Koalitionsvertrag

Riedberger Horn: Änderung des Alpenplans wird zurückgenommen

Symbolbild Balderschwang. Foto: VRD / stock.adobe.com
Seit April steht fest, dass es keine Ski-Schaukel am Riedberger Horn geben wird. Nun sollen auch die Änderungen am Alpenplan zurückgenommen werden.

Im Koalitionsvertrag zwischen CSU und Freien Wählern heißt es: „Die Änderungen im Alpenplan werden wir rückgängig machen.“ Dieser war aufgrund der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu angepasst worden. Nachdem Ministerpräsident Markus Söder diese Pläne im April 2018 gestoppt hatte, hieß es allerdings, die zuvor beschlossene Änderung des Alpenplans würde bestehen bleiben.

20 Millionen für alternatives Projekt

Für DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher war die Änderung von Anfang an eine falsche Entscheidung: „Die Änderung des Alpenplans war sowohl in touristischer als auch in ökologischer Hinsicht eine Katastrophe. Sie führte in die falsche Richtung und setzte dabei eine nachhaltige Entwicklung der bayerischen Alpen aufs Spiel.“ Nun gelte es, eine nachhaltige touristische Entwicklung der ganzen Region voranzutreiben. Die bayerische Staatsregierung sicherte bereits eine finanzielle Förderung in Höhe von 20 Millionen Euro zu.

Pilotprojekt für nachhaltigen Tourismus

Statt der Skischaukel wird mit den Gemeinden Obermeiselstein, Balderschwang und dem Landkreis Oberallgäu ein Fünf-Punkte-Plan umgesetzt. Dieser beinhaltet ein bayerisches Pilotprojekt für nachhaltige Tourismusentwicklung. Balderschwang wird zu einem sogenannten „AlpDorf“ weiterentwickelt, ein Premium-Erlebnisort für naturnahen Bergtourismus. Weiterentwickelt werden sollen auch digitale Konzepte und Infrastruktur in der Dorfumgebung. Schnelles Internet und ein Ausbau der WLAN-Angebote stehen hier im Mittelpunkt.

Hintergrund zur Skischaukel am Riedberger Horn

Geplant war, die Skigebiete Riedbergerhorn-Bahn und Grasgehren im Oberallgäu zusammenzuschließen. Zwar genehmigte der Bayerische Landtag die Pläne im November 2017, doch der Naturschutz stellte sich quer. Ein Untersuchung und ein Gutachten des BUND Naturschutz sprachen von einem zu labilen Boden für den Bau. Ausschlaggeben für das Aus der Skischaukel war schließlich eine angedrohte Klage der Naturschützer, wie es heißt. Durch diese hätte sich eine Genehmigung der Liftpläne um zehn bis 15 Jahre verzögert. Das ließ zweifeln, ob ein Liftbau dann noch sinnvoll gewesen wäre.

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