Sanierung

Staatstheater Augsburg wird teurer: Hier soll gespart werden

Der Bauteil 2 des Staatstheaters Augsburg wird teurer. Foto: Johanna Kleinert/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Theater, Oper, Konzerte: die Räumlichkeiten das alten Theater Augsburg – mittlerweile Staatstheater – sind zu marode geworden. Bis auf die Freilichtbühne wird nun an Interimsspielstätten gespielt. Der Umbau wird jetzt wohl noch teurer als prognostiziert.

Fachplanungen zeigen: Der Neubau für das Staatstheater wird teurer. Das verkündeten am Mittwochvormittag auch Baureferent Gerd Merkle, Kulturreferent Thomas Weitzel und Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Während der erste Bauteil für das Große Haus mit 113,5 Millionen Euro aktuell im Rahmen liegt, stieg die Kostenprognose für den Bauteil 2 deutlich und sprengt den Kostendeckel.

Kosten für Augsburger Theater steigen markant

Der Bauteil 2 befindet sich in der Vorplanungsphase. Insgesamt 9 Phasen durchläuft ein Bau bis zur Fertigstellung. Eine erste Kostenprognose bezifferte das Volumen auf rund 72 Millionen Euro. Mitte April legte der Architekt eine Summe von über 125 Millionen Euro als Schätzung vor. Eine Schätzung beziffert den Preis genauer als eine Prognose. Für die Stadt Augsburg ist dieser Preis jedoch inakzeptabel. „Eine Kostenentwicklung wie bei der Elbphilharmonie wird es nicht geben. Auch, weil wir es uns nicht leisten können“, machte Merkle deutlich.

Das wird eingespart

Die letzten Monate arbeiten nun sein Referat und weitere Fachleute daran, die Kosten zu senken. So wird beispielsweise das vierte Untergeschoss wohl komplett entfallen, auch weil der Grundwasserspiegel höher liegt als aus den Unterlagen zu entnehmen war. Damit wird kein Platz für Langzeitkulissen sein, die das Staatstheater Augsburg nun extern lagern muss. Das dritte Untergeschoss wird zudem kleiner, da nicht bis zu den benachbarten Bauten gebaut werden kann. Der Lwk-Lastenaufzug wird gestrichen. Die Andienung erfolgt ebenerdig. Das Staatstheater kann damit die Bühnenausstattung einer Spielzeit lagern. Andere Deko wird jedoch weiterhin extern gelagert.

Brandschutz macht Bauteil 2 teurer

Größter Kostentreiber seien die Brandschutzmaßnahmen. Die Auflagen sehen Sprinkleranlagen in allen Räumen vor sowie eine mechanische Entlüftung in den unteren Geschossen. Daher wird die zweite Spielstätte aus dem Bauteil 2 herausgelöst. Sie befindet sich jetzt als „Kleines Haus“ dort, wo das Orchesterprobengebäude geplant war. Damit ist der Bauteil 2 keine Versammlungsstätte mehr, sondern ein reines Betriebsgebäude für das Staatstheater.

Staatstheater Augsburg trotz Einsparungen über Plan

Der überarbeiteten Planungsvariante für das Bauteil 2 liegt nun eine Kostenprognose von 92,3 Millionen Euro zugrunde. Beachtet man die in den letzten drei Jahren gestiegenen Bau- und Personalkosten, liegt diese Prognose immer noch rund 10 Millionenen Euro über der ersten, zuzüglich kleiner Räume. Die Variante wird nun dem Stadtrat vorgelegt. Thomas Weitzel ergänzte zudem, dass die Ergebnisse und Wünsche aus der Bürgerbeteiligung auch bei der neuen Variante weiter enthalten sind.

