Club der Industrie Ulm/Neu-Ulm e.V.

Club der Industrie Ulm/Neu-Ulm: Betriebe sind zufrieden, „dennoch gibt es einige Wolken am Himmel“

Gerd Stiefel, CI-Vorsitzender, Michael Mühlbacher, Geschäftsführendes CI-Vorstandsmitglied und Ulms OB Gunter Czisch. Foto: CI
Gerd Stiefel, CI-Vorsitzender, Ulms OB Gunter Czisch und Michael Mühlbacher, Geschäftsführendes CI-Vorstandsmitglied. Foto: CI

Der Club der Industrie Ulm/Neu-Ulm e.V. (CI) sieht das aktuelle Geschäftsjahr positiv. Dennoch seien qualifizierte Fachkräfte dringend gesucht und auch der Mangel an Gewerbegrundstücken sei ein Problem für die regionale Wirtschaft.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

Die 56. Hauptversammlung des traditionsreichen CI fand im Brückenhaus der Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen statt. Der Vorsitzende Gerd Stiefel, geschäftsführender Gesellschafter der Fritz Stiefel GmbH, betonte für das erste Jahr seiner Amtszeit: „Für die wirtschaftlichen Verhältnisse sind wir derzeit positiv gestimmt, dennoch gibt es einige Wolken am Himmel. Es gilt, den Rahmen für die Unternehmen zu verbessern.“

„Qualifizierte Fachkräfte werden überall dringend gesucht“

Denn neben den aktuell guten Konjunkturdaten in Deutschland und den positiven Kennzahlen für die Region, sieht Stiefel auch einige Problempunkte – darunter vor allem den Fachkräftemangel: „So erfreulich der kontinuierliche Rückgang der Arbeitslosenquote in unserer Wirtschaftsregion ist, die Kehrseite ist, dass überall qualifizierte Fachkräfte dringend gesucht werden“, betonte Stiefel. Daher ist laut Stiefel besonders die Aus- und Weiterbildung ein zentraler Faktor, damit sich die Region entwickeln kann.

18.000 Studenten in der Region Ulm

Der CI freut sich daher, dass die Wirtschaftsregion mit einer Universität und zwei Hochschulen sehr gut aufgestellt ist. Deren 18.000 Studenten stellen ein großes Potential dar. „Wenn junge Menschen hier studieren, besteht eine große Chance, dass sie bei einem guten Angebot von Arbeitsplätzen nach dem Abschluss des Studiums auch hier bleiben“, so Stiefel. Nach einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung vertrauen Absolventen dabei vor allem mittelständischen Familienbetrieben, wie sie für die Wirtschaftsregion prägend sind.

Aus- und Weiterbildung im Beruf von großer Bedeutung

Neben den Mitarbeitern mit Studienabschlüssen sieht der CI qualifizierte Facharbeiter mit Ausbildungsberufen für die Mitgliedsfirmen als besonders wichtig. Aus diesem Grund sei auch die Aus- und Weiterbildung im Beruf von großer Bedeutung. „Der Landkreis Biberach ist in Baden-Württemberg unter den Spitzenreitern und Ulm sogar deutschlandweit die Nummer 1, das sind Topwerte“, sagte Stiefel. Sowohl auf Ulmer wie auch auf Neu-Ulmer Seite sei die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich erhöht worden. Dennoch breche jeder fünfte Auszubildende in Deutschland seine Lehre ab, in der Region sogar jeder dritte. Dies gelte es von Unternehmerseite wie von den Schulen zu beheben.

Mangel an Gewerbegrundstücken verhindert Unternehmenswachstum

Neben dem Fachkräftemangel ist für die regionale Wirtschaft das Defizit an Gewerbegrundstücken ein Problem. Diese Kapazitäten sind vor allem für Erweiterungen und Firmenverlagerungen in der Region nötig. Auf Ulmer Seite wird eine Lösung in Form eines interkommunalen Gewerbegebiets mit Dornstadt ins Auge gefasst. In Neu-Ulm gebe es zwar Planungen für drei neue Gewerbegebiete in Schwaighofen, Burlafingen und in Gerlenhofen. Diese Gewerbegebiete können aktuell aufgrund der fehlenden Einwilligung der Eigentümer nicht realisiert werden.

„Wir haben Zweifel, ob die notwendigen Stromtrassen rechtzeitig realisiert sind“

Ein weiteres Problem stellt für die Wirtschaft weiterhin die Energiewende dar: „Wir haben Zweifel, ob die notwendigen Stromtrassen rechtzeitig realisiert sind, wenn die Atomkraftwerke sukzessive bis zum Jahr 2022 geschlossen werden“, unterstrich Stiefel. Bei einer CI-Veranstaltung im Mai hatte der Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein den Zeitplan als sehr ambitioniert bezeichnet. Durch die beschlossene Erdverkabelung werde die Wende außerdem teurer und dauere länger.

Rund 100 Mitgliedsunternehmen im Club der Industrie

Als CI-Vorstand freute sich Stiefel auch über die ausgeweitete Kooperation mit den Wirtschaftsjunioren. „Wir machen unsere Arbeit und unsere Veranstaltungen auf einem hohen Niveau in einem sehr guten Netzwerk, deshalb freut es uns, dass wir in diesem Jahr gleich sechs neue Mitglieder begrüßen können, namentlich die Firmen Seeberger GmbH, Gugelfuss GmbH, Gottfried Immobilien, Miller GmbH & Co.KG, Uni Creditbank AG – Hypovereinsbank und die Schwenk Zement KG“, betonte Stiefel. Der Club zählt rund 100 Mitgliedsunternehmen aus Industrie und industrienaher Dienstleistung, überwiegend sind die Betriebe familiengeführt.

