Interview

Therme Bad Wörishofen: Inhaber Wund droht Millionenverlust

Die Therme Bad Wörishofen ist seit über 200 Tagen im Lockdown. Jede weitere Woche kostet Inhaber Jörg Wund rund 250.000 Euro. Im Interview erklärt er, wieso er die Kosten nicht auf Null runterfahren kann und wieso er von der Politik eine individuelle Betrachtung von Thermen fordert.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie haben bereits seit 200 Tagen geschlossen. Wie viel Umsatz machen Sie normalerweise in diesem Zeitraum?

Jörg Wund: In den vergangenen 17 Jahren der Thermengeschichte wurden Störungen über Nacht behoben und Reparaturen in den frühen Morgenstunden ausgeführt, um den Gästen mit Hilfe aller Teams nicht eine Schließstunde zumuten zu müssen. Das änderte die Pandemie am 17.03.2020 für 103 Tage und erneut am 2. November auf noch immer unbestimmte Zeit. Am vergangenen Sonntag, den 7. Februar zählte die THERME Bad Wörishofen die traurige Bilanz von 200 Tagen im Lockdown. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden an diesen 200 Tagen über 10 Millionen Euro umgesetzt.  

Die Therme läuft derzeit im Notbetrieb. Was bedeutet das konkrat und was kostet Ihnen jede weitere Woche Lockdown?

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Eine Therme kann nicht einfach abgeschaltet und die Kosten auf Null runtergefahren werden. Ohne die entsprechende Wärme gehen hunderte wertvoller Palmen ein. Deshalb müssen zum Heizen und zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit auch alle Lüftungsanlagen auf 22° C durchlaufen. Nur so bleiben die Südseepalmen gesund und größere Gebäudeschäden können vermieden werden. Die komplette Schwimmbadtechnik läuft ebenfalls 24 Stunden auf Reduzierbetrieb, um die Wasserhygiene zu erhalten und teure Standschäden zu verhindern. Auch hier kann die Temperatur nicht zu weit abgesenkt werden, da sich ansonsten – insbesondere im Außenbereich - die Beckenfliesen lösen. Dafür sind aktuell Techniker, Gärtner und die Teamleitungen im Einsatz. Dementsprechend laufen 65 Prozent der Betriebskosten weiter und das ohne jegliche Einnahmen. Für die Therme Bad Wörishofen bedeutet jede weitere Woche im Lockdown Kosten in Höhe von über 250.000 Euro. 

Wie decken Sie die laufenden Kosten?

Für die laufenden Kosten setzen wir angesparte Rücklagen aus über zehn Jahren ein. Diese konnten dank sparsamen Wirtschaftens gebildet werden und waren ursprünglich  für neue Attraktionen und Erweiterungen eingeplant. Wenn die zugesagten Corona-Hilfen nicht fließen, droht nach derzeitigem Stand ein Millionenverlust in der Bilanz.

Sind Ihre Mitarbeiter alle in Kurzarbeit?

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Aktuell befinden sich alle Thermenmitarbeiter in Kurzarbeit, rund 80 Prozent der Mitarbeiter sind zu 100 Prozent in Kurzarbeit.  

Sie haben viel Geld in die Umsetzung und Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln investiert. Hoffen Sie auf eine baldige Öffnung? Wie schätzen Sie das Infektionsrisiko in Thermen ein?

Während des 102-tägigen Lockdowns im Frühjahr 2020 haben wir ein umfassendes Sicherheitskonzept zur Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Maßnahmen für die Wiedereröffnung entwickelt, dass wir bereits im April der Regierung vorgelegt haben. In die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen haben wir viel Geld investiert. So wurde ein Reservierungssystem programmiert und wir haben Bodenmarkierungen, Trennwände, Desinfektionsmittelspender und Abstandshalterungen in den Becken zum Schutz unserer Gäste angebracht. Wir haben die Anzahl der Liegen reduziert und einen Lageplan zur Einhaltung der Abstandsregeln erstellt. Zudem wurde ein Kontaktformular entwickelt, das jeder Gast ausfüllen musste. Der letzte Sommer hat gezeigt, dass das Schutzkonzept funktioniert. Auch aus wissenschaftlicher Sicht gibt es in Bädern und Thermen kein erhöhtes Infektionsrisiko, im Gegenteil: Sowohl das Thermalwasser, wie auch die Saunawärme bekämpfen Viren effektiv, zudem leistet beides als präventiver Gesundheitsschutz inklusive Stressbewältigung einen wichtigen, gesellschaftlichen Beitrag. Deshalb hoffe ich auf eine individuelle Betrachtung der Thermen bei den Entscheidungen zur Wiedereröffnung, die ich zeitgleich mit der Eröffnung der Gastronomiebetriebe sehe. 

Was wünschen Sie sich für 2021?

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Ich hoffe, mit meinem Team baldmöglichst wieder starten zu dürfen und mit der Öffnung unseres Urlaubsparadieses dem Wunsch vieler Menschen nach Urlaub und Erholung nachkommen zu können. Täglich erreichen uns Meldungen, wie sehr unsere Gäste die Auszeit vom Alltag und die wohltuende Wärme der Thermalbecken und Saunen vermissen. Deshalb ist mein größter Wunsch, den Besuchern endlich wieder erholsame Urlaubsstunden bereiten und damit in  strahlende Gesichter blicken zu können.  

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie haben bereits seit 200 Tagen geschlossen. Wie viel Umsatz machen Sie normalerweise in diesem Zeitraum?

Jörg Wund: In den vergangenen 17 Jahren der Thermengeschichte wurden Störungen über Nacht behoben und Reparaturen in den frühen Morgenstunden ausgeführt, um den Gästen mit Hilfe aller Teams nicht eine Schließstunde zumuten zu müssen. Das änderte die Pandemie am 17.03.2020 für 103 Tage und erneut am 2. November auf noch immer unbestimmte Zeit. Am vergangenen Sonntag, den 7. Februar zählte die THERME Bad Wörishofen die traurige Bilanz von 200 Tagen im Lockdown. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden an diesen 200 Tagen über 10 Millionen Euro umgesetzt.  

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Während des 102-tägigen Lockdowns im Frühjahr 2020 haben wir ein umfassendes Sicherheitskonzept zur Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Maßnahmen für die Wiedereröffnung entwickelt, dass wir bereits im April der Regierung vorgelegt haben. In die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen haben wir viel Geld investiert. So wurde ein Reservierungssystem programmiert und wir haben Bodenmarkierungen, Trennwände, Desinfektionsmittelspender und Abstandshalterungen in den Becken zum Schutz unserer Gäste angebracht. Wir haben die Anzahl der Liegen reduziert und einen Lageplan zur Einhaltung der Abstandsregeln erstellt. Zudem wurde ein Kontaktformular entwickelt, das jeder Gast ausfüllen musste. Der letzte Sommer hat gezeigt, dass das Schutzkonzept funktioniert. Auch aus wissenschaftlicher Sicht gibt es in Bädern und Thermen kein erhöhtes Infektionsrisiko, im Gegenteil: Sowohl das Thermalwasser, wie auch die Saunawärme bekämpfen Viren effektiv, zudem leistet beides als präventiver Gesundheitsschutz inklusive Stressbewältigung einen wichtigen, gesellschaftlichen Beitrag. Deshalb hoffe ich auf eine individuelle Betrachtung der Thermen bei den Entscheidungen zur Wiedereröffnung, die ich zeitgleich mit der Eröffnung der Gastronomiebetriebe sehe. 

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