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SGL Carbon verlagert Hauptsitz nach Meitingen
Geschäftsbilanz 2025

SGL Carbon verlagert Hauptsitz nach Meitingen

Der SGL-Vorstandsvorsitzende Andreas Klein. Das Unternehmen zieht seinen Firmensitz von Wiesbaden nach Meitingen um. Foto: SGL Carbon
Der SGL-Vorstandsvorsitzende Andreas Klein. Das Unternehmen zieht seinen Firmensitz von Wiesbaden nach Meitingen um. Foto: SGL Carbon

SGL Carbon zieht um: Das Unternehmen verlagert seinen Stammsitz von Wiesbaden nach Meitingen. Mehr zu den Hintergründen und wie das Geschäftsjahr 2025 für SGL Carbon lief.

Der größte Standort von SGL Carbon wird zugleich dessen Firmensitz: Dieser zieht von Wiesbaden nach Meitingen in den Landkreis Augsburg um. Das haben die Aktionäre auf der Hauptversammlung mit 99,9 Prozent der Stimmen beschlossen. Damit rückt SGL Carbon laut Vorstandsvorsitzendem Andreas Klein näher an die Produktion. Die Nähe der Verwaltung zu operativen Aktivitäten soll dadurch gestärkt werden. „Es ist mehr als ein Symbol und eine Kostenmaßnahme. Wir rücken näher zusammen“, erklärt Klein.

Umzug nach Meitingen

Weil der Mietvertrag für den Firmensitz in Wiesbaden im März 2027 endet, hatte SGL Carbon die Frage nach dem Firmensitz analysiert. Für eine Verlagerung nach Meitingen sprach unter anderem, dass die Hauptverwaltung durch die Restrukturierung weniger Platz braucht. In Meitingen hingegen seien ausreichend Räume vorhanden, was dem Unternehmen zusätzlich Geld einspare. Zudem seien in Meitingen bereits Querschnittsfunktionen des Konzerns angesiedelt.

„Übergangsjahr“ 2025

Laut Klein hat das Unternehmen im vergangenen Jahr die Weichen für eine gute Zukunft gestellt. 2025 sei ein „Übergangsjahr der Transformation“ gewesen und habe SGL Carbon viel abverlangt. Handelskonflikte, komplexe Regulierungen und geopolitische Konflikte haben das Jahr geprägt. Die größte Herausforderung war laut Klein, dass Kunden wegen Ungewissheit etwa bei hohen Energiekosten und komplexen Vorschriften zögerlich bei Investitionen waren.

Der Stellenabbau, die Standortschließungen und die Restrukturierung des Geschäftsbereichs Carbon Fibers sei nicht leichtgefallen.

Geschäftsbilanz 2025 von SGL Carbon

Der Umsatz lag 2025 bei 850 Millionen Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zurückgegangen. „Das ist hart“, sagt Klein. Er erklärt den Rückgang zum einen mit der schwächeren Nachfrage von Kunden aus der Halbleiterindustrie. Zum anderen damit, dass verlustbringende Geschäfte von Carbon Fibers im Rahmen der Restrukturierung beendet wurden.

Das EBITDA ist ebenfalls um 17 Prozent gesunken und lag 2025 bei 135 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge liegt weiter bei 15,9 Prozent. Insgesamt machte SGL Carbon durch die Restrukturierung einen Verlust von 79,2 Millionen Euro.

Der Free Cashflow liegt bei 37 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote bei 39,2 Prozent. „Unsere Bilanz ist grundsolide“, bewertet Klein die Kennzahlen. SGL stehe sehr stabil da.

Ausblick von SGL Carbon bis 2030

Für das laufende Jahr erwartet Klein erstmal weiter, dass Umsatz und Gewinn rückläufig sind. Er geht davon aus, dass der Umsatz zwischen 720 und 770 Millionen Euro liegen wird. Das EBITDA zwischen 110 und 130 Millionen Euro. Das erste Quartal bestätige diese Einschätzung.

Mit der Strategie „SGL Wachstum 2030 Bis 2030 will Klein SGL Carbon wieder erfolgreicher machen. „Unser Ziel ist es, die Ertragskraft von SGL Carbon nachhaltig zu stärken und das Unternehmen bis 2030 wieder zu einem Milliarden-Unternehmen zu entwickeln“, erklärte er.

Dafür will er weiter auf die Halbleiterindustrie setzen. Wegen KI und der E-Mobilität erwartet er hier mittelfristig mehr Nachfrage. Zudem sieht er Wachstumsmöglichkeiten im Energiesektor durch kleine modulare Reaktoren, sogenannte SMRs, sowie in der Rüstungsindustrie und der Luft- und Raumfahrt. Klei erwartet, dass 2027 die Zahlen bei SGL Carbon wieder nach oben gehen.

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