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Die Kommunen entlang der Zusam wollen den Hochwasserschutz mit Künstlicher Intelligenz ausbauen. Bei einem Besuch im Rathaus von Dinkelscherben stellte Bayerns Digitalminister Fabian Mehring ein digitales Frühwarnsystem vor. Es soll Hochwasser mehrere Stunden im Voraus erkennen und die Bevölkerung frühzeitig warnen.
Beim Treffen mit den Bürgermeistern der Anrainergemeinden sprach sich Mehring für eine enge Zusammenarbeit aus. Ziel ist ein Projekt für das Zusamtal und die Region Reischenau im Landkreis Augsburg, bei dem alle Kommunen an einem Strang ziehen.
„Hochwasser stoppt nicht an Gemeindegrenzen und interessiert sich nicht dafür, wer Unter- und wer Oberlieger ist“, erklärt Mehring. Er lobte zudem die Pläne der beteiligten Kommunen, den Hochwasserschutz gemeinsam weiterzuentwickeln.
Das geplante Frühwarnsystem basiert auf einer Lösung, die im Rahmen des Förderprogramms „Kommunal? Digital!“ im niederbayerischen Ergoldsbach entwickelt wurde. Eine KI verbindet hier Satellitendaten mit Messwerten von Sensoren im Fluss. So entsteht ein Echtzeit-Lagebild. Das System kann Pegelstände mehrere Stunden im Voraus berechnen, Warnungen auslösen und Rettungsketten automatisch aktivieren.
Im Rahmen des Förderprogramms wurden zehn Digitalisierungsprojekte mit bis zu 500.000 Euro gefördert. Das Frühwarnsystem in Ergoldsbach erhielt eine Förderung von 432.000 Euro und dient inzwischen als Best-Practice-Beispiel für andere Kommunen.
Nach Angaben des Digitalministeriums hat sich das System bereits beim Starkregen im Sommer 2024 in Ergoldsbach bewährt. Einsatzkräfte wurden frühzeitig informiert und konnten Schutzmaßnahmen einleiten. Die Gemeinden Dinkelscherben, Zusmarshausen, Altenmünster, Villenbach, Zusamaltheim und Wertingen möchten nun eine ähnliche Lösung umsetzen. Das Projekt „ARGE Solidarischer Hochwasserschutz“ umfasst bereits vier Landkreise und 27 Kommunen.
Nach den Plänen des Digitalministeriums könne sich Schwaben zu einer Modellregion für KI-gestützten Hochwasserschutz entwickeln. Grundlage dafür seien die bestehenden Projekte an der Paar sowie die geplante Zusammenarbeit im Zusamtal und der Region Reischenau. Smarte Prävention sei wirksamer als teure Nachsorge, betont Mehring. „Das Hochwasser des Jahres 2024 hat im Herzen unserer Heimat eindrucksvoll gezeigt, welche gewaltigen Schäden Extremwetter anrichten können und dass dadurch konkrete Gefahr für Leib und Leben besteht“, so Mehring weiter.