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Wie Augsburgs Kommunen sich gemeinsam gegen Hochwasser wappnen
Hochwasserschutz

Wie Augsburgs Kommunen sich gemeinsam gegen Hochwasser wappnen

(v.l.n.r.): Walter Albrecht (LEW), Landrat Martin Sailer, Richard Greiner (Bürgermeister Neusäß), Florian Mair (Bürgermeister Al
(v.l.n.r.): Walter Albrecht (LEW), Landrat Martin Sailer, Richard Greiner (Bürgermeister Neusäß), Florian Mair (Bürgermeister Altenmünster), Landtagsabgeordnete Marina Jakob, Benjamin Früchtl (Bürgermeister Fischach), Tobias Kunz (Bürgermeister Nordendorf), Winfried Riedle (Marktbaumeister Fischach) und Michael Smischek (LEW). Foto: Peter Fastl

Der Landkreis Augsburg setzt bei der Hochwasservorsorge auf digitale Technik: Gemeinsam mit mehreren Kommunen entsteht ein Sensornetz für kleinere Gewässer. Die Inno.Live-Plattform der LEW stellt die Messdaten zentral bereit.

Der Landkreis Augsburg baut gemeinsam mit den Kommunen Fischach, Altenmünster, Nordendorf, Gersthofen und Neusäß ein digitales Netz aus Pegelsensoren auf. Diese sollen automatisch die Wasserstände kleinerer Gewässer erfassen und die Daten anschließend digital zur Verfügung stellen. Das Projekt ist das erste landkreisweite Sensornetz dieser Art in der Region. Gefördert wird das Vorhaben durch den Freistaat Bayern und das Bayerische Staatsministerium für Digitales.

Neue Datenbasis für die Hochwasservorsorge

Große Flüsse werden bereits seit vielen Jahren regelmäßig überwacht. Bei kleineren Bächen, Gräben und Zuflüssen fehlen dagegen häufig kontinuierliche Messdaten. Doch gerade diese Gewässer können bei Starkregen schnell ansteigen. Die neuen Sensoren sollen Kommunen und Einsatzkräften deshalb eine bessere Einschätzung der aktuellen Lage ermöglichen. Die Wasserstände sollen laufend erfasst und automatisch über die Inno.Live-Plattform in ein digitales Portal übertragen werden. Je nach Standort kommen Radar- oder Pegeldrucksensoren zum Einsatz, wodurch die Pegel nicht mehr regelmäßig vor Ort kontrolliert werden müssen.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die sogenannte Hochwassergruppe. Die beteiligten Kommunen können ihre Messdaten gegenseitig freigeben. Dadurch erhalten sie auch Informationen über Wasserstände oberhalb ihres Gemeindegebiets. So können Entwicklungen entlang eines Gewässers früher erkannt und besser eingeschätzt werden. Die Idee für diesen Datenaustausch entstand bei den beteiligten Kommunen selbst.

LEW-Technologie vernetzt die Sensoren

Die technische Grundlage des Projekts bildet die Inno.Live-Plattform der LEW. Die Smart-City-Technologie verbindet die Sensoren über ein Funknetz und sammelt die Daten in einer zentralen Datenbank. Über ein Online-Portal können die Kommunen die Informationen für ihre jeweiligen Aufgaben nutzen. Die Datenhoheit bleibt dabei bei den Kommunen. Sie entscheiden selbst, wie sie ihre Daten verwenden und welche Informationen sie mit anderen Kommunen teilen. „Das Projekt zeigt, wie durch die enge Zusammenarbeit von Landkreis, Kommunen und Freistaat konkrete Lösungen für die Menschen vor Ort entstehen“, erklärt Landrat Martin Sailer.

Fördermittel unterstützen Kommunen

Das Projekt soll anderen Kommunen und Landkreisen als Beispiel dienen. Im Landkreis Augsburg ermittelt das Landratsamt zunächst den Bedarf der Kommunen und bündelt die Rückmeldungen. Anschließend werden Fördermittel beantragt. Nach einer Bewilligung beschaffen die Kommunen die Sensoren und können die Kosten erstatten lassen. Gefördert werden sowohl die Pegelsensoren als auch deren Einbau. Voraussetzung ist, dass die Förderbedingungen eingehalten werden. Dazu gehört unter anderem die Bereitstellung der Daten für zentrale Anwendungen des Krisenmanagements. 

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