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SGL Carbon baut Kapazitäten für Nukleargraphit aus
Zusammenarbeit mit X-energy

SGL Carbon baut Kapazitäten für Nukleargraphit aus

(v.l.n.r.:) CEO von SGL Carbon, Andreas Klein, und CEO von X-energy, J. Clay Sell.
Andreas Klein, CEO von SGL Carbon, (links) und J. Clay Sell, CEO von X-energy, vereinbaren eine Zusammenarbeit. Foto: SGL Carbon

Die Partnerschaft zwischen SGL Carbon und X-energy geht in die nächste Phase: Beide Unternehmen wollen die Produktionskapazitäten für Nukleargraphit ausbauen. Damit reagiert der Spezialgraphit-Hersteller auf den erwarteten Bedarf für kleine modulare Kernreaktoren.

SGL Carbon treibt seine Wachstumsstrategie im Zukunftsmarkt Kerntechnik weiter voran. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen X-energy will der Spezialgraphit-Hersteller seine Produktionskapazitäten für Nukleargraphit bis 2030 verdoppeln. Damit reagiert das Unternehmen auf die steigende Nachfrage nach Materialien für sogenannte Small Modular Reactors (SMR).

SGL und X-energy bauen Lieferkette aus

SGL Carbon und X-energy haben eine verbindliche Vereinbarung zum Ausbau ihrer Zusammenarbeit unterzeichnet. Kern der Partnerschaft ist die Verdopplung der Produktionskapazitäten für den Spezialgraphit NBG-18, der für den Hochtemperaturreaktor „Xe-100“ von X-energy benötigt wird. Dafür investiert X-energy bis zu acht Millionen US-Dollar in neue Anlagen und die Modernisierung der Infrastruktur am SGL-Standort Chedde in Frankreich. Dort sollen künftig Graphitblöcke für bis zu acht Xe-100-Reaktoren pro Jahr produziert werden. Parallel baut SGL Carbon seine Bearbeitungskapazitäten in den USA aus, um die Graphitblöcke dort zu sicherheitsrelevanten Bauteilen weiterzuverarbeiten.

Ausbau baut auf Millionenauftrag auf

Die jetzt vereinbarte Kapazitätserweiterung knüpft an den im Januar 2026 geschlossenen Zehnjahresvertrag zwischen beiden Unternehmen an. Dieser umfasst einen ersten Dreijahresauftrag im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar für die ersten kommerziellen Projekte von X-energy. Inzwischen wurden die ersten in Frankreich produzierten Graphitblöcke an SGL-Standorte in den USA geliefert und dort weiterverarbeitet. Zuvor hatten beide Unternehmen die Materialien in einer mehrjährigen Entwicklungs- und Testphase qualifiziert.

„Durch den gemeinsamen Ausbau unserer Produktionskapazitäten für Graphit in Nuklearqualität unterstreichen wir die Bedeutung unserer Partnerschaft und sichern eine zuverlässige Versorgung von X-energy“, sagt Andreas Klein, Vorstandsvorsitzender von SGL Carbon. Für das Unternehmen sei die Vereinbarung ein strategisch wichtiger Schritt, um die Position im Wachstumsmarkt für Graphit in Nuklearqualität weiter auszubauen.

Kerntechnik als Teil der Wachstumsstrategie

Der Ausbau der Produktionskapazitäten ist Teil der langfristigen Wachstumsstrategie „Growth 2030“. Small Modular Reactors zählen neben Halbleitern sowie der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie zu den wichtigsten Zukunftsmärkten des Unternehmens.

Erst kürzlich hatte Klein im Interview mit B4BSCHWABEN.de erklärt, dass der weltweit steigende Energiebedarf – unter anderem durch Künstliche Intelligenz und den Ausbau von Rechenzentren – den Bedarf an neuen Formen der Energieerzeugung deutlich erhöhen werde. Viele Länder sehen deshalb in Small Modular Reactors einen wichtigen Baustein der zukünftigen Energieversorgung.

SGL Carbon liefert dafür hochspezialisierte Graphitwerkstoffe, die in bestimmten Reaktorkonzepten unter anderem als Moderator und Strukturmaterial eingesetzt werden. Mit der jetzt vereinbarten Kapazitätserweiterung wollen beide Unternehmen die Lieferkette für diese sicherheitskritischen Materialien langfristig absichern und den Hochlauf weiterer Reaktorprojekte ermöglichen.

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