Verhandlungen

Premium Aerotec: Ist die Zerschlagung vom Tisch?

Die Verhandlungen haben einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Konkret geht es um die Ausgliederung der Einzelteilfertigung in Augsburg. So soll es damit ab kommenden Januar weitergehen.

Die Lage der Augsburger Airbus Tochter Premium Aerotec ist eingetrübt. Der Standort fahre seit vielen Jahren Verluste ein, heißt es von der Konzernmutter aus Frankreich. Deshalb sind Sparmaßnahmen und die eventuelle Ausgliederung der Einzelfertigung in Augsburg in Gespräch. Die IG Metall fürchtet eine Zerschlagung des Werks – und damit den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze in der Region.

Warnstreik bei Premium Aerotec

Proteste gegen das Management

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Erst vor wenigen Wochen startete deshalb vor dem Werksgelände im Süden der Stadt ein groß angelegter Warnstreik samt öffentlichkeitswirksamer Protestaktion. Scharf waren damals die Worte des Betriebsrates und der Sprecher der IG Metall ausgefallen. Das Management werfe dem Standort zu hohe Kosten und damit Ineffizienz vor. Das mochte die Gewerkschaft im Namen der Mitarbeiter aber nicht einfach so hinnehmen. Michael Leppek forderte das Management auf, den Posten zu räumen – oder zumindest auf die Forderungen des Betriebsrates zur Sicherung der Arbeitsplätze einzugehen. An die Protestierenden richtete er unterdessen: „Wir streiken heute. Aber wir können noch mehr!“

Diese Politiker werben für Solidarität

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Mit dem Protestzug vor dem Werksgelände waren die Mitarbeiter von Premium Aerotec allerdings nicht mit der IG Metall alleine. Auch Delegierte aus den Werken von MAN, Kuka und Valeo solidarisierten sich mit den Protestierenden. Außerdem traten prominente Politiker aus der Region auf der Bühne vor dem Werkstor auf. Sie appellierten an Zusammenhalt in der Belegschaft. Die Motivation der Ausgliederung einzelner Prozesse sei laut CSU-Politiker Volker Ullrich „industriepolitisch falsch“. Deshalb lobte er den Widerstand der Mitarbeiter und sprach ihnen Mut zu. „Wir brauchen starke Gewerkschaften und Betriebsräte“, sagte er auf der Bühne und verwies dabei auf deren Engagement bei den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber. Auch SPD-Kollegin Ulrike Bahr zeigte sich solidarisch und erklärte, dass es keine Zerschlagung auf dem Rücken der Mitarbeiter geben dürfe.

Wie geht es in Zukunft weiter?

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Aber hatten all die Mühen schlussendlich Erfolg? Allerdings. Nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen haben sich in Hamburg Vertreter von Airbus in der IG Metall in Hamburg getroffen. Dort berieten sie gemeinsam eine weitere Verhandlungsrunde über die Zukunft des Unternehmens. Das Ergebnis: Die Zerschlagung von Premium Aerotec in Augsburg ist bereits zum 01. Januar 2022 vom Tisch. In einem nächsten Schritt sollen jetzt Arbeitsgruppen gebildet werden, die weitere Schritte ausarbeiten sollen. Eine vierte Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und Airbus soll es dann im kommenden November geben.

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