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Führungswechsel bei Rocket Factory Augsburg: Mitgründer Jörn Spurmann steigt aus
Trägerrakete RFA One

Führungswechsel bei Rocket Factory Augsburg: Mitgründer Jörn Spurmann steigt aus

Archivbild: Die Gründer der Rocket Factory: Stefan Brieschenk (l.) und Jörn Spurmann. Foto: Rocket Factory
Archivbild: Die Gründer der Rocket Factory: Stefan Brieschenk (l.) und Jörn Spurmann. Foto: Rocket Factory

Nach rund acht Jahren verlässt Mitgründer Jörn Spurmann die Rocket Factory Augsburg. Das Raumfahrt-Startup steht kurz vor dem Erstflug seiner Trägerrakete RFA One.

Beim Augsburger Raumfahrt-Startup Rocket Factory Augsburg (RFA) kommt es zu einem markanten Einschnitt in der Führungsebene. Mitgründer und langjähriger Chief Commercial Officer Jörn Spurmann hat das Unternehmen Ende Januar verlassen. Das bestätigte Spurmann selbst über die Plattform LinkedIn.

Wieso Spurmann die RFA verlässt

Spurmann war rund acht Jahre lang maßgeblich am Aufbau des Unternehmens beteiligt – von der frühen Gründungsphase bis zur heutigen Position als einer der zentralen europäischen NewSpace-Akteure. In seinem Abschiedsbeitrag beschreibt er den Weg von einer kleinen Idee mit wenigen Mitstreitern hin zu einem Unternehmen, das kurz vor dem Erstflug seiner Trägerrakete RFA One steht.

„Von Null zu einer neuen Ära europäischer Trägerraketen – meine Reise endet, die Mission geht weiter“, schreibt Spurmann. Der Schritt sei bewusst gewählt. Das Unternehmen habe inzwischen eine Größe und Stabilität erreicht, die es erlaube, eigenständig weiterzumachen. RFA benötige ihn nicht mehr, um „das Gleichgewicht zu halten“.

Ist die RFA Rakete startklar?

Die Rocket Factory Augsburg wurde gegründet mit dem Ziel, kostengünstige und flexible Trägerraketen für den europäischen Markt zu entwickeln – ein Ansatz, der in der Anfangszeit durchaus skeptisch betrachtet wurde. Spurmann erinnert daran, dass das Vorhaben lange Zeit als unrealistisch galt. Heute verfügt RFA über umfangreiche industrielle Strukturen, internationale Partnerschaften und eine starke Einbindung in europäische Förderprogramme wie die European Launcher Challenge.

Nach Angaben Spurmanns wurden bislang rund 150 Millionen Euro investiert. Damit nähert sich das Unternehmen einer Phase, die in der Raumfahrtbranche als besonders kritisch gilt: dem Übergang von Entwicklung und Finanzierung hin zum operativen Flugbetrieb.

Wechsel vor dem Erstflug der RFA One

Der Abschied erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem RFA kurz vor einem wichtigen Meilenstein steht. Der Erstflug der RFA One ist vorbereitet, die Verantwortung für die weitere Entwicklung liegt nun vollständig beim bestehenden Management. Bereits im Frühjahr 2025 hatte das Unternehmen mit der Berufung von Indulis Kalnins zum Vorstandsvorsitzenden einen personellen Wechsel an der Spitze vollzogen.

Spurmann betont in seinem Beitrag vor allem die Leistung des Teams, die Unterstützung durch Investoren sowie das Vertrauen von Institutionen, Raumfahrtagenturen und Behörden. Rückblickend hebt er den Unternehmergeist, die pragmatische „Low-Cost-Mentalität“ und den starken Zusammenhalt innerhalb der Organisation hervor.

RFA: Blick nach vorn

Zu seinen nächsten Schritten äußert sich Spurmann bislang nicht. Klar ist jedoch: Sein Abschied markiert für Rocket Factory Augsburg den Übergang von der Gründungs- und Aufbauphase in eine neue Unternehmensphase.

Für den Raumfahrtstandort Augsburg und die deutsche NewSpace-Branche insgesamt bleibt RFA damit ein zentrales Projekt, dessen weitere Entwicklung aufmerksam verfolgt werden dürfte.

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