Interview zum einjährigen Jubiläum

Ocha Ocha: „Augsburg ist ein hartes Pflaster für Food-Startups“

Vor knapp einem Jahr gründete Christopher Gogolin das Tee-Start-up Ocha Ocha. Heute steht die erste Sorte in immer mehr Supermarktregalen. Zum einjährigen Jubiläum hat er uns verraten, was seine nächsten Schritte sind und wieso sich seiner Meinung nach in der Augsburger Gründerszene zu wenig tut.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie haben Ocha Ocha vor einem Jahr als GmbH angemeldet. An was erinnern Sie sich am liebsten zurück?

Christopher Gogolin: Großartig und manchmal noch surreal. Das Jahr ist schnell vorbeigegangen und es gab so viele erste Male, zum Glück schreibe ich das nebenbei auf, sodass ich mich später nochmals daran erinnern kann und es im „Start-up Hustle“ nicht untergeht. Besonders gefreut haben mich die ersten Bestellungen aus Belgien, Österreich und der Schweiz in unserem Online Shop. Mich persönlich freut am meisten, dass ich mit Verena, Fabian, Benedikt und Denny vier weitere Leute mit den gleichen Werten und Ansichten an Bord holen konnte. Zu fünft kann man deutlich mehr erreichen.

Was sind Ihre nächsten Schritte? Sind weitere Tee-Sorten geplant?

Momentan befinden wir uns in den finalen Zügen der Produktentwicklung für die zweite und dritte Sorte, welche circa im November zu erwarten sind. Zudem arbeiten wir gerade die ersten Möglichkeiten aus, unsere Kreationen ab dem Winter auch als losen Tee über unseren Online Shop anzubieten. Des Weiteren gilt es den Markenaufbau voranzutreiben. Wir haben deswegen auch einen Youtube-Channel ins Leben gerufen, auf dem wir unsere Follower mit auf unsere Gründerreise nehmen. Das macht bis jetzt noch kein Food-Start-up.

Welche Ziele haben Sie für die weitere Zukunft?

Wenn wir mit Ocha Ocha in den nächsten Jahren einen ähnliche Erfolgsgeschichte wie Little Lunch hinlegen könnten, wäre das natürlich klasse. Das kommende Jahr wird für uns dabei entscheidend, da wir zeigen müssen, was mit einem 5er-Team und drei marktreifen Produkten wirklich möglich ist.

Wir glauben, dass im Erfrischungsgetränke-Markt so viel Potenzial für unsere neue Produktgruppe der ungesüßten Tees steckt, dass wir bis 2030 eine starke Veränderung der Getränkebranche erleben werden. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun. Wir gehen dabei Schritt für Schritt vor, das heißt Sorte für Sorte, Supermarkt für Supermarkt und Kunde für Kunde.

Ist Augsburg ein guter Standort für Lebensmittel Startups?

Ich würde hier eine Gegenfrage stellen: Wie viele Startups, die Getränke und Lebensmittel herstellen, könnt ihr oder eure Leser aus dem Stegreif aufzählen? Meist fällt einem neben Little Lunch nicht viel ein. Man könnte noch August Gin nennen, aber die befinden sich ja im alkoholischen Getränkemarkt. Ich empfinde Augsburg als ein sehr hartes Pflaster, was den Food-Bereich angeht.

Von mehreren Quellen haben wir gehört, dass Augsburg zusammen mit Köln im Lebensmittel-Bereich als Testmarkt dient. In Köln „läuft“ jedes neue Lebensmittel, in Augsburg hingegen behaupten sich Food&Beverage-Neuheiten nur sehr schwer. Wir sehen das als Herausforderung und Ansporn zugleich, anscheinend ist Augsburg wie New York: Wenn du es hier schaffst, schaffst du es überall.

Bekommen Sie Unterstützung von der Gründerszene in Augsburg?

Die Gründerzentren und -events in Augsburg sind sehr digital- und technikorientiert. Gerade während des Ideenstadiums fielen wir dabei durchs Raster, erst durch unsere erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne 2018 konnten wir auf uns aufmerksam machen. Meiner Empfindung nach hat sich seit 2016 in der Augsburger Start-up-Szene noch nicht genügend getan. Der Kosmos ist auch 2019 noch zu klein und einfach noch kein Selbstläufer. Ich denke die Aufgabe der Stadt, Handelskammern und Unternehmen der Region sollte sein eine branchenübergreifende Start-up-Kultur zu fördern und zu initiieren, um überhaupt den richtigen Nährboden für Innovation und Gründertum zu schaffen.

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Was sind Ihre nächsten Schritte? Sind weitere Tee-Sorten geplant?

Momentan befinden wir uns in den finalen Zügen der Produktentwicklung für die zweite und dritte Sorte, welche circa im November zu erwarten sind. Zudem arbeiten wir gerade die ersten Möglichkeiten aus, unsere Kreationen ab dem Winter auch als losen Tee über unseren Online Shop anzubieten. Des Weiteren gilt es den Markenaufbau voranzutreiben. Wir haben deswegen auch einen Youtube-Channel ins Leben gerufen, auf dem wir unsere Follower mit auf unsere Gründerreise nehmen. Das macht bis jetzt noch kein Food-Start-up.

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Die Gründerzentren und -events in Augsburg sind sehr digital- und technikorientiert. Gerade während des Ideenstadiums fielen wir dabei durchs Raster, erst durch unsere erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne 2018 konnten wir auf uns aufmerksam machen. Meiner Empfindung nach hat sich seit 2016 in der Augsburger Start-up-Szene noch nicht genügend getan. Der Kosmos ist auch 2019 noch zu klein und einfach noch kein Selbstläufer. Ich denke die Aufgabe der Stadt, Handelskammern und Unternehmen der Region sollte sein eine branchenübergreifende Start-up-Kultur zu fördern und zu initiieren, um überhaupt den richtigen Nährboden für Innovation und Gründertum zu schaffen.

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