B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

B4B Schwaben
 / 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
Stellenabbau in Augsburg: So lief das Gespräch zwischen Aiwanger und Kuka
Standort Augsburg

Stellenabbau in Augsburg: So lief das Gespräch zwischen Aiwanger und Kuka

Der Stammsitz des Augsburger Roboterhersteller Kuka. Foto: B4B
Der Stammsitz des Augsburger Roboterhersteller Kuka. Foto: B4B

Bei Kuka könnten mehr als die geplanten 400 Stellen wegfallen. Um das zu verhindern, bespricht sich Wirtschaftsminister Aiwanger am heutigen Mittwoch mit der Kuka-Geschäftsführung.

Die bayerische Regierung will den Kuka-Standort in Augsburg sichern und Arbeitsplätze erhalten. In diesem Zuge hat sich Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Mittwoch mit der Kuka-Geschäftsführung besprochen.

Nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen Ende Oktober war bekannt geworden, dass bei Kuka in Augsburg mehr als die bisher geplanten 400 Stellen abgebaut und Teile der Augsburger Fertigung nach Ungarn verlagert werden könnten.

So lief das Gespräch zwischen Kuka und Aiwanger

Laut Aiwanger war das Gespräch konstruktiv. „Ich freue mich darüber, dass KUKA den Standort erhalten und dort weiter investieren will. In Augsburg sollen auch weiterhin große Roboter produziert werden“, teilt Aiwanger mit. Die Geschäftsführung habe erfolgversprechende Perspektiven und innovative Ideen. Ein großer Schwerpunkt liege bei Kuka künftig auf Künstlicher Intelligenz. „Jetzt geht es um eine gezielte Umsetzung. Ich werde das Unternehmen mit Nachdruck bei den Plänen unterstützen. Unser Ziel ist, dass möglichst viele Arbeitsplätze, Kompetenzen und die Wertschöpfung in Augsburg erhalten bleiben“, so Aiwanger weiter.

Wie steht es um den Kuka-Standort Augsburg?

Das Gespräch habe sich zudem damit befasst, wie sich Firmen besser auf Zukunftsmärkte vorbereiten können. „Klar ist, dass sich ein internationales Unternehmen wie KUKA der weltweiten Konkurrenz stellen muss. Wenn die Rahmenbedingungen in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Ungarn, besser sind, müssen wir uns als Politik nicht wundern, dass einige Prozesse dorthin verlagert werden“, beurteilt Aiwanger die Lage.

Gegenüber der Augsburger Allgemeinen hatte Kuka-CEO Christoph Schell bestätigt, dass es sein könnte, dass mehr als die geplanten 400 Arbeitsplätze abgebaut und Teile der Fertigung von Augsburg nach Ungarn verlagert werden.

Kuka bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion die Aussagen Schells, will sich aber weiter nicht äußern. „In der aktuellen Phase fokussieren wir uns darauf, unsere Mitarbeitenden umfänglich zu informieren und nach endgültigen Entscheidungen in einen öffentlichen Dialog zu treten“, heißt es.

Es sei aber richtig, dass für den Standort Augsburg geprüft wird, wie dieser für zukünftiges Wachstum in Robotik und Automatisierung wettbewerbsfähig aufgestellt werden könne. Dabei wolle Kuka unter anderem Kompetenzen im Bereich Software und Künstlicher Intelligenz aufbauen – wobei der Standort Augsburg eine wichtige Rolle spiele.

Im Februar dieses Jahres hatte Kuka mitgeteilt, dass in Augsburg 400 Arbeitsplätze sozialverträglich gestrichen werden sollen, um wettbewerbsfähiger und effizienter zu werden. Davon entfallen 300 Stellen auf Kuka Robotics und 100 auf die Kuka AG.

