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Fünf Milliarden Euro stellt der Freistaat Bayern für den Neubau des Augsburger Uniklinikums zur Verfügung. Das haben Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Markus Blume mitgeteilt. „Wir haben endgültig grünes Licht für den Ausbau der Unikliniken gegeben“, sagte Söder nach der Kabinettsitzung in der Pressekonferenz.
Neben der Uniklinik Augsburg werden auch die Bauvorhaben der Uniklinik Würzburg mit zwei Milliarden Euro und die Uniklinik in München-Großhadern mit 2,2 Milliarden Euro finanziert. Damit hat der Freistaat ein neun Milliarden Euro schweres Bauprogramm freigegeben. Schulden will der Freistaat dafür laut Söder nicht machen, sondern die neun Milliarden aus den laufenden Haushaltsmitteln finanzieren.
Bei der Finanzierung für den Neubau in Augsburg geht Bayern aber dennoch einen neuen Weg: Hier will der Freistaat das Uniklinikum über ein Joint Venture mit einem privaten Partner bauen und betreiben. „Wir beschreiten da tatsächlich ein bisschen Neuland“, erklärte Blume und verwies auf den Terminal-Neubau am Münchner Flughafen, den der Freistaat zusammen mit der Lufthansa umsetzt. „Solche öffentlich-privaten Partnerschaften in unterschiedlichen Konstellationen hat es in der Vergangenheit schon gegeben. Im Hochschulbereich in Bayern und im Bereich der Uniklinik insbesondere hat es das noch nicht gegeben“, sagte Blume weiter.
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Der Partner aus dem Privatsektor soll dabei frühestmöglich in die Planung und Umsetzung eingebunden werden. „Mir ist wichtig, dass wir hier nicht nur einfach privatwirtschaftliche Realisierungskompetenzen dazuholen, sondern dass wir dieses Klinikum so bauen, dass der Betrieb optimiert ist, dass Betriebskosten, Bewirtschaftungskosten und Energiekosten in der Zukunft minimiert sind“, erklärte Blume die Pläne für das Joint Venture. Er hoffe, dass Bayern durch dieses Modell zeigen könne, dass solche Bauvorhaben mit einem privaten Partner schneller und günstiger sein können, als wenn der Freistaat allein arbeitet.
Während die Stadt Augsburg derzeit daran arbeitet, das Baurecht für den Neubau zu schaffen, sei der Freistaat mit der groben Konzeption für die Planung „deutlich vorangeschritten“. Insgesamt sei die Planung in Augsburg aber noch nicht so weit wie bei den Unikliniken in Würzburg und München-Großhadern. Die beiden letztgenannten sollen laut Blume bis Ende der 2030er Jahre fertig sein. „Augsburg liegt wegen des Planungsstandes fünf bis acht Jahre dahinter“, sagte Blume.
Derzeit ist geplant, dass der Neubau im Westen des Bestandsgebäudes gebaut wird. Diese Variante bevorzugen der Freistaat, die Stadt Augsburg und die Uniklinik. Dafür müsste der Patientenpark weichen. Das kritisieren etwa der Bund Naturschutz, aber auch der Stadtrat der anliegenden Stadt Neusäß. Beide bevorzugen das Baufeld „Ost“ für den Neubau.
Der Neubau der Uniklinik Augsburg soll 1.550 Betten haben. Im neuen Universitätsklinikum sollen die akute und die elektive Medizin räumlich getrennt werden. Das bedeutet, dass Notfälle von der Aufnahme bis zur Versorgung und OP in einem eigenen Gebäude behandelt werden. Weiter soll das Gebäude standardisiert werden, sodass die Größe einzelner Fachrichtungen dem Bedarf entsprechend angepasst werden kann.
Der Neubau ist nötig, weil das Bestandsgebäude stark sanierungsbedürftig ist. Laut dem ärztlichen Direktor der Uniklinik Augsburg, Prof. Dr. Klaus Markstaller, müssen im laufenden Betrieb notfallmäßig Reparaturen durchgeführt werden – etwa weil es über der Apotheke einen Wasserrohrbruch hatte. In circa fünf Jahren müssen die ersten Stahlträger des Gebäudes ausgewechselt werden. „Das aktuelle Gebäude ist im Vollverschleiß“, so Markstaller.