Interview

Bernd Siegmund: „Umsatz durch Maskenproduktion vervierfacht“

Durch die Corona-Pandemie hat der Verkauf von Masken weltweit eine wichtige Stellung eingenommen. Bernd Siegmund, Geschäftsführer der gleichnamigen GmbH, erklärt im Interview, weshalb sich sein Unternehmen gegen „Made in Germany“ entschieden hat und wieso die Logistik aktuell ein „Drama“ ist.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN: Sie haben bereits im April des Jahres mit einem Drive-In dazu beigetragen, Menschen in der Region mit Mund- und Nasenschutz auszustatten. Wie konnten Sie so schnell auf die Pandemie reagieren?

Bernd Siegmund: Wir sind ein weltweit agierendes Unternehmen und haben auch in China sowohl Produktion als auch Vertrieb. Dadurch, dass wir zum Zeitpunkt des Virus-Ausbruchs auch zwei Mitarbeiter in Wuhan hatten, haben wir die Situation vor Ort frühzeitig mitbekommen und gesehen, wie dort damit umgegangen wurde. Es wurde vieles richtig gemacht, woran wir uns orientieren konnten. Wir haben bereits Masken für unsere Mitarbeiter gekauft, bevor es hier überhaupt losging.

Als das Thema dann auch in Deutschland wichtiger wurde, haben wir recherchiert und geschaut, wo gute Lieferanten sitzen. Außerdem haben wir auf chinesischer Seite eine Prüffirma eingeschaltet, die sich mit der Thematik auskennt. Auf deutscher Seite haben wir ein Anwaltsbüro aus dem medizinischen Bereich engagiert, welches uns beraten hat.

Der Vertrieb von Schutzmasken ist mit vielen Vorschriften verbunden. Woher hatten Sie das nötige Know-how?

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Zum einen hat mich das Thema schon immer interessiert und ich wollte nach dem Studium in Mikrobiologie promovieren – da dies zu Uni-Zeiten mein Lieblingsfach war. Daher habe ich ein gewisses Vorverständnis mitgebracht. Wir haben außerdem eine neue Qualitätsmanagerin eingestellt, die bereits in einem medizinischen Unternehmen in der gleichen Position tätig war und uns hier unterstützt.

Welche Rolle spielt der Maskenvertrieb heute und wie viele Masken produzieren Sie aktuell?

Jede Menge! Wir haben unseren Umsatz am Standort durch die Masken vervierfacht. Wir sind einer der größten Maskenlieferanten und haben eine Produktionskapazität von 100 Millionen Masken im Monat, im November haben wir circa 70 oder 80 Millionen produziert – das sind schon sehr große Mengen.

Woher beziehen Sie die Produkte?

Wir beziehen die Produkte von renommierten Unternehmen aus China. Wir haben die Firmen geprüft und nur diejenigen gewählt, die wirklich zurecht einen großen Namen haben. Die Qualitätsüberwachung wird hier für uns großgeschrieben. Heutzutage kommt vieles aus Asien, weshalb also nicht auch die Schutzmasken?

Immer mehr Menschen legen Wert auf „Made in Germany“. Was sprach in Ihrem Fall dagegen?

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Dadurch, dass wir auch selbst produzieren, kenne ich mich mit Produktionsmaschinen aus. Aufgrund der sehr einfachen Technologie haben wir uns jedoch dagegen entschieden, selbst zu produzieren. Auf die Schnelle war es außerdem unmöglich, die Kapazitäten aufzubauen. Wir hätten rund tausend Menschen einstellen, einlernen und im Endeffekt eventuell wieder kündigen müssen. In China war die Produktion bereits darauf eingestellt und die Masken dadurch auch viel schneller verfügbar. Wenn der Trend tatsächlich dazu hingeht, dass Menschen mehr für deutsche Masken bezahlen, ist es auch für uns interessant hier zu produzieren. Aber im Moment ist es so, dass die meisten „Made in Germany“ Dinge mit Teilen aus China zusammengebaut sind – das bringt dann auch nichts. Wir sind flexibel, können jederzeit hier produzieren, aber das muss für uns einen Mehrwert bieten und ein Geschäft sein, das längerfristig Sinn macht.

Wir bevorzugen, dass die Menschen die Masken zu einem günstigen Preis kaufen und auch anziehen, als wenn die Produktion zu teuer ist und niemand Masken nutzt. Wir wollen große Mengen an ordentlichen Masken zu einem solchen Preis, dass die Menschen diese tragen. Und die Frage ist dann: Was ist wichtiger: Dass die Menschen die Masken kaufen und gesund bleiben oder dass die Masken „Made in Germany“ sind?

Im ersten Lockdown waren viele Grenzen geschlossen. Wie lief der Transport ab?

Der Transport ist noch immer ein Problem. Das kommt zum einen daher, dass viele Leute krank oder in Quarantäne sind und es allgemein immer Schwierigkeiten in der Logistik gibt. Wir haben eine Zeit lang viel eingeflogen, aber der Transport war völlig überlastet. Sogar die größten Flughäfen in Deutschland sind stark überfordert. Jegliche Art von Verbindung ist aktuell schwierig und überbucht. Es ist wirklich ein Drama in der Logistik.

Gemeinsam mit dem FCA haben Sie außerdem mehrere tausend Masken gespendet. Wie wichtig ist Zusammenhalt in Krisenzeiten?

