Zu Gast in Berlin

Das fordert die Handwerkskammer Ulm von der Politik in Berlin

Der Vorstand der Handwerkskammer Ulm mit MdB Lothar Riebsamen in Berlin. Foto: Handwerkskammer Ulm
EEG-Umlage, Fachkräftemangel und die berufliche Bildung: Das waren die Themen, um dies es der Handwerkskammer Ulm zuletzt in Berlin ging. Dort tauschte sich der Vorstand mit Bundestagsabgeordneten aus.

„Die Bundesspolitik bestimmt massiv die Bedingungen unseres regionalen Handwerks. Deshalb liefern wir regelmäßig unsere Argumente fürs Handwerk dorthin“, sagt Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, zur jüngsten Gesprächsrunde des Vorstands mit den Bundestagsabgeordneten in Berlin. Im Zentrum des Austauschs standen unter anderem die Nachteile für Handwerksbetriebe durch die EEG-Umlage. Doch auch der Fachkräftebedarf sowie ein Pakt für die berufliche Bildung wurden thematisiert. Ein solcher Pakt müsse jetzt den Hochschulpakt ergänzen.

In Berlin führte der Vorstand unter anderem Gespräche mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Alice Weidel (AfD Bodenseekreis), Margit Stumpp (Grüne Aalen/Heidenheim), Alexander Kulitz, (FDP Ulm), Benjamin Strasser (FDP Ravensburg) sowie mit Lothar Riebsamen (CDU Bodenseekreis). 

Politik solle berufliche Bildung stärken

Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, betont: „Wir brauchen diesen ständigen Dialog mit der Politik, weil unser handwerklicher Mittelstand die Unterstützung der Politik bei unseren Themen braucht. Jetzt ist die Zeit, dass man sich in unserem Land um eine ordentliche Förderung und Anerkennung der beruflichen Bildung kümmert und vorhandene Benachteiligungen abbaut. Wenn der kommende Koalitionsvertrag wieder die Hochschulbildung in den Fokus nimmt und die berufliche Bildung nicht aufwertet, dann ist er falsch.“

Neues Gesetz soll Fachkräfte sichern

Damit spielt Krimmer auf die aus seiner Sicht massive Ungleichbehandlung der beruflichen Bildung gegenüber der akademischen Bildung durch Bund und Land an. Zudem brauche man ein Zuwanderungsgesetz, um den Fachkräftebedarf auch im Handwerk sicherstellen zu können. Hier dürfe man nicht nur an den Ingenieur der Großindustrie denken. Es gehe auch darum, für ausreichend Fachkräfte bei Bäckern, Metzgern, Elektrikern oder Installateuren zu sorgen.

Handwerkskammer Ulm findet EEG-Umlage ungerecht

Auch bei der EEG-Umlage hinterließ der Vorstand der Handwerkskammer klare Forderungen: Der Mittelstand finanziere durch die von ihm zu zahlende Umlage seine eigene Konkurrenz, die wiederum von dieser Umlage befreit würde. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Dr. Tobias Mehlich, sieht in der EEG- Umlage ein klares Ungleichgewicht: „Das ist ungerecht und passt hinten und vorne nicht mehr zusammen. Die Finanzierung muss auf alle Schultern verteilt werden und darf nicht nur bei den kleinen Betrieben bleiben.“

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