So wollen Söder und Aiwanger Kuka-Arbeitsplätze retten

In diesen Findungsprozess von Kuka hat sich nun die bayerische Regierung eingeschaltet. Laut Ministerpräsident Söder hat die Zukunft Kukas für seine Regierung hohe Priorität. „Kuka ist einer der innovativsten und leistungsstärksten Player im Maschinenbau weit über Schwaben hinaus“, sagte Söder gegenüber unserer Redaktion. Er habe Wirtschaftsminister Aiwanger beauftragt, sich der Situation bei Kuka anzunehmen.

Dieser trifft sich am heutigen Mittwoch per Videokonferenz mit der Geschäftsführung von Kuka – um zu besprechen „welche Möglichkeiten bestehen, um möglichst viele Arbeitsplätze in Augsburg zu sichern und das Unternehmen auf die Zukunftsmärkte vorzubereiten“, teilte Aiwanger auf Anfrage mit. Söder will zudem das Gespräch mit Vertretern Chinas suchen, um auf politischer Ebene Einfluss zu nehmen.

Kommende Woche sollen zudem Gespräche zwischen der Regierung und dem Betriebsrat von Kuka stattfinden, „um alle erdenklichen Lösungsmöglichkeiten für eine umfassende Sicherung des Standorts Augsburg auszuloten und das Gütesiegel Made in Germany zu erhalten“, sagt Söder weiter.

Schwierige Marktlage für Kuka

Die Gründe, weshalb sogar mehr als 400 Arbeitsplätze bei Kuka in Augsburg verloren gehen könnten, sind vielschichtig. Kuka verweist darauf, dass der Automatisierungsmarkt äußerst dynamisch sei und dies mit der herausfordernden wirtschaftspolitischen Lage zusammenkomme. Der Markt verlange schnellere und flexiblere Lösungen bei Robotik, Software und Künstlicher Intelligenz. „Es ist für uns unerlässlich, interne Strategien und Strukturen regelmäßig zu überprüfen und zu optimieren, um in diesem dynamischen Markt erfolgreich zu bleiben“, schreibt Kuka. Im vergangenen Jahr hatte Kuka zwar mehr Aufträge bekommen, Umsatz und Gewinn waren aber eingebrochen.

Laut Wirtschaftsminister Aiwanger trifft zudem die Krise in der Automobilindustrie Kuka hart. Denn diese sei Kukas wichtigste Kundenbranche. „Der Markt schwächelt und die Konkurrenz vor allem aus Asien wird härter“, sagt Aiwanger.

Weiter betont er: „Die Ursachen liegen nicht in Augsburg, sondern auf Bundes- und Europaebene.“ Aiwanger verweist auf Kosten und Energiepreise, die im internationalen Vergleich zu hoch seien und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands schwächen. „Wir sind nicht mehr überall in der Produktion so viel besser, wie wir teurer sind. Daran müssen wir als Politik, Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt arbeiten. Leidtragende unserer Standortprobleme sind unsere Betriebe und deren Beschäftigte“, so Aiwanger weiter.

Kuka und Midea

Kuka ist seit 2016 Teil des chinesischen Konzerns Midea. Mit der Übernahme hatte Midea Kuka bis Ende 2023 eine Standort- und Beschäftigungsgarantien zugesichert.

Ende 2021 schlossen Kuka und Midea eine Vereinbarung mit dem Ziel, den Standort Augsburg und die Arbeitsplätze in der Region über 2023 hinaus zu schützen. In der Pressemitteilung hierzu betonte Dr. Andy Gu, Aufsichtsratsvorsitzender der Kuka AG und Vice President der Midea Group, dass die Punkte der 2016 geschlossenen Investoren- und Ringfencing-Vereinbarungen weiterhin respektiert und gewahrt werden. „Das ‚A‘ in KUKA wird weiterhin für Augsburg stehen – das erkennen wir als verantwortungsbewusster und langfristig orientierter Eigentümer an“, sagte Gu weiter. Um die Zukunft Kukas zu sichern, hatte Kuka sich damals von der Börse zurückgezogen.

Artikel zum gleichen Thema