Das sind keine großen Taten, aber Zusammenhalt ist definitiv vor allem in solchen Zeiten wichtig. Deshalb unterstützen wir auch in größeren Dimensionen. Wir haben beispielsweise bei den Panthern und dem FCA unsere volle finanzielle Unterstützung weiterbezahlt, um die Vereine in der Krisenzeit zu unterstützen.

Gehen Sie davon aus, dass das Geschäft mit den Masken noch lange weiterläuft oder ist irgendwann jeder Bürger ausreichend ausgestattet?

Das kommt darauf an, wann die Herdenimmunität erreicht ist und was das kostenlose Verteilen von Masken für eine Auswirkung auf unsere Produktion hat.

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN: Sie haben bereits im April des Jahres mit einem Drive-In dazu beigetragen, Menschen in der Region mit Mund- und Nasenschutz auszustatten. Wie konnten Sie so schnell auf die Pandemie reagieren?

Bernd Siegmund: Wir sind ein weltweit agierendes Unternehmen und haben auch in China sowohl Produktion als auch Vertrieb. Dadurch, dass wir zum Zeitpunkt des Virus-Ausbruchs auch zwei Mitarbeiter in Wuhan hatten, haben wir die Situation vor Ort frühzeitig mitbekommen und gesehen, wie dort damit umgegangen wurde. Es wurde vieles richtig gemacht, woran wir uns orientieren konnten. Wir haben bereits Masken für unsere Mitarbeiter gekauft, bevor es hier überhaupt losging.

Als das Thema dann auch in Deutschland wichtiger wurde, haben wir recherchiert und geschaut, wo gute Lieferanten sitzen. Außerdem haben wir auf chinesischer Seite eine Prüffirma eingeschaltet, die sich mit der Thematik auskennt. Auf deutscher Seite haben wir ein Anwaltsbüro aus dem medizinischen Bereich engagiert, welches uns beraten hat.

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Welche Rolle spielt der Maskenvertrieb heute und wie viele Masken produzieren Sie aktuell?

Jede Menge! Wir haben unseren Umsatz am Standort durch die Masken vervierfacht. Wir sind einer der größten Maskenlieferanten und haben eine Produktionskapazität von 100 Millionen Masken im Monat, im November haben wir circa 70 oder 80 Millionen produziert – das sind schon sehr große Mengen.

Woher beziehen Sie die Produkte?

Wir beziehen die Produkte von renommierten Unternehmen aus China. Wir haben die Firmen geprüft und nur diejenigen gewählt, die wirklich zurecht einen großen Namen haben. Die Qualitätsüberwachung wird hier für uns großgeschrieben. Heutzutage kommt vieles aus Asien, weshalb also nicht auch die Schutzmasken?

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Dadurch, dass wir auch selbst produzieren, kenne ich mich mit Produktionsmaschinen aus. Aufgrund der sehr einfachen Technologie haben wir uns jedoch dagegen entschieden, selbst zu produzieren. Auf die Schnelle war es außerdem unmöglich, die Kapazitäten aufzubauen. Wir hätten rund tausend Menschen einstellen, einlernen und im Endeffekt eventuell wieder kündigen müssen. In China war die Produktion bereits darauf eingestellt und die Masken dadurch auch viel schneller verfügbar. Wenn der Trend tatsächlich dazu hingeht, dass Menschen mehr für deutsche Masken bezahlen, ist es auch für uns interessant hier zu produzieren. Aber im Moment ist es so, dass die meisten „Made in Germany“ Dinge mit Teilen aus China zusammengebaut sind – das bringt dann auch nichts. Wir sind flexibel, können jederzeit hier produzieren, aber das muss für uns einen Mehrwert bieten und ein Geschäft sein, das längerfristig Sinn macht.

Wir bevorzugen, dass die Menschen die Masken zu einem günstigen Preis kaufen und auch anziehen, als wenn die Produktion zu teuer ist und niemand Masken nutzt. Wir wollen große Mengen an ordentlichen Masken zu einem solchen Preis, dass die Menschen diese tragen. Und die Frage ist dann: Was ist wichtiger: Dass die Menschen die Masken kaufen und gesund bleiben oder dass die Masken „Made in Germany“ sind?

Im ersten Lockdown waren viele Grenzen geschlossen. Wie lief der Transport ab?

Der Transport ist noch immer ein Problem. Das kommt zum einen daher, dass viele Leute krank oder in Quarantäne sind und es allgemein immer Schwierigkeiten in der Logistik gibt. Wir haben eine Zeit lang viel eingeflogen, aber der Transport war völlig überlastet. Sogar die größten Flughäfen in Deutschland sind stark überfordert. Jegliche Art von Verbindung ist aktuell schwierig und überbucht. Es ist wirklich ein Drama in der Logistik.

Gemeinsam mit dem FCA haben Sie außerdem mehrere tausend Masken gespendet. Wie wichtig ist Zusammenhalt in Krisenzeiten?

Das sind keine großen Taten, aber Zusammenhalt ist definitiv vor allem in solchen Zeiten wichtig. Deshalb unterstützen wir auch in größeren Dimensionen. Wir haben beispielsweise bei den Panthern und dem FCA unsere volle finanzielle Unterstützung weiterbezahlt, um die Vereine in der Krisenzeit zu unterstützen.

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