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Gerd Stiefel, CI-Vorsitzender, Michael Mühlbacher, Geschäftsführendes CI-Vorstandsmitglied und Ulms OB Gunter Czisch. Foto: CI
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Der Club der Industrie Ulm/Neu-Ulm e.V. (CI) sieht das aktuelle Geschäftsjahr positiv. Dennoch seien qualifizierte Fachkräfte dringend gesucht und auch der Mangel an Gewerbegrundstücken sei ein Problem für die regionale Wirtschaft.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

Die 56. Hauptversammlung des traditionsreichen CI fand im Brückenhaus der Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen statt. Der Vorsitzende Gerd Stiefel, geschäftsführender Gesellschafter der Fritz Stiefel GmbH, betonte für das erste Jahr seiner Amtszeit: „Für die wirtschaftlichen Verhältnisse sind wir derzeit positiv gestimmt, dennoch gibt es einige Wolken am Himmel. Es gilt, den Rahmen für die Unternehmen zu verbessern.“

„Qualifizierte Fachkräfte werden überall dringend gesucht“

Denn neben den aktuell guten Konjunkturdaten in Deutschland und den positiven Kennzahlen für die Region, sieht Stiefel auch einige Problempunkte – darunter vor allem den Fachkräftemangel: „So erfreulich der kontinuierliche Rückgang der Arbeitslosenquote in unserer Wirtschaftsregion ist, die Kehrseite ist, dass überall qualifizierte Fachkräfte dringend gesucht werden“, betonte Stiefel. Daher ist laut Stiefel besonders die Aus- und Weiterbildung ein zentraler Faktor, damit sich die Region entwickeln kann.

18.000 Studenten in der Region Ulm

Der CI freut sich daher, dass die Wirtschaftsregion mit einer Universität und zwei Hochschulen sehr gut aufgestellt ist. Deren 18.000 Studenten stellen ein großes Potential dar. „Wenn junge Menschen hier studieren, besteht eine große Chance, dass sie bei einem guten Angebot von Arbeitsplätzen nach dem Abschluss des Studiums auch hier bleiben“, so Stiefel. Nach einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung vertrauen Absolventen dabei vor allem mittelständischen Familienbetrieben, wie sie für die Wirtschaftsregion prägend sind.

Aus- und Weiterbildung im Beruf von großer Bedeutung

Neben den Mitarbeitern mit Studienabschlüssen sieht der CI qualifizierte Facharbeiter mit Ausbildungsberufen für die Mitgliedsfirmen als besonders wichtig. Aus diesem Grund sei auch die Aus- und Weiterbildung im Beruf von großer Bedeutung. „Der Landkreis Biberach ist in Baden-Württemberg unter den Spitzenreitern und Ulm sogar deutschlandweit die Nummer 1, das sind Topwerte“, sagte Stiefel. Sowohl auf Ulmer wie auch auf Neu-Ulmer Seite sei die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich erhöht worden. Dennoch breche jeder fünfte Auszubildende in Deutschland seine Lehre ab, in der Region sogar jeder dritte. Dies gelte es von Unternehmerseite wie von den Schulen zu beheben.

Mangel an Gewerbegrundstücken verhindert Unternehmenswachstum

Neben dem Fachkräftemangel ist für die regionale Wirtschaft das Defizit an Gewerbegrundstücken ein Problem. Diese Kapazitäten sind vor allem für Erweiterungen und Firmenverlagerungen in der Region nötig. Auf Ulmer Seite wird eine Lösung in Form eines interkommunalen Gewerbegebiets mit Dornstadt ins Auge gefasst. In Neu-Ulm gebe es zwar Planungen für drei neue Gewerbegebiete in Schwaighofen, Burlafingen und in Gerlenhofen. Diese Gewerbegebiete können aktuell aufgrund der fehlenden Einwilligung der Eigentümer nicht realisiert werden.

„Wir haben Zweifel, ob die notwendigen Stromtrassen rechtzeitig realisiert sind“

Ein weiteres Problem stellt für die Wirtschaft weiterhin die Energiewende dar: „Wir haben Zweifel, ob die notwendigen Stromtrassen rechtzeitig realisiert sind, wenn die Atomkraftwerke sukzessive bis zum Jahr 2022 geschlossen werden“, unterstrich Stiefel. Bei einer CI-Veranstaltung im Mai hatte der Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein den Zeitplan als sehr ambitioniert bezeichnet. Durch die beschlossene Erdverkabelung werde die Wende außerdem teurer und dauere länger.

Rund 100 Mitgliedsunternehmen im Club der Industrie

Als CI-Vorstand freute sich Stiefel auch über die ausgeweitete Kooperation mit den Wirtschaftsjunioren. „Wir machen unsere Arbeit und unsere Veranstaltungen auf einem hohen Niveau in einem sehr guten Netzwerk, deshalb freut es uns, dass wir in diesem Jahr gleich sechs neue Mitglieder begrüßen können, namentlich die Firmen Seeberger GmbH, Gugelfuss GmbH, Gottfried Immobilien, Miller GmbH & Co.KG, Uni Creditbank AG – Hypovereinsbank und die Schwenk Zement KG“, betonte Stiefel. Der Club zählt rund 100 Mitgliedsunternehmen aus Industrie und industrienaher Dienstleistung, überwiegend sind die Betriebe familiengeführt.

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