Die größten Arbeitgeber in Bayerisch-Schwaben | Teil 1

Hama aus Mohnheim: „Wir bleiben am Puls der Zeit“

Hama in Monheim. Foto: Hama
Das Donau-Ries hat eine starke Wirtschaft. Dies bezeugen große Arbeitgeber, die in der Region schon über lange Zeit erfolgreich sind. Eines dieser Unternehmen ist Hama in Monheim. Im Interview erklärt Geschäftsführer Christoph Thomas, womit der Startschuss fiel – und wie sich das Unternehmen immer am Zeitgeist orientiert.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie sind einer der größten Arbeitgeber im Donau-Ries. Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie? 

Christoph Thomas: An unserem Stammsitz im bayerischen Monheim sind derzeit rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Weltweit haben wir an 19 weiteren Standorten circa 2.500 Mitarbeiter.

Wie lange ist Hama schon in der Region ansässig? 

Das Unternehmen wurde 1923 in Dresden gegründet, dort allerdings bei der Bombardierung völlig zerstört. Der Gründer, mein Großvater Martin Hanke, wurde aus der Kriegsgefangenschaft nach Bayern entlassen, hatte in Monheim einen Kunden und kam so in das kleine Jura-Städtchen. Bereits 1945 baute er dort Hamaphot, wie es damals noch hieß, neu auf. Hanke organisiert daraufhin, dass seine Frau und die vier Kinder vom sowjetisch besetzten Dresden ins „amerikanische“ Monheim nachkommen. 

Nach dem plötzlichen Tod von Martin Hanke übernehmen sein Sohn Rudolph Hanke und sein Schwiegersohn Adolf Thomas 1958 die Geschäftsführung, zu der ich dann seit 1987 gehöre. Rudolph Hanke verabschiedete sich 2017 zu seinem 80. Geburtstag in den Ruhestand. Mitte 2020 wird Christian Sokcevic zum weiteren Geschäftsführer ernannt.

Christoph Thomas und Rudolph Hanke. Foto: Hama

Warum haben Sie dem Standort immer die Treue gehalten? 

Nach dem Neubeginn 1945 wurden schnell alte Geschäftsbeziehungen wieder aufgenommen und neue dazugewonnen. Die Strukturen festigten sich mehr und mehr und damit waren Firma und Familie schnell in der neuen Heimat verwurzelt. Das ist die Basis der durchgehenden Standort-Treue.  Alles begann in einem kleinen Schuppen, bald bezog man ein größeres Gebäude, in dem heute übrigens Mitarbeiterwohnungen untergebracht sind.

Wann kamen die ersten Expansionen?

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Mit 80 Mitarbeitern zogen wir 1973 in einen Neubau, der 1979 um rund die doppelte Fläche erweitert wurde. Die Zahl der Mitarbeiter ist da bereits auf 300 gestiegen. 1990 wird im Gewerbegebiet Monheims ein zusätzliches Werk in Betrieb genommen. 1997, 2006, 2011 und 2014 wird nochmals beträchtlich erweitert. Es entstand ein modernes Logistikzentrum mit großen Lagerkapazitäten, optimierten Arbeitsabläufen und automatisierten Warenflüssen. 

Mit welcher Strategie hat das Unternehmen seine jetzige Größe erreicht? 

Hama hat sich immer an den Märkten orientiert und auf deren Anforderungen reagiert, aber auch neue Impulse gesetzt. Oft haben sich Sortimentserweiterungen einfach logisch ergeben, mussten aber vorausgedacht und schnell umgesetzt werden. Hama hat mit Zubehör für die Fotografie angefangen. Schnell kamen Produkte für Schmalfilm- und in den 80ern Videokameras dazu. Das war eine natürliche Entwicklung, die parallel zum technischen Fortschritt mitgegangen wurde. Auch der Schritt in Richtung Computer- und später Handyzubehör hat sich aus Anforderungen von Handel und Endverbraucher ergeben, war aber sicherlich auch mit dem Mut verbunden, Neues zu wagen und in neue Bereiche vorzustoßen. 

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen?   

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Den eingeschränkten Warenfluss unserer Fertigungspartner und die europaweite Schließung des Einzelhandels haben wir natürlich zu spüren bekommen. Mit dem Onlinehandel und Absatzkanälen wie Drogerien und Tankstellen, die auch während des Lockdowns geöffnet hatten, war aber weiterhin Vertriebspotenzial vorhanden, wenn natürlich auch in viel geringerem Umfang. Wir sind froh, dass wir den Betrieb über diese Zeit immer aufrecht erhalten und die gemeinsam mit dem Betriebsrat beschlossene Kurzarbeit sehr gering halten konnten. Bereits im Juli sind wir in den „Normalbetrieb“ zurückgekehrt, die Umsätze haben sich stabilisiert und für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft sind wir vorsichtig optimistisch. Immer vorausgesetzt natürlich, es bleibt bei den Öffnungen des Handels.

Wie stellt sich Hama aktuell stark für die Zukunft auf? 

Unsere wichtigste Aufgabe bleibt, immer den Produktnutzen im Vordergrund zu haben, am Puls der Zeit zu bleiben und schnell ergänzendes Zubehör zu den angesagten Themen und Endprodukten auf den Markt zu bringen. Unser Produktmanagement ist daher im engen Austausch mit führenden Technologiepartnern und immer mit offenen Augen und Ohren unterwegs, um sich umzuhören, wie sich Technologien verändern und welche Trends sich abzeichnen. Das geht nur mit interessierten, engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern, die das Herz des Unternehmens sind. Und natürlich mit der richtigen Infrastruktur. 

An welchen Investitionen arbeitet Hama derzeit?

