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Während das Sommerfest der IHK Schwaben seinen Fokus in den vergangenen zwei Jahren auf die Geopolitik und die sich veränderte Weltordnung legte, rückte diesmal die eigene Wirtschaftsregion in den Mittelpunkt: die Chancen und Potenziale in Augsburg und Bayerisch-Schwaben. Mehr als 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sind der Einladung gefolgt, um diese Thematik zu diskutieren. Ehrengast war in diesem Jahr Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder (CSU). Eine Keynote gab es jedoch nicht – stattdessen fand im Sinne einer „lockeren, sommerlichen Atmosphäre“ eine Art Interview statt.
Nach der Willkommensrede von IHK Schwaben-Geschäftsführer Dr. Marc Lucassen, der Söder mit den Worten „Politiker-Animal“ beschreibt und ankündigt, ging die Frage-und-Antwort-Runde direkt los. Das erste Thema: der Neubau des Uniklinikums Augsburg, der vom Freistaat mit 5 Milliarden Euro gefördert wird. Als Teil einer gesamtbayerischen Strategie geht dabei laut des Ministerpräsidenten selbstverständlich darum, die gesundheitliche Versorgung der Region langfristig zu sichern. Gleichzeitig sei es eine wichtige Chance für Augsburg, ökonomisch erfolgreich zu sein. Um als attraktiver Standort für hochqualifizierte Fachkräfte zu gelten, seien „Technologie, Innovation und Forschung unsere einzige Chance“, erklärt Söder im Gespräch.
Auf diese Frage des IHK-Geschäftsführers hat Söder deutliche Antwort: „Wir müssen entschlacken und entschleunigen, damit mittelständische Investition schneller vonstattengehen.“ Das Bayerisch-Schwaben und Deutschland als Ganzes mit einer stark ausgeprägten Mittelstandsstruktur einzigartig sind, betont auch Reinhold Braun, Präsident der IHK Schwaben. Auch die langfristige Sicherung junger Fachkräfte, allen voran durch die Ausbildung, sei ein Alleinstellungsmerkmal und eindeutige Stärke.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor sei die Verbindung aus „Innovation und Identität“ (gemeint sind Kultur, Natur, o.Ä., Anm. d. Red.) in Bayern. Gepaart mit Investitionen in Forschung und Start-ups, sind laut Söder schon optimale Voraussetzungen gegeben. Er betont aber auch: „Wenn wir nicht begreifen, dass Leistung und Erfolg die Grundsteine der Zukunft sind, wird dieses Land nicht mehr auf die Füße kommen“, und führt weiter aus: „Wenn die Produktion nicht mehr stattfindet, dann verliert Deutschland den Kern seiner Wertschöpfung“
Erst kürzlich berichtete B4BSCHWABEN, dass die Planung für die neue ICE-Strecke zwischen Ulm und Augsburg gestoppt wurde. Darauf ging auch die Gesprächsrunde auf dem Sommerfest ein. Auf den Hinweis, dass laut Medienberichten nicht einmal die Planungskosten gesichert seien, erklärte Söder, dass das Thema „im Herbst unter Dach und Fach gebracht werden muss.“ Er setze sich für eine Finanzierung des Projekts ein, könne aber nichts versprechen.
Zum Abschluss geht es um die Frage, welche Maßnahmen Söder umsetzen würde, wenn er Bundeskanzler wäre. Söder ist überzeugt, dass er 2021 gute Chancen auf das Kanzleramt gehabt hätte und der Bevölkerung damit einiges erspart gewesen wäre. Was genau er damit meint, ist unklar. Als Politiker mit "Berufung in Bayern" seien sein Ansatz sowie Appell, Bayern mit „weniger Missmut“ wieder an die Spitze zu bringen.