B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

B4B Schwaben
 / 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
Wie abhängig ist die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben vom Export?
Exportwirtschaft

Wie abhängig ist die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben vom Export?

Nicht nur Unternehmen, die direkt exportieren, hängen vom Exportgeschäft ab. Foto: Adobe Stock/ MAGNIFIER
Nicht nur Unternehmen, die direkt exportieren, hängen vom Exportgeschäft ab. Foto: Adobe Stock/ MAGNIFIER

Rund 3.000 Unternehmen in Bayerisch-Schwaben sind im Ausland aktiv. Eine Studie der BIHK und Prognos zeigt, dass viel mehr Unternehmen vom Exportgeschäft abhängig sind – und wie Bayerisch-Schwaben im Vergleich dasteht

Seit 2019 sind die bayerischen Exporte zurückgegangen: Bayerische Unternehmen importieren mehr, als dass sie exportieren. Dass das Exportgeschäft schwieriger wird, weil die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sinkt, ist auch bekannt. Zollstreitigkeiten und Kriege belasten das Geschäft zusätzlich. Doch wie stark hängt die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben tatsächlich vom Export und von Handelskrisen ab?

Eine Studie des Beratungsunternehmens Prognos im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) zeigt, wie stark die Landkreise in globale Wertschöpfungsketten eingebettet sind. Dafür hat sie nicht nur die reinen Exportwerte berechnet, sondern auch vorgelagerte Dienstleistungen wie Softwareentwicklung, Engineering, Logistik und Forschung eingerechnet. „Ein Auto besteht aus verschiedenen Bauteilen, die nicht nur aus einer Region und Branche kommen“, erklärt Prognos-Studienautor Dr. Andreas Sachs. „Wir bilden die Wertschöpfungskette ab und nicht nur den Exportwert.“

Bayerisch-Schwaben: diversifiziert und robust

In Bayerisch-Schwaben hängt demnach jeder sechste Arbeitsplatz – oder absolut gesprochen 190.000 Arbeitsplätze – von Exporten ab. Knapp 17,8 Prozent der Bruttowertschöpfung in Bayerisch-Schwaben entstehen direkt oder indirekt durch Exporte. „Das zeigt, wir haben in Bayern eine ganz tief verzweigte Vorleistungsstruktur“, sagt Jana Lovell, Leiterin der Abteilung International bei der IHK Schwaben. Zudem leiste die Exporttätigkeit einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand in der Region.

In den Landkreisen Donau-Ries (24 Prozent), Unterallgäu (23 Prozent) und Neu-Ulm (22 Prozent) haben Exporte die größte Bedeutung für die regionale Wertschöpfung. Die kreisfreien Städte Kaufbeuren (9 Prozent) und Kempten (12 Prozent) liegen am anderen Ende. Augsburg Stadt und Land liegen mit 16 bzw. 15 Prozent im Mittelfeld Bayerisch-Schwabens.

Lesen Sie hier:Innovation als Treiber in der Krise?

Lovell ist wichtig, die Darstellung nicht als Ranking zu verstehen, sondern als eine Charakterisierung, die Unterschiede aufzeigt. Insgesamt sieht sie für Bayerisch-Schwaben eine mittlere Exportabhängigkeit. Die Region stehe im Vergleich zu anderen Regionen gut da. „Wir haben hier eine relativ robuste Struktur und kein allzu großes Ungleichgewicht“, so Lovell mit Blick auf industrielle Zentren wie Ingolstadt, das stark davon abhängig ist, wie es Audi geht und wie dessen Exportgeschäft läuft.

„Dank der hohen Exportrelevanz bei einer gleichzeitig diversifizierten Branchenstruktur hat die regionale Wirtschaft optimale Voraussetzungen, sich den gegenwärtigen Krisen und strukturellen Veränderungen zu stellen“, fasst Lovell zusammen. Dennoch fordert sie bessere Standortbedingungen, damit die Unternehmen international wettbewerbsfähig bleiben.

Dorthin exportieren bayerische Unternehmen

Rund 3.000 Unternehmen in Bayerisch-Schwaben sind im Ausland aktiv. Der größte Exportmarkt für bayerische Unternehmen ist der EU-Binnenmarkt. Im Jahr 2024 gingen 52 Prozent der Exporte in die EU-Länder. Die USA sind danach der nächstgrößte Absatzmarkt mit 13 Prozent. Nach China gehen sieben Prozent der bayerischen Exporte. Indien und die Mercosur-Staaten hatten 2024 jeweils einen Anteil von einem Prozent. Für beide Absatzmärkte hat die EU kürzlich Freihandelsabkommen geschlossen. Die IHK rechnet durch die Freihandelsabkommen mit den neuen Absatzmärkten. Freihandelsabkommen.

Die wichtigsten Exportbranchen in Bayern sind der Kraftfahrzeugbau, der Maschinenbau, die Elektronik und die Chemieindustrie. Allerdings haben die Auto- und Chemieindustrie laut IHK Schwaben zuletzt relativ an Bedeutung verloren. Der Maschinenbau und die Elektronik legten stärker zu.

Artikel zum gleichen Thema