Handwerkskammer Ulm

Studie: Handwerk kann zwei Drittel der Fachkräfte nicht halten

Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. Foto: HWK Ulm
Alle Gewerke sind zufrieden – außer bei der Personalfrage. Fachkräfte nicht nur zu finden sondern auch zu binden, stellt das Handwerk vor Herausforderungen.

„Die gute konjunkturelle Lage spiegelt sich in allen Handwerksgruppen wieder“, gab die Handwerkskammer (HWK) Ulm beim Pressegespräch Anfang Februar bekannt. Die Geschäftslage im Handwerk sei durchgehend besser als im Vorjahr. Gleiches erwartet die HWK Ulm für 2018.

Auftragslage auf hohem Niveau

Über 75 Prozent der Handwerksbetriebe im Gebiet der Handwerkskammer Ulm bewerten ihre Geschäftslage als gut – neuer Höchststand. Die Anzahl derer, die einen Rückgang der Aufträge erwarten, sinkt weiter. Der Anteil der Handwerksbetriebe mit guter und sehr guter Auslastung steigt auf über zwei Drittel. 83 Prozent der Handwerker zwischen Jagst und Bodensee rechnen mit einer guten oder gleichbleibenden Auftragslage – und das auf hohem Niveau. Die Handwerksbetriebe wollen mehr Mitarbeiter einstellen und sind bereit zu investieren.

Ziel der kommenden Jahre: Fachkräfte binden

Außerdem ging der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Dr. Tobias Mehlich, auf den Fachkräftebedarf der Betriebe in den Regionen ein. Das Finden von jungen Menschen für eine Ausbildung im Handwerk sei in den vergangenen vier Jahren gelungen. Trotz rückgängiger Schülerzahlen. In den nächsten Jahren gehe es nun darum, diese gefundenen Fachkräfte auch in den Betrieben zu binden. Die Studie Handwerk 2025 prognostiziert jedoch: Zwei Drittel der im Handwerk ausgebildeten Fachkräfte könne das Handwerk im Zeitablauf nicht halten.

HWK Ulm setzt auf Personalberater

Der Fachkräftebedarf werde zudem verschärft durch die gute konjunkturelle Lage und die Auslastung der Betriebe. Damit müssten die Handwerksbetriebe sich künftig nicht nur auf dem Absatzmarkt bewegen, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. Eine neue Situation. Die Handwerkskammer Ulm unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe dabei mit einem Personalberater, der ab März 2018 an der Handwerkskammer Ulm angestellt ist.

Über die Handwerkskammer Ulm

Das Handwerk zwischen Jagst und Bodensee umfasst rund 19.000 Mitgliedsbetriebe mit 120.000 Beschäftigten. Davon sind rund 8.000 Auszubildende. Jährlich gibt es etwa 600 Jung-Meister. Das Handwerk erwirtschaftet im Kammerbezirk rund 13 Milliarden Euro Umsatz. Die HWK Ulm betreut Betriebe in den Landkreisen Ostalb, Heidenheim, Ulm, Alb-Donau-Kreis, Biberach, Ravensburg und Bodenseekreis.

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