A³ Wirtschaftsdialog

So behauptet sich AUMÜLLER AUMATIC im Fachkräfte-Kampf

Andreas Thiel und Ramona Meinzer. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Augsburger oder Münchner nach Thierhaupten ziehen? Kaum möglich, weiß Ramona Meinzer. Darum setzt die Geschäftsführerin der AUMÜLLER AUMATIC GmbH auf eine andere Zielgruppe und besondere Methoden.

1972 als Michael Aumüller KG in Augsburg gegründet, hat die AUMÜLLER AUMATIC GmbH heute ihren Sitz in Thierhaupten. Die Umfirmierung erfolgte im Sommer 1980, der Umzug startete 1994. Über die Jahre verlegte das Unternehmen, das Fenster automatisiert und Brandschutz-Produkte herstellt, alles in den Landkreis. Im November 2012 wurde Ramona Meinzer zur Geschäftsführerin bestellt, leitet seither die Geschicke des Unternehmens. Wie Unternehmer Fachkräfte außerhalb der Ballungszentren für sich gewinnen? „Sie bilden sie aus!“

Den Fokus richtig setzen

Ganz so leicht ist das aber nicht. Um Nachwuchskräfte auszubilden, müssen sie erst auf einen aufmerksam werden. Das weiß auch Ramona Meinzer. AUMÜLLER AUMATIC – das sei keine große bekannte Marke, die jeder kennt. Da helfen Niederlassungen in Russland, China und England nichts beim Recruiting. Das Unternehmen legt daher seinen Fokus auf die Region um Thierhaupten, statt Augsburg und München. Der Betrieb geht an die Schulen, führt sogar Kindergartengruppen durch den Standort. Macht so auf sich aufmerksam und positioniert sich.

Mehr Mensch als Gehalt

Der Mittelstand könne, gerade bei jungen Menschen, mit einigem punkten. „Meiner Erfahrungen nach ist der heutigen Generation Geld nicht mehr so wichtig wie früher. Es ist klar ein Thema, aber das menschliche spielt eine ähnlich große Rolle“, erklärt sie bei einer Betriebsbesichtigung im Rahmen des A³ Wirtschaftsdialog. Das könne ein Familienbetrieb deutlich besser bieten, als ein Großkonzern. Sie selbst habe eine Zeitlang bei BMW im Controlling gearbeitet, möchte den Schritt in ein mittelständisches Unternehmen aber nie mehr missen.

Angebote für Weiterbildung

Seit sechs Jahren fokussiert sich das Unternehmen nun verstärkt auf die Ausbildung. Die Ausbildungsquote am Standort beträgt zehn Prozent. Doch das Problem mit ausgebildeten Nachwuchskräften: „Wenn Sie die richtig guten haben, wollen die weiter machen“, berichtet Meinzer. Sei es Meister, Studium oder eine andere Weiterbildung. Wichtig sei daher, im Unternehmen Angebote zu schaffen, die den jungen Menschen dies ermöglichen – ohne den Betrieb verlassen zu müssen.

Kooperation mit der Wissenschaft

Eine weitere Möglichkeit ist die Zusammenarbeit mit der Hochschule Augsburg. Hier beteiligt sich AUMÜLLER AUMATIC an einem Projekt im Rahmen des Unterrichts der Studenten. Diese kommen ins Unternehmen und arbeiten mit diesem daran, das Lager zu optimieren. So werden einerseits die Studenten auf AUMÜLLER AUMATIC aufmerksam, gleichzeitig erhält das Unternehmen Zugang zu den neusten wissenschaftlichen Themen.

„Sie müssen schnell sein“

Im Anschluss an die Führung hatten die über 50 Teilnehmer des A³ Wirtschaftsdialog der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH Gelegenheit, sich bei einem Vortrag und einem abschließenden Workshop näher mit dem Fachkräfte-Thema auseinander zu setzen. Dr. Christoph Kahlenberg, Randstad Deutschland GmbH & Co. KG, erklärte, das Wichtigste sei Geschwindigkeit. Aktuell dauere es vom Erstkontakt bis Angebot rund 30 Tage. Das sei viel zu lang. „Sie müssen schnell sein“, riet er den Unternehmern in seinem Vortrag. Sonst schlägt ein anderes Unternehmen zu.

