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Eingeschränkter Zugverkehr im Allgäu: Ausfälle und Langsamfahrstellen
Bahnverkehr

Eingeschränkter Zugverkehr im Allgäu: Ausfälle und Langsamfahrstellen

Zugreisende im Allgäu müssen weiter flexibel sein. Es kommt bis Mitte Dezember immer wieder zu Fahrplanänderungen. Foto: Arverio­, Fotograf­_Dietmar­ Denger
Zugreisende im Allgäu müssen weiter flexibel sein. Es kommt bis Mitte Dezember immer wieder zu Fahrplanänderungen. Foto: Arverio­, Fotograf­_Dietmar­ Denger

Ab Donnerstag fallen auf der Zugstrecke von München über Buchloe und Memmingen nach Lindau für mehrere Monate Züge aus. Auch das Oktoberfest ist betroffen. Die Langsamfahrstellen werden verlängert.

Die Streckenbetreiberin Arverio spricht von schwierigen Zeiten für die Fahrgäste auf der Strecke München – Buchloe – Memmingen – Lindau. Denn am Donnerstag, 13. August, beginnen verschiedene Bauarbeiten auf der Strecke. Betroffen sind die Zuglinien RE 96, RE 72 und RB 92.

Dadurch fallen laut Arverio bis Mitte November auf verschiedenen Abschnitten der Strecke täglich Züge aus, teilweise auch auf mehreren Abschnitten gleichzeitig.

Baustellen an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten

Los geht es am 13. und 14. August mit verschiedenen Sperrungen auf der Strecke Lindau – Memmingen. Demnach können Fahrgäste tagsüber von Lindau nach Wangen noch mit dem Zug fahren, zwischen Wangen und Memmingen dann aber auf Ersatzbusse ausweichen. Morgens und abends fahren zwischen Lindau und Memmingen gar keine Züge, Fahrgäste müssen komplett mit Ersatzbussen fahren.

Vom 17. August bis 12. Dezember wird der Bahnhof in Kaufering umgebaut. Die Gleise vier und fünf werden gesperrt. Ein Behelfsbahnsteig wird eingerichtet. Das betrifft auch Reisende zwischen Augsburg und Landsberg am Lech: Eine direkte Verbindung gibt es in diesem Zeitraum nicht. Fahrgäste müssen in Kaufering umsteigen. Auch die Abfahrtszeiten der Züge ändern sich. Zudem weist die DB-App alternative Verbindungen aus: Etwa mit dem Zug von Augsburg nach Mehring und dann mit dem Bus weiter nach Landsberg, teilweise mit mehreren Umstiegen.

Lesen Sie auch aus unserer Bahn-Serie:Wie steht es um den Bahnverkehr im Allgäu?

Oktoberfestgäste betroffen

Auch während des Münchner Oktoberfestes ist die Strecke zwischen München und Buchloe von Sperrungen betroffen. Zwischen dem 5. September und dem 6. Oktober ist der Abschnitt zwischen Buchloe und Kaufering nur einspurig befahrbar. Dadurch fällt laut Arverio der RE 96 ganz aus, beim RE 72 kommt es zu Einschränkungen.

Nur sechs Tage später ist die Strecke Buchloe – Kaufering wieder nur eingleisig befahrbar: vom 12. Oktober bis 16. November.

Arverio kritisiert Baustellenmanagement der Bahn

Nicht zum ersten Mal kritisiert Arverio das Baustellenmanagement der Bahn. So sprach Arverio Ende Oktober von einem unzumutbaren Ausmaß im regionalen Bahnverkehr rund um Augsburg.

Im Fall der Baustellen im Allgäu spricht Arverio-Geschäftsführer Arno Beugel von Flickschusterei. „Das alles ist überhaupt nicht fahrgastfreundlich geplant. Wir sehen immer mehr kurzfristig angekündigte Baustellen“, sagt Beugel. Langsamfahrstellen werden laut Beugel auch nach dem Ende der Bauarbeiten nicht beseitigt. Dadurch verlängere sich die Fahrzeit weiterhin, und auch Ersatzbusse seien weiter nötig. „Wir können hier kein Konzept erkennen, wie die Strecke wieder in den Tritt kommen soll. Aus unserer Sicht ist das Flickschusterei“, wirft Beugel der DB Infrag Go weiter vor.

DB reagiert auf Kritik von Arverio

Die Deutsche Bahn teilt auf Anfrage zu den Vorwürfen von Arverio mit, dass man um die hohe Belastung durch die vielen Bauarbeiten wisse. „Und arbeiten daher nachdrücklich an Verbesserungen – auch im Hinblick auf die Faktoren Verlässlichkeit und Planbarkeit“, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Das will die Bahn etwa durch „vertaktetes Bauen“ erreichen: Festgelegte Zeitfenster für Bauarbeiten, die im Fahrplan hinterlegt werden, sodass die Zeitfenster langfristig bekannt sind. Zudem bündelt die Bahn Bauarbeiten, sodass einmal alle Arbeiten auf einer Strecke erledigt werden, anstatt dass diese immer wieder gesperrt wird.

Langsamfahrstellen werden verlängert

Außerdem bestätigt die DB den Vorwurf, dass Langsamfahrstellen nicht aufgehoben werden: Seit dem 7. Februar gibt es mehrere solcher Stellen zwischen Buchloe und München. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch um bis zu 20 Minuten. Eigentlich sollten die Langsamfahrstellen Ende Oktober aufgehoben werden. Doch laut der Deutschen Bahn, müssen die Züge auf der Strecke noch bis Mitte Dezember langsamer fahren. Während manche der seit 7. Februar bestehenden Langsamfahrstellen beseitigt werden können, kommen an anderer Stelle neue dazu. Arverio nennt hier als Grund, dass die Deutsche Bahn für die Bauarbeiten zwischen Buchenau und Grafrath kein Bauunternehmen gefunden hat, sodass diese auf November verschoben werden müssen. Die DB äußerte sich auf Anfrage dazu nicht.

Der nächste Bauabschnitt betrifft vom 26. August bis 5. September dann die Strecke Buchloe – Geltendorf (Gleiserneuerungen) und den Bahnhof Fürstenfeldbruck (neue Weichen).

Die gesamten Bauphasen und Fahrplanänderungen sind online bei Arverio einsehbar.

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