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Neue Uniklinik Augsburg: Wie geht es nach der Milliarden-Finanzierung weiter?
Neubau

Neue Uniklinik Augsburg: Wie geht es nach der Milliarden-Finanzierung weiter?

Die Uniklinik in Augsburg. Das Gebäude aus den 1980ern ist marode. Deshalb wird in Augsburg daneben eine neue Uniklinik gebaut. Foto: Bernd Ulrich Wagner
Die Uniklinik in Augsburg. Das Gebäude aus den 1980ern ist marode. Deshalb wird in Augsburg daneben eine neue Uniklinik gebaut. Foto: Bernd Ulrich Wagner

„Historischer Tag für Augsburg“: Der Freistaat hat fünf Milliarden Euro für den Neubau des Uniklinikums Augsburg freigegeben. Wie es jetzt weiter geht.

Während der Neubau des Uniklinikums Augsburg schon lange geplant und vorbereitet wird, war noch unklar, wie der Freistaat den Bau finanzieren wird. Seit Dienstagnachmittag hat die Region Gewissheit: Das bayerische Kabinett hat beschlossen, für den Neubau fünf Milliarden Euro bereitzustellen. Die Freude bei der Stadt Augsburg, der Nachbarstadt Neusäß und der Uniklinik ist groß.

Wichtiger Schritt für die Region

„Heute ist ein historischer Tag für Augsburg“, freut sich etwa Augsburgs Oberbürgermeister Florian Freund. Die Stadt wolle die Planungen zügig vorantreiben und die besten Rahmenbedingungen schaffen. „Dieses Projekt stärkt die medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, schafft hochwertige Arbeitsplätze und bringt Wissenschaft, Innovation und wirtschaftliche Dynamik in unsere Stadt“, ordnet Freund die Bedeutung für Augsburg ein. „Augsburg wird sich mit diesem Investitionsvorhaben zu einem führenden Standort für Gesundheitswirtschaft und Spitzenmedizin in Deutschland entwickeln.“

Richard Greiner, Bürgermeister der an die Uniklinik angrenzenden Stadt Neusäß, sieht in der Finanzierung einen wichtigen Meilenstein für die Menschen in der Region. Dadurch werde eine medizinische Spitzenversorgung ermöglicht. „Augsburg steigt damit bundesweit in den Rang einer Volluniversität auf“, sagt Greiner.

Finanzierung bringt Planungssicherheit

Das Universitätsklinikum Augsburg spricht von einem klaren Bekenntnis zum Standort Augsburg und zur Weiterentwicklung der Unimedizin in Bayerisch-Schwaben. Für den ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden der Uniklinik, Prof. Dr. Klaus Markstaller, beginnt damit ein neues Kapitel in der Geschichte der Unimedizin in Augsburg. „Diese Entscheidung gibt uns die notwendige Planungssicherheit für die kommenden Jahrzehnte. Sie ist ein starkes Signal an unsere Beschäftigten, unsere Patientinnen und Patienten, unsere Studierenden sowie an die gesamte Region und Wirtschaftsverbände“, sagt Markstaller.

Lesen Sie hier: Neubau der Uniklinik Augsburg: Bayern gibt fünf Milliarden Euro frei

Zusammen mit dem Freistaat, der Stadt Augsburg und den umliegenden Landkreisen und Gemeinden will Markstaller den Neubau „beherzt und Schritt für Schritt“ weiter voranbringen.

Aktueller Stand beim Neubau der Uniklinik Augsburg

Aktuell läuft das Bauleitverfahren. Ende Februar hatte der Augsburger Stadtrat die Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen. Zudem wurde für den Bereich „Universitätsklinikum Augsburg und weitere klinikaffine Nutzungen südlich der Westheimer Straße und westlich der Neusäßer Straße“ der Flächennutzungsplan geändert. Derzeit wertet die Stadt die Stellungnahmen aus der Beteiligung der Öffentlichkeit aus und erstellt den Planungsentwurf sowie Gutachten etwa zur Verkehrsbelastung und zum Naturschutzausgleich.

