Landkreis-Umfrage | Folge 1

Donau-Ries: Potenzial als Energie-Zentrum Schwabens?

Wie sieht die wirtschaftliche Zukunft der Landkreise in Bayerisch-Schwaben aus – und wo liegt ihr Potenzial? Diese Fragen beantwortet die B4B-Landkreisumfrage. Diesmal: das Donau-Ries.

Klemens Heininger ist Geschäftsführer des Wirtschaftsförderverbands Donauries. Im Interview erklärt er jetzt, welche Branchen im Donau-Ries besonders stark sind. Und welche Anreize für neue Investitionen geschaffen werden können.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Ist der Landkreis Donau-Ries gut für eine wirtschaftlich stabile Zukunft aufgestellt?

Klemens Heininger: Schon in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass der Landkreis aufgrund seines diversifizierten Portfolios und seiner vielen mittelständischen Unternehmen in den Branchen Bau, Handwerk, Lebensmittel, Industrie, Metall, Landschaft und Natur, Gesundheit und Dienstleistung gut aufgestellt ist. Wir können daher Krisen besser bewältigen als Landkreise oder Städte, die stärker branchen- der unternehmensabhängig sind.

Spiegelt sich dies auch auf dem Arbeitsmarkt wider?

Die Arbeitslosenzahl im Landkreis Donau-Ries ist deutschlandweit nach wie vor eine der niedrigsten. Stand Juni 2020 liegt sie bei nur 2,3 Prozent. Trotz Corona ist das Thema Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung aber immer noch ein wichtiges in der Region.

Welche Anreize können geschaffen werden, um Unternehmen in die Region zu locken?

Um die Region bekannter und so auch für Unternehmen attraktiver zu machen und für Fachkräfte zu werben, hat der Landkreis 2016 die Regionenmarke „Donauries“ ins Leben gerufen. Zudem arbeitet der Landkreis an wichtigen Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung, um die regionalen Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten.

Wer sind die größten Arbeitgeber im Landkreis Donau-Ries? 

Die meisten Beschäftigten in der Region hat Airbus Helicopters, nämlich circa 6.000. Große Arbeitgeber sind außerdem etwa Hama mit rund 1.500 Angestellten, Zott und Valeo mit jeweils rund 1.400 Mitarbeitern. Dazu kommt außerdem noch Dehner mit circa 1.200 Mitarbeitern und AGCO mit rund 1.100. Im Gesundheitssektor beschäftigen außerdem die Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime gKU gut 1.500 Menschen.

Für welche Branchen sehen Sie das größte Potential im Landkreis Donau-Ries?

Dies sehen wir etwa für die Batteriebranche mit der Firma Varta, denn die Nachfrage für Hochleitungsbatterien zum Beispiel in der Automobilindustrie für Elektroautos wird in der näheren Zukunft wohl immens steigen. Ebenso sehen wir viel Potenzial in der Energiebranche, etwa Biogasanlagen und Solarenergie, da der Trend weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz geht.

Wie stark hat Corona den Landkreis Donau-Ries getroffen?

Wirtschaftlich hat die Pandemie sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die Unternehmen in unserem Landkreis. Während die Gastronomie und Hotellerie wochenlang starken Einschränkungen ausgesetzt waren, konnten einige Betriebe nahezu ungestört weiterarbeiten. Wieder andere waren gerade in dieser Ausnahmesituation gefragter denn je: Masken und Schutzausrüstung, medizinische Geräte und Desinfektionsmittel waren Mangelware und wurden auch in unserer Region in Windeseile produziert.

Wo gab es die größten Eintrübungen?

Starke Einbußen und Rückschläge gab es in der Automobilindustrie und deren Zulieferbetrieben. Während Bau- und Architekturbetriebe die Auswirkungen der Corona-Krise kaum oder gar nicht zu spüren bekamen, sind vor allem Unternehmen mit Niederlassungen im Ausland und ausländischen Zulieferern stark von Umsatzeinbußen und Kurzarbeit betroffen und werden wohl auch noch in den Jahren 2021 und 2022 mit den Folgen dieser Entwicklungen kämpfen müssen.

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Spiegelt sich dies auch auf dem Arbeitsmarkt wider?

Die Arbeitslosenzahl im Landkreis Donau-Ries ist deutschlandweit nach wie vor eine der niedrigsten. Stand Juni 2020 liegt sie bei nur 2,3 Prozent. Trotz Corona ist das Thema Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung aber immer noch ein wichtiges in der Region.

Welche Anreize können geschaffen werden, um Unternehmen in die Region zu locken?

Um die Region bekannter und so auch für Unternehmen attraktiver zu machen und für Fachkräfte zu werben, hat der Landkreis 2016 die Regionenmarke „Donauries“ ins Leben gerufen. Zudem arbeitet der Landkreis an wichtigen Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung, um die regionalen Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten.

Wer sind die größten Arbeitgeber im Landkreis Donau-Ries? 

Die meisten Beschäftigten in der Region hat Airbus Helicopters, nämlich circa 6.000. Große Arbeitgeber sind außerdem etwa Hama mit rund 1.500 Angestellten, Zott und Valeo mit jeweils rund 1.400 Mitarbeitern. Dazu kommt außerdem noch Dehner mit circa 1.200 Mitarbeitern und AGCO mit rund 1.100. Im Gesundheitssektor beschäftigen außerdem die Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime gKU gut 1.500 Menschen.

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Wirtschaftlich hat die Pandemie sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die Unternehmen in unserem Landkreis. Während die Gastronomie und Hotellerie wochenlang starken Einschränkungen ausgesetzt waren, konnten einige Betriebe nahezu ungestört weiterarbeiten. Wieder andere waren gerade in dieser Ausnahmesituation gefragter denn je: Masken und Schutzausrüstung, medizinische Geräte und Desinfektionsmittel waren Mangelware und wurden auch in unserer Region in Windeseile produziert.

Wo gab es die größten Eintrübungen?

Starke Einbußen und Rückschläge gab es in der Automobilindustrie und deren Zulieferbetrieben. Während Bau- und Architekturbetriebe die Auswirkungen der Corona-Krise kaum oder gar nicht zu spüren bekamen, sind vor allem Unternehmen mit Niederlassungen im Ausland und ausländischen Zulieferern stark von Umsatzeinbußen und Kurzarbeit betroffen und werden wohl auch noch in den Jahren 2021 und 2022 mit den Folgen dieser Entwicklungen kämpfen müssen.

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