Wir wollen den Standort Monheim weiter stärken und investieren kontinuierlich in unsere Logistik. Mit einer der modernsten Anlagen innerhalb unserer Branche möchten wir unseren Handelspartnern eine hohe Warenverfügbarkeit und schnellste Lieferzeiten bieten. Wir arbeiten auch an neuen Verpackungslösungen und haben beispielsweise in diesem Zusammenhang erst kürzlich in eine hochmoderne Druckmaschine investiert, die uns in diesem Bereich noch flexibler und schneller macht. 

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Hama in Monheim. Foto: Hama
Das Donau-Ries hat eine starke Wirtschaft. Dies bezeugen große Arbeitgeber, die in der Region schon über lange Zeit erfolgreich sind. Eines dieser Unternehmen ist Hama in Monheim. Im Interview erklärt Geschäftsführer Christoph Thomas, womit der Startschuss fiel – und wie sich das Unternehmen immer am Zeitgeist orientiert.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie sind einer der größten Arbeitgeber im Donau-Ries. Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie? 

Christoph Thomas: An unserem Stammsitz im bayerischen Monheim sind derzeit rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Weltweit haben wir an 19 weiteren Standorten circa 2.500 Mitarbeiter.

Wie lange ist Hama schon in der Region ansässig? 

Das Unternehmen wurde 1923 in Dresden gegründet, dort allerdings bei der Bombardierung völlig zerstört. Der Gründer, mein Großvater Martin Hanke, wurde aus der Kriegsgefangenschaft nach Bayern entlassen, hatte in Monheim einen Kunden und kam so in das kleine Jura-Städtchen. Bereits 1945 baute er dort Hamaphot, wie es damals noch hieß, neu auf. Hanke organisiert daraufhin, dass seine Frau und die vier Kinder vom sowjetisch besetzten Dresden ins „amerikanische“ Monheim nachkommen. 

Nach dem plötzlichen Tod von Martin Hanke übernehmen sein Sohn Rudolph Hanke und sein Schwiegersohn Adolf Thomas 1958 die Geschäftsführung, zu der ich dann seit 1987 gehöre. Rudolph Hanke verabschiedete sich 2017 zu seinem 80. Geburtstag in den Ruhestand. Mitte 2020 wird Christian Sokcevic zum weiteren Geschäftsführer ernannt.

Christoph Thomas und Rudolph Hanke. Foto: Hama

Warum haben Sie dem Standort immer die Treue gehalten? 

Nach dem Neubeginn 1945 wurden schnell alte Geschäftsbeziehungen wieder aufgenommen und neue dazugewonnen. Die Strukturen festigten sich mehr und mehr und damit waren Firma und Familie schnell in der neuen Heimat verwurzelt. Das ist die Basis der durchgehenden Standort-Treue.  Alles begann in einem kleinen Schuppen, bald bezog man ein größeres Gebäude, in dem heute übrigens Mitarbeiterwohnungen untergebracht sind.

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Mit 80 Mitarbeitern zogen wir 1973 in einen Neubau, der 1979 um rund die doppelte Fläche erweitert wurde. Die Zahl der Mitarbeiter ist da bereits auf 300 gestiegen. 1990 wird im Gewerbegebiet Monheims ein zusätzliches Werk in Betrieb genommen. 1997, 2006, 2011 und 2014 wird nochmals beträchtlich erweitert. Es entstand ein modernes Logistikzentrum mit großen Lagerkapazitäten, optimierten Arbeitsabläufen und automatisierten Warenflüssen. 

Mit welcher Strategie hat das Unternehmen seine jetzige Größe erreicht? 

Hama hat sich immer an den Märkten orientiert und auf deren Anforderungen reagiert, aber auch neue Impulse gesetzt. Oft haben sich Sortimentserweiterungen einfach logisch ergeben, mussten aber vorausgedacht und schnell umgesetzt werden. Hama hat mit Zubehör für die Fotografie angefangen. Schnell kamen Produkte für Schmalfilm- und in den 80ern Videokameras dazu. Das war eine natürliche Entwicklung, die parallel zum technischen Fortschritt mitgegangen wurde. Auch der Schritt in Richtung Computer- und später Handyzubehör hat sich aus Anforderungen von Handel und Endverbraucher ergeben, war aber sicherlich auch mit dem Mut verbunden, Neues zu wagen und in neue Bereiche vorzustoßen. 

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen?   

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Wie stellt sich Hama aktuell stark für die Zukunft auf? 

Unsere wichtigste Aufgabe bleibt, immer den Produktnutzen im Vordergrund zu haben, am Puls der Zeit zu bleiben und schnell ergänzendes Zubehör zu den angesagten Themen und Endprodukten auf den Markt zu bringen. Unser Produktmanagement ist daher im engen Austausch mit führenden Technologiepartnern und immer mit offenen Augen und Ohren unterwegs, um sich umzuhören, wie sich Technologien verändern und welche Trends sich abzeichnen. Das geht nur mit interessierten, engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern, die das Herz des Unternehmens sind. Und natürlich mit der richtigen Infrastruktur. 

An welchen Investitionen arbeitet Hama derzeit?

Wir wollen den Standort Monheim weiter stärken und investieren kontinuierlich in unsere Logistik. Mit einer der modernsten Anlagen innerhalb unserer Branche möchten wir unseren Handelspartnern eine hohe Warenverfügbarkeit und schnellste Lieferzeiten bieten. Wir arbeiten auch an neuen Verpackungslösungen und haben beispielsweise in diesem Zusammenhang erst kürzlich in eine hochmoderne Druckmaschine investiert, die uns in diesem Bereich noch flexibler und schneller macht. 

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