Covid-19

Handwerkskammer Ulm: Die beste Soforthilfe sind Kundenaufträge

Die Handwerkskammer (HWK) Ulm zieht die erste Zwischenbilanz. Laut Umfrage sorgen sich die Handwerksbetriebe um ihre Existenz.

Am ersten Tag der Soforthilfe der Handwerkskammer (HWK) Ulm sind rund 700 Beratungen über die Hotline durchgeführt worden. Dazu haben sie mehr als 1.000 Anträge auf Soforthilfe vom Wirtschaftsministerium erhalten. Die ersten Eindrücke waren, dass Handwerker Angst vor Liquiditätsproblemen und der Zahlungsunfähigkeit, aufgrund der Corona-Krise, haben. Zu den Handwerksbetrieben gehören auch Friseure, die erst vor kurzem schließen mussten. Reinigungen haben derzeit noch offen, aber es fehlt an Kunden. Vor allem kleinere Betriebe mit wenig Mitarbeitern und Selbstständige sind betroffen.

Anträge auf Soforthilfe haben Priorität

Die Antragsformulare sind seit Mittwochabend online zugänglich. Vom Wirtschaftsministerium werden diese an die zuständigen Handwerkskammern weitergeleitet. Die HWK Ulm hat für die Bearbeitung der Anträge extra ein Team von rund 40 Mitarbeitern gebildet. „Wir machen uns jetzt mit Hochdruck an die Prüfung der Soforthilfeanträge. Die ersten sind schon zur Zahlung freigegeben worden“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der HWK Ulm.

Handwerker sind von ihren Kunden abhängig

Eine Umfrage der Handwerkskammern im Land zeigt, dass immer mehr Handwerksbetriebe Stornierungen erhalten. Generell gehe die Nachfrage zurück. Dabei sichern die Handwerker die Versorgung in unserem Land und müssen daher weiterarbeiten. Mehlich sagt: „Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, einem Handwerksbetrieb einen schon lange überlegten Auftrag zu erteilen.“ Bürger sollten demnach weiterhin zu ihrem Bäcker und Metzger gehen sowie die Reinigung benutzen. „Handwerker halten sicherlich die Vorschriften zum Infektionsschutz ein und Bau- sowie Ausbaubetriebe sind in der Lage, Abstands- und Sicherheitsvorschriften umzusetzen.“ Die Soforthilfe der Landespolitik helfe vielen Betrieben bei der Existenzsicherung, aber wichtiger seien Kundenaufträge.

Kündigungen und Schließungen sind kein Grund zur Sorge

Die Handwerksbetriebe machen sich laut Umfragen auch Gedanken, wie sie ihren Personalbestand an die Krisensituation anpassen können. Die meisten denken nicht an Kündigungen, sondern an Kurzarbeit, Arbeitszeitkonten- und Urlaubsabbau. Betriebsschließungen werden vorerst auch ausgeschlossen. „Handwerker und ihre Mitarbeiter lassen sich von alldem nicht runterziehen und halten zusammen“, so Mehlich.

Gesundheitsversorgung kann auf Dauer nicht gewährleistet werden

Handwerksbetriebe im Bereich Gesundheit wie beispielweise Augenoptiker, Hörakustiker und Zahntechniker sind Teil der Gesundheitsversorgung und dürfen deswegen nicht geschlossen werden. Trotzdem müssen sie sich und ihre Mitarbeiter schützen. „Bei einer Brillen- oder Hörgerätanpassung sind diese dem Kunden sehr nahe, doch es fehlt an Schutzmasken und Desinfektionsmitteln“, sagt Mehlich. „So haben sie haben die gleichen Probleme wie die Ärzte und Krankenhäuser.“ Die rund 41 Millionen Brillenträger in Deutschland seien auf gutes Sehvermögen angewiesen, gerade in Zeiten einer Pandemie. „Die Arbeitsfähigkeit der Handwerker im Bereich Gesundheit sei unabdingbar.“ Deswegen müssen diese bestehen bleiben.

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