Zukunft der Pflege

Pflegebeauftragter des Bundes besucht Klinikum Augsburg

Das Klinikum Augsburg von oben. Foto: Ulrich Wagner
Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung sprach vor Kurzem am Klinikum Augsburg. Er setzt auf ein Bündel an Maßnahmen, um den Pflegeberuf wieder attraktiv zu machen.

Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, sprach vor circa 150 Mitarbeitern der Pflege im Klinikum Augsburg. Westerfellhaus würdigte die Bemühungen des Klinikums als einen „sehr guten Anfang“, der auch bundesweit an vielen Häusern zu spüren sei und Eingang in die öffentliche Diskussion gefunden habe.

Pflege-Vorständin berichtet über die Verbesserungen

Eingeladen zur Mitarbeiterteilversammlung hatte Pflege-Vorständin Susanne Arnold, moderiert wurde die Veranstaltung von Akademieleiter Bruno G. Wirnitzer. Auch Landrat Martin Sailer, Verbandsvorsitzender des Krankenhauszweckverbandes, beteiligte sich an der Diskussion. Arnold ging in ihrer Begrüßung auf die Ergebnisse der Betrieblichen Kommission am Klinikum Augsburg ein, die mit verschiedenen Arbeitsgruppen bereits wesentliche Verbesserungen für Pflegende angestoßen und umgesetzt hat.

„Fachkräftemangel hört nicht bei der Pflege auf“

„Die Situation der Pflege und die sich daraus ergebenden Erfordernisse sind im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen. Das war viele Jahre nicht so“, erklärte Westerfellhaus. Bei der teilweise leidenschaftlich geführten Diskussion um den Pflegenotstand müssten jedoch alle Berufsgruppen einbezogen werden. „Der Fachkräftemangel hört nicht bei der Pflege auf“, so Westerfellhaus weiter.  Einen wichtigen Platz bei der Entlastung könne die Digitalisierung einnehmen. „ Aber auch hier muss sich die Pflege einmischen“, betonte Westerfellhaus, „denn bei elektronischer Patientenakte, digitaler Patientenkurve und zahlreichen anderen Themen ist der Praxis-Anwender gefragt.“

Nachbesserung des E-Health-Gesetz

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung versprach, sich für eine Nachbesserung beim sogenannten E-Health-Gesetz stark zu machen. Bislang hätten  Pflegekräfte beispielsweise kein Schreib- und Leserecht bei der sektorenübergreifenden elektronischen Patientenakte. Die dringend notwendige Erweiterung der Kompetenzen im Pflegeberuf betonte auch Susanne Arnold beim Thema Pflegestudium. Der Beruf als solches würde eine Aufwertung erfahren, wenn Pflegende wie in den USA beispielsweise eigenverantwortlich in die Wundversorgung oder Heilmittelverordnung einbezogen würden. Die Strukturen dafür müsse im ersten Schritt der Gesetzgeber schaffen.

Bezahlbarer Wohnraum

Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für die Angehörigen der Gesundheitsberufe, häufig entscheidend bei der Wahl des Arbeitsortes, seien viele Akteure und die Politik gefragt. „Das kann auch ein großes Krankenhaus meist nicht allein lösen“, sagte Westerfellhaus. „Es darf nicht sein, dass mir eine Altenpflegerin in München erzählt, sie könne es sich nur leisten Altenpflegerin zu sein, weil ihr Mann entsprechend gut verdiene.“ Landrat Martin Sailer erklärte, dass die Wohnbaugruppe Augsburg und die Wohnungsbau GmbH für den Landkreis Augsburg bereits an einem Konzept arbeiteten, um bezahlbaren Wohnraum im Bereich des künftigen Universitätsklinikums zur Verfügung stellen zu können.

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Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, sprach vor circa 150 Mitarbeitern der Pflege im Klinikum Augsburg. Westerfellhaus würdigte die Bemühungen des Klinikums als einen „sehr guten Anfang“, der auch bundesweit an vielen Häusern zu spüren sei und Eingang in die öffentliche Diskussion gefunden habe.

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Eingeladen zur Mitarbeiterteilversammlung hatte Pflege-Vorständin Susanne Arnold, moderiert wurde die Veranstaltung von Akademieleiter Bruno G. Wirnitzer. Auch Landrat Martin Sailer, Verbandsvorsitzender des Krankenhauszweckverbandes, beteiligte sich an der Diskussion. Arnold ging in ihrer Begrüßung auf die Ergebnisse der Betrieblichen Kommission am Klinikum Augsburg ein, die mit verschiedenen Arbeitsgruppen bereits wesentliche Verbesserungen für Pflegende angestoßen und umgesetzt hat.

„Fachkräftemangel hört nicht bei der Pflege auf“

„Die Situation der Pflege und die sich daraus ergebenden Erfordernisse sind im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen. Das war viele Jahre nicht so“, erklärte Westerfellhaus. Bei der teilweise leidenschaftlich geführten Diskussion um den Pflegenotstand müssten jedoch alle Berufsgruppen einbezogen werden. „Der Fachkräftemangel hört nicht bei der Pflege auf“, so Westerfellhaus weiter.  Einen wichtigen Platz bei der Entlastung könne die Digitalisierung einnehmen. „ Aber auch hier muss sich die Pflege einmischen“, betonte Westerfellhaus, „denn bei elektronischer Patientenakte, digitaler Patientenkurve und zahlreichen anderen Themen ist der Praxis-Anwender gefragt.“

Nachbesserung des E-Health-Gesetz

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung versprach, sich für eine Nachbesserung beim sogenannten E-Health-Gesetz stark zu machen. Bislang hätten  Pflegekräfte beispielsweise kein Schreib- und Leserecht bei der sektorenübergreifenden elektronischen Patientenakte. Die dringend notwendige Erweiterung der Kompetenzen im Pflegeberuf betonte auch Susanne Arnold beim Thema Pflegestudium. Der Beruf als solches würde eine Aufwertung erfahren, wenn Pflegende wie in den USA beispielsweise eigenverantwortlich in die Wundversorgung oder Heilmittelverordnung einbezogen würden. Die Strukturen dafür müsse im ersten Schritt der Gesetzgeber schaffen.

Bezahlbarer Wohnraum

Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für die Angehörigen der Gesundheitsberufe, häufig entscheidend bei der Wahl des Arbeitsortes, seien viele Akteure und die Politik gefragt. „Das kann auch ein großes Krankenhaus meist nicht allein lösen“, sagte Westerfellhaus. „Es darf nicht sein, dass mir eine Altenpflegerin in München erzählt, sie könne es sich nur leisten Altenpflegerin zu sein, weil ihr Mann entsprechend gut verdiene.“ Landrat Martin Sailer erklärte, dass die Wohnbaugruppe Augsburg und die Wohnungsbau GmbH für den Landkreis Augsburg bereits an einem Konzept arbeiteten, um bezahlbaren Wohnraum im Bereich des künftigen Universitätsklinikums zur Verfügung stellen zu können.

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