Laut dem Stadtplanungsamt der Stadt Augsburg soll Ende 2027 der Billigungsbeschluss durch den Stadtrat gefasst werden. Danach kann die Öffentlichkeit Einwände einbringen. Nach Anpassung fasst der Stadtrat den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan und beschließt den Flächennutzungsplan. Mitte 2028 könnte damit dann Baurecht bestehen. „Jedes Bauleitplanverfahren ist ergebnisoffen, insofern können diese Zeiträume jedoch nicht verbindlich festgelegt werden“, schränkt das Stadtplanungsamt jedoch den Zeitplan ein. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume geht davon aus, dass die neue Uniklinik frühestens Ende der 2030er Jahre fertig sein wird.

Übersicht über das Gelände der Uniklinik Augsburg. Foto: Bernd Ulrich Wagner
Übersicht über das Gelände der Uniklinik Augsburg. Foto: Bernd Ulrich Wagner

Klinik-Neubau im Westen oder im Osten?

Die Stadt Augsburg, die Uniklinik und der Freistaat wollen das neue Gebäude auf dem „Baufeld West“ bauen. Dafür müsste der Patientenpark weichen. Das kritisieren etwa der Bund Naturschutz, aber auch der Stadtrat der anliegenden Stadt Neusäß. Beide bevorzugen das „Baufeld Ost“. Dieses liegt zwischen dem Bestandsgebäude und der Neusäßer Straße, wo sich unter anderem aktuell das Schmerzzentrum befindet. Sollte der Neubau auf dem Baufeld Ost gebaut werden, müssten das Schmerzzentrum und weitere Gebäude erst abgerissen und an anderer Stelle neu gebaut werden. Der Neusäßer Bürgermeister Greiner erklärt auf Anfrage: „Wir werden daher im Zuge des Beteiligungsverfahrens die kommenden Planungsschritte kritisch-konstruktiv begleiten, um die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu vertreten.“

Markstaller hofft, dass durch die Finanzierung nun Rückenwind für alle Beteiligten entsteht und die notwendigen Verfahren sorgfältig und zügig ablaufen. „Für das UKA (Anm. d. Red.: Uniklinikum Augsburg) stehen dabei insbesondere drei Ziele im Vordergrund: die Sicherstellung einer bestmöglichen Patientenversorgung während der gesamten Bauphase, die Schaffung einer zukunftsfähigen Infrastruktur für Forschung und Lehre sowie die Realisierung eines Klinikums, das den Anforderungen der modernen Universitätsmedizin für die kommenden Jahrzehnte gerecht wird“, so Markstaller weiter.

Neue Uniklinik Augsburg als Joint Venture?

Dass der Freistaat den Neubau über ein Joint Venture mit einem privaten Partner umsetzen will, steht für die Uniklinik nicht im Mittelpunkt. „Wir begrüßen grundsätzlich alle Modelle, die dazu beitragen, Planungssicherheit zu schaffen, die Umsetzung zu beschleunigen und gleichzeitig höchste Qualitätsstandards für ein Universitätsklinikum der Zukunft sicherzustellen“, erklärt Markstaller auf Anfrage. Für die Uniklinik sei entscheidend, dass eine moderne, leistungsfähige und langfristig tragfähige Infrastruktur für Patientenversorgung, Forschung und Lehre entsteht. Markstaller weist zudem darauf hin, dass der Freistaat als Bauherr und Projektträger für die „konkrete Realisierungs- und Finanzierungsstruktur“ zuständig ist.

Auch Augsburgs Baureferent Steffen Kercher steht dem Joint Venture offen gegenüber. Im Mittelpunkt stehe, dass das Projekt erfolgreich und nachhaltig umgesetzt werde. „Entscheidend ist aus Sicht der Stadt daher, dass das Projekt zügig, verlässlich und in der erforderlichen Qualität realisiert wird. Dabei haben wir volles Vertrauen, dass der Freistaat, die für ihn richtige Organisationsform zur baulichen Umsetzung wählen wird“, teilt Kercher auf Anfrage mit.

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