

In der Sparte Gleitlager liegen Umsatz (95,95 Millionen Euro) und Auftragseingang (95,95 Millionen Euro) nahezu auf dem Vorjahresniveau. Diesen Bereich verkauft Renk mit seinem Werk in Hannover an den österreichischen Technologiekonzern Miba. Der Verkauf ist Teil von Renks Unternehmensstrategie, sich fast ausschließlich auf die militärischen Bereiche zu konzentrieren. Der Kaufpreis bewegt sich im unteren bis mittleren dreistelligen Millionenbereich, teilt Renk in seinen Informationen für Investoren mit.

Renk senkt Prognose ab

Wegen des Verkaufs der Gleitlagersparte senkt Renk seine Prognose für das laufende Jahr ab. Denn in das vierte Quartal 2026 wird dieser Bereich nicht mehr einfließen. Bisher hatte Renk für 2026 einen Umsatz von mindestens 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 255 bis 285 Millionen Euro erwartet.

Die angepasste Prognose liegt nun bei 1,4 Milliarden Euro Umsatz und einem bereinigten EBIT von 240 bis 255 Millionen Euro.

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