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Die Rocket Factory Augsburg hat einen Vertrag mit der Europäischen Weltraumagentur, kurz ESA, abgeschlossen. Im Rahmen der „European Launcher Challenge“ (ELC) erhält das Start-up eine Förderung in Höhe von 186,9 Millionen Euro, um die Trägerrakete RFA One weiterzuentwickeln.
Bei ELC handelt es sich um eine Art Wettbewerb, denn insgesamt werden vier europäische Raumfahrtunternehmen – PLD Space aus Spanien, MaiaSpace aus Frankreich sowie Isar Aerospace aus Ottobrunn und die Augsburger Rocket Factory – gefördert. Ziel sei es, dass am Ende mindestens zwei serienreife Trägerraketen aus der Initiative hervorgehen und damit Europas Zugang zum Weltall stärken.
Der Förderzusage liege eine positive Bewertung eines ESA-Gremiums zugrunde, welches hierfür die finanzielle Planung, die Technologie als auch den Entwicklungsfortschritt der einzelnen Raketen betrachtete. Dass die Rocket Factory Teil der European Launcher Challenge ist, beweise somit das Potenzial für die Serienfertigung der RFA One. Lucia Linares, Leiterin der Abteilung Strategy and Institutional Launches for Space Transportation bei der ESA, kommentiert: „Nun liegt es an den Herausforderern (den geförderten Start-ups, Anm. d. Red.) zu beweisen, dass sie zuverlässige Starts für Europa erbringen und im Wettbewerb bestehen können.“
Die Trägerrakete des Augsburger Start-ups ist in ihrer aktuellen Bauweise 30 Meter lang, hat einen Durchmesser von 2,15 Metern und soll nach Fertigstellung Satelliten von bis zu 500 Kilogramm in eine 500 Kilometer entfernte, sonnensynchronen Umlaufbahn transportieren können.
Während die Trägerrakete von Isar Aerospace kürzlich erfolgreich den Orbit erreichte, bereitet die RFA ihren Testflug weiterhin vor. Einen ersten Versuch wollte das Unternehmen ursprünglich 2024 starten, dabei brannte allerdings die Rampe ab, weshalb der Start verschoben wurde. Nachdem es auch bei einem weiteren Versuch im Jahr 2025 zu technischen Problemen gekommen war, wurde der Testflug für Sommer 2026 angesetzt. Doch auch dieser musste frühzeitig abgebrochen werden. Wann die RFA One nun starten soll, ist bisher nicht bekannt. Während die Startlizenz der britischen Luftfahrtbehörde – die Trägerrakete soll vom SaxaVord Spaceport in Schottland starten – zeitlich unbegrenzt ist, gibt die European Launcher Challenge der ESA vor, dass der Start spätestens im Jahr 2027 erfolgen muss.