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ICE-Neubaustrecke Ulm-Augsburg: Bundestag gibt grünes Licht
Infrastruktur

ICE-Neubaustrecke Ulm-Augsburg: Bundestag gibt grünes Licht

Der Bundestag hat den Neubau der ICE-Strecke zwischen Augsburg und Ulm genehmigt. Die neue Strecke soll entlang der A8 verlaufen. Foto: DB AG / Thomas Kiewning
Der Bundestag hat den Neubau der ICE-Strecke zwischen Augsburg und Ulm genehmigt. Die neue Strecke soll entlang der A8 verlaufen. Foto: DB AG / Thomas Kiewning

Lange wurde sie geplant, zuletzt stand ein großes Fragezeichen hinter dem Projekt. Jetzt ist eine Hürde genommen: Der Bundestag hat für die ICE-Neubaustrecke zwischen Ulm und Augsburg gestimmt. Wie es jetzt weitergeht.

In nur 26 Minuten mit dem Zug von Augsburg nach Ulm. Dieses Szenario hat jetzt eine weitere Hürde genommen. Am Donnerstagabend hat der Bundestag für die Vorzugsvariante der ICE-Neubaustrecke Ulm-Augsburg gestimmt. Jetzt kann das Projekt in die nächste Phase gehen. Der Bundestag geht von Baukosten in Höhe von 8,15 Milliarden Euro aus. Die Finanzierung ist allerdings noch unklar.

Das hat der Bundestag beschlossen

Die neue Strecke soll weitgehend entlang der A8 verlaufen, ICE-Züge sollen bis zu 300 km/h schnell fahren können. Das ist auf der 170 Jahre alten Bestandsstrecke nicht möglich. Dadurch soll sich die Fahrzeit zwischen Augsburg und Ulm von über 40 auf 26 Minuten verkürzen. Auch sollen mehr Kapazitäten für den Güter- und Regionalverkehr entstehen.

So stimmte der Bundestag auch dafür, dass in Zusmarshausen ein neuer Regionalbahnhalt gebaut werden kann. Dieser schließe eine Lücke im Schienennetz. Für die Kosten in Höhe von 59 Millionen Euro sei aber der Freistaat Bayern zuständig. Wegen möglicher weiterer Regionalhalte soll sich die DB InfraGO mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft abstimmen.

Die ICE-Neubaustrecke soll parallel zur A8 verlaufen. Die rot eingezeichnete Strecke zeigt die Vorschlagstrasse, die grau eingezeichnete die Bestandsstrecke. Foto: Screenshot, Deutsche Bahn
Die ICE-Neubaustrecke soll parallel zur A8 verlaufen. Die rot eingezeichnete Strecke zeigt die Vorschlagstrasse, die grau eingezeichnete die Bestandsstrecke. Foto: Screenshot, Deutsche Bahn

Für den Lärmschutz entlang der Neubaustrecke sollen die DB InfraGO und die Autobahn AG zusammenarbeiten. Wegen des Trinkwasserschutzgebietes in Burgau soll die Streckenführung geändert werden, sodass keine Züge durch das Schutzgebiet fahren. Der Ausbau der Knotenpunkte Ulm und Augsburg ist im Rahmen der ICE-Neubaustrecke nicht vorgesehen.

So geht es beim ICE-Neubauprojekt weiter

Die Deutsche Bahn kann jetzt mit der Entwurfsplanung starten. Das heißt, dass sie untersucht, wie sich der Bau auf die Umwelt und den Baugrund auswirkt, sie konkretisiert die technische Planung und berechnet die Kosten der Vorzugsvariante genauer. Danach beginnt das Genehmigungsverfahren. Sobald dann Baurecht vorliegt, kann eine Baufirma mit Planung und Bau beginnen.

Finanzierung offen

Allerdings kann es bis zum Beginn der Bauarbeiten noch Jahre dauern. Auch, weil die Finanzierung der ICE-Neubaustrecke noch offen ist. Der Bundestag geht derzeit von Kosten in Höhe von 8,15 Milliarden Euro aus. Allein bis 2029 fehlen dem Bund zwei Milliarden Euro für Neubauprojekte der Bahn. In der Planung ist die ICE-Neubaustrecke noch nicht enthalten. Das hatte die Bundesregierung Anfang des Jahres auf eine parlamentarische Anfrage von Grünen-Politikern mitgeteilt. Das Geld aus dem Sondervermögen Infrastruktur ist nur für Erhalt und Sanierung bestehender Strecken gedacht. Im Herbst 2025 wurden Befürchtungen laut, dass die ICE-Neubaustrecke wegen fehlender Mittel gestrichen werden könnte.

Laut Ulrich Lange, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, braucht das Ministerium derzeit nicht nur Mittel für den Bau, sondern auch für die anstehende Entwurfs- und Genehmigungsplanung bis hin zur Baureife. „Das ist noch ein Stück, das wir hier gehen müssen, aber ein wichtiges Zwischenziel ist erreicht“, sagt Lange. „Für Augsburg und Schwaben eröffnet sich die vielversprechende Möglichkeit, Teil einer echten Hochleistungs- und Hochgeschwindigkeitsstrecke in Deutschland und Europa zu werden“, sagt Lange.

So reagiert Bayerisch-Schwaben

Die IHK Schwaben fordert, dass die Finanzierung des Projekts schnell geklärt wird. „Die Politik muss in den nächsten Wochen ganz dringend dafür sorgen, dass das Geld für die nächsten Planungsschritte bereitsteht und auch später der eigentliche Bau verbindlich finanziert ist“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Marc Lucassen. Das Projekt sei in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder durch fehlende Finanzierung ausgebremst worden. „Das muss ein Ende haben. Weitere Verzögerungen wären weder den Unternehmen noch deren Beschäftigten vermittelbar“, so Lucassen weiter.

Die IHK Schwaben sieht in der ICE-Neubaustrecke zwischen Ulm und Augsburg eine enorme Bedeutung für die Wirtschaft. Bayerisch-Schwaben werde international, bundesweit und regional angebunden. „Das bislang größte Verkehrsprojekt in der Region ist für die Wirtschaft von grundlegender Bedeutung. Es wird die Qualität des Standorts spürbar verbessern“, sagt Lucassen.

Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter freut sich über die Entscheidung des Bundestages und fordert, dass die nächsten Schritte rasch begonnen werden, sodass es zu keinen Verzögerungen kommt. „Zudem muss der Bund Ausbaumaßnahmen in den Bahnknoten Augsburg und Ulm/Neu-Ulm auf den Weg bringen, die nicht Teil des Projekts sind“, sagt Bernreiter. Dem stimmt auch die IHK Schwaben zu. In Augsburg betreffe das die Anbindung des im Bau befindlichen Containerbahnhofs im Güterverkehrszentrum an die Strecke Augsburg–Donauwörth. In Neu-Ulm zum Beispiel ein Bahnhalt an der bestehenden Strecke im Industriegebiet. Beim Regionalhalt in Zusmarshausen setzt die IHK Schwaben auf den Freistaat.

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