Neues Konzept

Ministerpräsident Söder: Keine Skischaukel am Riedberger Horn

Dr. Markus Söder. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat sich heute gegen die Skischaukel entschieden. Ein neues Konzept wurde bereits präsentiert.

Söder setzt sich nun für einen naturverträglichen Ski- und Bergtourismus in der Region ein. Die Skigebiete Riedbergerhorn-Bahn und Grasgehren im Oberallgäu werden sich somit nicht zusammenschließen. Zwar genehmigte der Bayerische Landtag die Pläne am 9. November mit der Änderung des Alpenplans, das Thema kam mit einem Gutachten des BUND Naturschutz jedoch wieder auf. Eine Untersuchung will ergeben haben, dass das Gebiet zu labil für den Bau ist.

Mögliche Klage wendet Skischaukel ab

Ausschlaggeben für das Aus der Skischaukel war die angedrohte Klage der Naturschützer, wie es heißt. Durch diese hätte sich eine Genehmigung der Liftpläne um zehn bis 15 Jahre verzögert. Das warf die Frage auf, ob ein Liftbau zu diesem Zeitpunkt noch Sinn gemacht hätte. Alternativ will der Freistaat nun einen ökologischen Tourismus unterstützen, auch finanziell. Die größte Investition ist für ein „Zentrum Naturerlebnis Alpin“ am Riedberger Horn vorgesehen.

15 Millionen Euro Investition zugesichert

Das Leuchtturmprojekt wird als Impulsgeber und als Umweltbildungsangebot in enger Kooperation mit dem Naturpark Nagelfluhkette verwirklicht. Ein Informationszentrum wird Kooperationen mit Schulen aus Bayern und Österreich möglich machen. Außerdem werden Aus- und Weiterbildungsangebote in Abstimmung mit der Hochschule Kempten für Wander- und Naturführer geschaffen. Das Investitionsvolumen für den Bau beläuft sich auf 15 Millionen Euro. Weitere 500.000 Euro pro Jahr sollen für den laufenden Betrieb ausgegeben werden.

Vorreiter beim ÖPNV

Darüber hinaus werden Balderschwang und Obermaiselstein Pilotgemeinden für umweltfreundlichen Öffentlichen-Personennahverkehr (ÖPNV). So soll eine Wander- und Skibusverbindung durch Busse mit alternativem Antrieb entstehen, die auch mit WLAN ausgestattet sind. Sechs Busse inklusive einer entsprechenden Begleitinfrastruktur werden vom Freistaat Bayern mit 600.000 Euro gefördert.

Digitales Alpendorf geplant

Balderschwang wird zu einem so genannten „AlpDorf“ weiterentwickelt. Darunter ist ein Premium-Erlebnisort für naturnahen Bergtourismus zu verstehen. Des Weiteren wird auch die Entwicklung digitaler Konzepte und Infrastruktur in der Dorfumgebung in Balderschwang und Obermaiselstein mit insgesamt fünf Millionen Euro gefördert. Schnelles Internet und ein Ausbau der WLAN-Angebote stehen hier im Mittelpunkt. Zusammengefasst wird dies unter dem Motto des Sonderprojekts „Digitales Alpendorf“.

Dennoch Investitionen in den Skibetrieb

Das Aus für die Skischaukel bedeutet nicht das Ende des Skitourismus in der Region. Die Staatsregierung wird den Bundesstützpunkt Ski- und Bordercross mit insgesamt 1,2 Millionen Euro fördern. Die bereits in Aussicht gestellte Summe soll beschleunigt an die Gemeinden fließen. Darüber hinaus wird auch die umweltfreundliche Modernisierung der Seilbahnen und Skilifte am Riedbergerhorn und in Grasgehren unterstützt. Auch für den Langlaufsport in Balderschwang könnten weitere Mittel bereitgestellt werden.

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