Eine weitere Idee ist, die Bauteile auf 3 statt 2 zu strecken. Auch damit könnten die restlichen 10 Millionenen Euro eingespart werden. Dies würde jedoch den laufenden Betrieb beeinflussen, wenn erst in 10 bis 20 Jahren die letzten Maßnahmen umgesetzt werden. Die geschätzten Einsparungen könnten sich durch steigende Baupreise zudem dann auch verdoppeln.

Schätzung wird erwartet

„Wir wollen keine Luxusplanung“, betonte Merkle. „Es muss aber die Funktion nicht nur verbessern, sondern auch einem Staatstheater angemessen sein.“ Weiter erklärte er, dass für den Bauteil 2 noch kein Geld verbaut worden sei. „Aber wenn wir starten, brauchen wir eine größtmögliche Sicherheit.“ Der Architekt sei nun in der Verantwortung, aus der alternativen Variante eine realistische Schätzung zu entwickeln. Dann könnten beide Optionen auf Augenhöhe diskutiert werden. „Wie beim Bauteil 1 müssen wir auch beim Bauteil 2 von einer unscharfen Kostenprognose zu einer belastbaren Kostenschätzung kommen.“

Förderung durch den Freistaat bleibt bestehen

Was schließlich die Förderung des Freistaats Bayern betrifft, so wird die Generalsanierung mit 75 Prozent der FAG-förderfähigen Kosten bezuschusst. Die Förderung ist nicht gedeckelt, sondern wächst mit den ermittelten Kostenberechnungen mit. Der Eigenanteil der Stadt an den Gesamtkosten erhöht sich prozentual.

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Der Bauteil 2 befindet sich in der Vorplanungsphase. Insgesamt 9 Phasen durchläuft ein Bau bis zur Fertigstellung. Eine erste Kostenprognose bezifferte das Volumen auf rund 72 Millionen Euro. Mitte April legte der Architekt eine Summe von über 125 Millionen Euro als Schätzung vor. Eine Schätzung beziffert den Preis genauer als eine Prognose. Für die Stadt Augsburg ist dieser Preis jedoch inakzeptabel. „Eine Kostenentwicklung wie bei der Elbphilharmonie wird es nicht geben. Auch, weil wir es uns nicht leisten können“, machte Merkle deutlich.

Das wird eingespart

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Brandschutz macht Bauteil 2 teurer

Größter Kostentreiber seien die Brandschutzmaßnahmen. Die Auflagen sehen Sprinkleranlagen in allen Räumen vor sowie eine mechanische Entlüftung in den unteren Geschossen. Daher wird die zweite Spielstätte aus dem Bauteil 2 herausgelöst. Sie befindet sich jetzt als „Kleines Haus“ dort, wo das Orchesterprobengebäude geplant war. Damit ist der Bauteil 2 keine Versammlungsstätte mehr, sondern ein reines Betriebsgebäude für das Staatstheater.

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Eine weitere Idee ist, die Bauteile auf 3 statt 2 zu strecken. Auch damit könnten die restlichen 10 Millionenen Euro eingespart werden. Dies würde jedoch den laufenden Betrieb beeinflussen, wenn erst in 10 bis 20 Jahren die letzten Maßnahmen umgesetzt werden. Die geschätzten Einsparungen könnten sich durch steigende Baupreise zudem dann auch verdoppeln.

Schätzung wird erwartet

„Wir wollen keine Luxusplanung“, betonte Merkle. „Es muss aber die Funktion nicht nur verbessern, sondern auch einem Staatstheater angemessen sein.“ Weiter erklärte er, dass für den Bauteil 2 noch kein Geld verbaut worden sei. „Aber wenn wir starten, brauchen wir eine größtmögliche Sicherheit.“ Der Architekt sei nun in der Verantwortung, aus der alternativen Variante eine realistische Schätzung zu entwickeln. Dann könnten beide Optionen auf Augenhöhe diskutiert werden. „Wie beim Bauteil 1 müssen wir auch beim Bauteil 2 von einer unscharfen Kostenprognose zu einer belastbaren Kostenschätzung kommen.“

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