Der erste A³ Wirtschaftsdialog 2019 bei AUMÜLLER AUMATIC
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1972 als Michael Aumüller KG in Augsburg gegründet, hat die AUMÜLLER AUMATIC GmbH heute ihren Sitz in Thierhaupten. Die Umfirmierung erfolgte im Sommer 1980, der Umzug startete 1994. Über die Jahre verlegte das Unternehmen, das Fenster automatisiert und Brandschutz-Produkte herstellt, alles in den Landkreis. Im November 2012 wurde Ramona Meinzer zur Geschäftsführerin bestellt, leitet seither die Geschicke des Unternehmens. Wie Unternehmer Fachkräfte außerhalb der Ballungszentren für sich gewinnen? „Sie bilden sie aus!“

Den Fokus richtig setzen

Ganz so leicht ist das aber nicht. Um Nachwuchskräfte auszubilden, müssen sie erst auf einen aufmerksam werden. Das weiß auch Ramona Meinzer. AUMÜLLER AUMATIC – das sei keine große bekannte Marke, die jeder kennt. Da helfen Niederlassungen in Russland, China und England nichts beim Recruiting. Das Unternehmen legt daher seinen Fokus auf die Region um Thierhaupten, statt Augsburg und München. Der Betrieb geht an die Schulen, führt sogar Kindergartengruppen durch den Standort. Macht so auf sich aufmerksam und positioniert sich.

Mehr Mensch als Gehalt

Der Mittelstand könne, gerade bei jungen Menschen, mit einigem punkten. „Meiner Erfahrungen nach ist der heutigen Generation Geld nicht mehr so wichtig wie früher. Es ist klar ein Thema, aber das menschliche spielt eine ähnlich große Rolle“, erklärt sie bei einer Betriebsbesichtigung im Rahmen des A³ Wirtschaftsdialog. Das könne ein Familienbetrieb deutlich besser bieten, als ein Großkonzern. Sie selbst habe eine Zeitlang bei BMW im Controlling gearbeitet, möchte den Schritt in ein mittelständisches Unternehmen aber nie mehr missen.

Angebote für Weiterbildung

Seit sechs Jahren fokussiert sich das Unternehmen nun verstärkt auf die Ausbildung. Die Ausbildungsquote am Standort beträgt zehn Prozent. Doch das Problem mit ausgebildeten Nachwuchskräften: „Wenn Sie die richtig guten haben, wollen die weiter machen“, berichtet Meinzer. Sei es Meister, Studium oder eine andere Weiterbildung. Wichtig sei daher, im Unternehmen Angebote zu schaffen, die den jungen Menschen dies ermöglichen – ohne den Betrieb verlassen zu müssen.

Kooperation mit der Wissenschaft

Eine weitere Möglichkeit ist die Zusammenarbeit mit der Hochschule Augsburg. Hier beteiligt sich AUMÜLLER AUMATIC an einem Projekt im Rahmen des Unterrichts der Studenten. Diese kommen ins Unternehmen und arbeiten mit diesem daran, das Lager zu optimieren. So werden einerseits die Studenten auf AUMÜLLER AUMATIC aufmerksam, gleichzeitig erhält das Unternehmen Zugang zu den neusten wissenschaftlichen Themen.

„Sie müssen schnell sein“

Im Anschluss an die Führung hatten die über 50 Teilnehmer des A³ Wirtschaftsdialog der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH Gelegenheit, sich bei einem Vortrag und einem abschließenden Workshop näher mit dem Fachkräfte-Thema auseinander zu setzen. Dr. Christoph Kahlenberg, Randstad Deutschland GmbH & Co. KG, erklärte, das Wichtigste sei Geschwindigkeit. Aktuell dauere es vom Erstkontakt bis Angebot rund 30 Tage. Das sei viel zu lang. „Sie müssen schnell sein“, riet er den Unternehmern in seinem Vortrag. Sonst schlägt ein anderes Unternehmen zu.

Der erste A³ Wirtschaftsdialog 2019 bei AUMÜLLER AUMATIC
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